Medikamente dürfen kaum mehr etwas kosten. Dieser Meinung sind Bundesrat, Konsumentenschützer, Preisüberwacher, Medien und – angesichts dieser geballten Ladung an unsachlichen Behauptungen – leider längst auch grosse Teile der Bevölkerung. Dass durch die staatlich diktierten Minimalpreise seit Jahrzehnten bewährte Medikamente einfach weggespart werden, blenden die Leute, die sich so vehement für «alles am liebsten gratis» einsetzen, tunlichst aus. Neuester Fall: Mepha nimmt Nopil Sirup aus dem Handel. Mit staatlich diktierten 6.05 Franken Publikumspreis lassen sich Produktion und Logistik von schweren und voluminösen Sirupflaschen schlicht nicht mehr bezahlen. Ein Jahr nachdem die Produktion des Originalpräparats Bactrim Sirup eingestellt wurde, streckt nun auch der Generikahersteller die Waffen. Konsequenz: Kinder und Patienten, die Schluckbeschwerden haben, müssen schauen, wo sie bleiben. Oder sie erhalten nun einfach ein Antibiotikum statt dem einfacheren, aber ebenso wirksamen Sulfonamid.
22. Juni 2015
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