Zum sechsten Mal fand vom 9. bis 14. Februar pharmaDavos statt und auch dieses Jahr durfte der pharmazeutische Fachkongress mit einer erfolgreichen Bilanz abschliessen. Sehr erfreulich ist der Teilnehmer Rekord: Total reisten 760 Personen nach Davos, darunter waren 375 Apothekerinnen und Apotheker, über 85 Studenten und rund 300 weitere Vertreter aus der Pharmabranche.
Ein vielseitiges Programm mit interessanten Fachvorträgen trug neben der gewohnten Netzwerkpflege und den gelungenen gesellschaftlichen Anlässen zur einzigartigen Atmosphäre bei.
Dass es in Zukunft für die Apotheken spannend bleibt und sich in den nächsten Jahren viel bewegen wird, hat sich auch in der berufspolitischen Podiumsdiskussion am Dienstag gezeigt. Einmal mehr führte Rainer Maria Salzgeber durch die nicht einfache Diskussion über die LOA V und die Rolle von pharmaSuisse im sich schnell wandelnden Gesundheitsmarkt. pharmaSuisse Präsident Fabian Vaucher, FPH Offizinapothekerin und Präsidentin des Baselstädtischen – Apothekerverbands Lydia Isler-Christ, VGUA Präsident Stefan Wild und FPH Offizinapotheker Erwin Wendelspiess diskutierten angeregt über die zwei Themen, die den Apotheker aktuell beschäftigen.
Auch wenn die Ansichten zur LOA V unter den Podiumsteilnehmern sehr unterschiedlich waren und das Spannungsfeld gross, einig ist man sich, dass die Kommunikation der LOA V die grösste Herausforderung sein wird. Der fundamentale Wechsel des Geschäftsmodells der Apotheken weg vom Medikamentenverkäufer, hin zum Dienstleistungsanbieter, muss in der Bevölkerung richtig inszeniert werden. Wie und ob das gelingen kann und ob die LOA V das Leben der Branche einfacher macht, dem steht die Mehrheit der Anwesenden, laut der während der Diskussion durchgeführten Online Umfrage, eher skeptisch gegenüber.
Obwohl offensichtlich ist, dass die bestehende Struktur der LOA IV überholt und nicht am Betreuungsaufwand des Kunden angepasst ist, sehen nur gerade knapp 22 Prozent der Anwesenden die LOA V als Vereinfachung des Berufsalltags. Bleiben wir aber trotzdem zuversichtlich, dass mit guter Vorbereitung, dem Bewusstsein um die Problemfelder und der bald 20-jährigen LOA Erfahrung die Kommunikation in der Bevölkerung besser gelingen mag als bei der Einführung der LOA im Jahr 2001.
Nicht nur die LOA V, es gibt eine Vielzahl von weiteren komplexen Themen, die die Apothekerwelt beschäftigt. Wie das zweite Thema der Podiumsdiskussion zeigt, ist die Rolle von pharmaSuisse nicht immer ganz einfach und klar. Fabian Vaucher ist sich bewusst, man steht an einem Scheideweg. Die Zahlungsbereitschaft nimmt ab und es wird immer schwieriger, alle Mitglieder zufrieden zu stellen. pharmaSuisse muss sich die Frage stellen, ob er zukünftig ein Beruf- und/oder ein Branchenverband sein will. Es bestehe die Gefahr einer Verzettelung der Kompetenzen. Was auf nationaler Ebene beeinflusst werden kann, muss schlussendlich auf kantonaler Ebene umgesetzt werden. Kein Kanton hat heute aber die Grundversorgung auf dem Radar. Fazit der aktiven und spannenden Diskussion: es gibt in naher Zukunft viel zu tun. pharmaSuisse muss seine Rolle neu definieren, die Apotheken ebenfalls – und die Kommunikation der LOA V ist nur eine Aufgabe von Vielen. Eine grosse Herausforderung und gleichzeitig auch die Chance für die Apotheke von Morgen.
Das Organisationskomitee von pharmaDavos freut sich jetzt schon auf die siebte Austragung vom 14. bis 19. Februar 2021 und darauf, welche Standespolitische Diskussionen dann geführt werden dürfen.
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