Informiert im Gesundheitswesen

Bundesrat Berset trägt Selbstverantwortung zu Grabe

Bearers with coffinDie Prämienrabatte aufgrund der wählbaren Franchisen sind Alain Berset ein Dorn im Auge. Er will sie senken. «Der heutige Rabatt ist höher als die risikobereinigten Einsparungen der Leistungskosten zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, die auf die einzelnen Wahlfranchisen zurückzuführen sind», schreibt das BAG in seiner Medienmitteilung vom 17. August. Wie immer man beim BAG gerechnet hat, seine Begründung ist nicht plausibel. Man spart keine Kosten, wenn man den Versicherten das eigenverantwortliche Handeln vergällt. Das Vorhaben des Gesundheitsministers löst denn auch allgemeines Kopfschütteln aus. Versicherte, die eine höhere Franchise wählen, sind bereit, Selbstverantwortung zu übernehmen. Wer Leistungen aus der eigenen Tasche bezahlt, achtet auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und sucht niederschwellige und effiziente Hilfe, statt für jedes Bobo zum Arzt zu rennen, der dann (zum Beispiel von Boni oder von der SD verleitet) jeden Bagatellfall womöglich auch noch zum Hochrisikofall hochstilisiert, um mehr Leistungen verkaufen zu können. Solche Effekte sind schwer zu beziffern, aber ohne Zweifel vorhanden. Man werfe nur einen Blick auf die Steigerung gewisser Behandlungen und Eingriffe. Das müsste man eigentlich auch beim BAG wissen.

Es ist zu hoffen, dass sich Verbände, Parteien und auch die Versicherten selbst gegen dieses unsinnige und kontraproduktive Vorhaben von Alain Berset wehren.

https://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&msg-id=58367

22. August 2015

Foto © Robert Hoetink Fotolia

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