Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /var/www/vhosts/3-min.info/httpdocs/index.php:1) in /var/www/vhosts/3-min.info/httpdocs/wp_201802/wp-includes/feed-rss2.php on line 8 Informiert im Gesundheitswesen https://3-min.info Aktuelle Themen im Gesundheitswesen auf kritische, aber akzentuiert kommentierte Art nähergebracht. Sat, 01 Jun 2024 16:35:14 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://www.3-min.info/wp_201802/wp-content/uploads/2018/03/icon.png Informiert im Gesundheitswesen https://3-min.info 32 32 Sparakrobatik von santésuisse zerstört das effektive Sparpotential https://3-min.info/2024/06/01/sparakrobatik-von-santesuisse-zerstoert-das-effektive-sparpotential/ https://3-min.info/2024/06/01/sparakrobatik-von-santesuisse-zerstoert-das-effektive-sparpotential/#respond Sat, 01 Jun 2024 08:12:08 +0000 https://www.3-min.info/?p=12701 In der Medienmitteilung von santésuisse vom 31. Mai 2024 zum Auslandpreisvergleich 2023 lässt einem die Schlussfolgerung von Frau Nold einmal mehr alle Haare zu Berge stehen:

«Zusätzliches Einsparpotenzial durch Anpassung der Vertriebsmargen: bis zu 300 Mio. Franken!»

(Link auf die Medienmitteilung)

 

Dass Frau Nold in ihren mantramässigen Sparpotential Übungen gerne mit Millionen herumschmeisst, sind wir ja gewohnt. Das ist auch viel einfacher, als nach wirklichen Lösungen zu suchen. Dass die santésuisse Direktorin ihre Aussagen nicht hinterfragt, haben wir im letzten offenen Brief an sie auch bereits ausgeführt. Trotzdem möchten wir heute noch einmal – diesmal mit ein paar wenigen, einfachen Dreisatzrechnungen – aufzeigen, dass man sich zu ihren Schlussfolgerungen und Sparpotential Übungen wirklich Gedanken über deren Redlichkeit machen muss.

 

Alle nachfolgend genannten Zahlen (die wir nicht verifiziert haben), nehmen wir aus der Präsentation von santésuisse zum Auslandpreisvergleich 2023: Medikamentenkosten von 9.3 Milliarden Franken, davon ein Vertriebsanteil (inklusive LOA) von 24.5%, ergibt 2.347 Milliarden Franken Vertriebsanteil. Bei einem Einsparpotential (gemäss Frau Nold) von 300 Millionen Franken, was 12.7% entspricht, bleibt für den Vertriebsanteil 22%.

 

Kurz zwei Randbemerkungen:

  • Migros und Coop – welche im Gegensatz zum Medikamentenmarkt weniger transparent sind – haben eine Marge zwischen 35% und 40%.
  • Die Schweizer Apotheken haben seit 2001 den gleichen Taxpunktwert von 1.08 Franken. Dieser wurde also seit 23 Jahren (!) nie angepasst. Wo gibt es das sonst?

 

Weiter mit den Berechnungen von Frau Nold: 1.6 Milliarden Franken Einsparungen entsprechen 4 Prämienprozenten, somit sind 300 Millionen Franken 0.72 Prämienprozente. Je nach monatlicher Prämie beträgt dies zwischen 3.20 Franken und 4.50 Franken, also weniger als eine Tasse Kaffee heute kostet. Pro Tag beträgt dies 0.15 Franken. Dafür ist dann aber der Markt für die Apotheken mit Sicherheit komplett zerstört.

 

 

Statt mit den Apotheken echten Mehrwert und Kosteneinsparungen zu generieren, will santésuisse diese zerstören. Liebe Frau Nold, merken sie sich: Nur eine wirtschaftlich rentable Apotheke kann Dienstleistungen erbringen. Ihre Sparakrobatik wird das gesamte Sparpotential zerstören.

 

 

 

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Offener Brief an Frau Nold, santésuisse Direktorin https://3-min.info/2024/05/24/offener-brief-an-frau-nold-santesuisse-praesidentin/ https://3-min.info/2024/05/24/offener-brief-an-frau-nold-santesuisse-praesidentin/#respond Fri, 24 May 2024 05:29:55 +0000 https://www.3-min.info/?p=12689 Sehr geehrte Frau Nold

 

Ich möchte mich bezüglich Ihres Artikels im Medinside vom 30.04.2024 äussern. Sie behaupten, dass die Schweiz doppelt so viel für Generika zahlt wie andere europäische Länder und argumentieren, dass dies nichts mit den Schweizer Löhnen zu tun habe. Sie führen an, dass die Medikamente aus derselben Fabrik stammen, unabhängig davon, ob sie in der Schweiz oder in Deutschland verkauft werden, und bezeichnen dies als reine Kaufkraftabschöpfung. (Link zum Artikel)

 

Mit einer solchen Aussage zeigen Sie deutlich, dass Sie mit unredlichen Argumenten entweder Ihre politischen Ziele erreichen wollen, oder, dass Sie schlichtweg keine Ahnung haben, wie die Preise im Pharma Markt zustande kommen. Egal, aus welchem Grund Ihre unqualifizierte Aussage erfolgte, Sie ist für einen Verband bedenklich.

 

Wir haben uns die Zahlen für das Medikamente Allopurinol® 100 mg organisiert. Im Jahr 2023 wurden davon rund 245’000 Packungen – verteilt auf vier Firmen – verkauft. (Übrigens, darin sind die Originale mit 10’000 Packungen enthalten, das heisst, es werden 96% Generika abgegeben). Glauben Sie wirklich, dass ein Lieferant aus Pakistan einer Firma in Deutschland, welche zehn Mal mehr bestellt, den gleichen Preis macht, wie einer Firma in der Schweiz? Das hat absolut nichts mit Kaufkraftabschöpfung zu tun. Bei einem durchschnittlichen Ex-factory Preis von CHF 2.52 für eine Packung mit 50 Tabletten, ist das sowieso nicht sehr viel herauszuholen. Und davon müssen die Unternehmen in der Schweiz Registrationsgebühren und vieles mehr mit Schweizer Löhnen finanzieren.

 

Vom staatlich festgelegten Verkaufspreis von CHF 7.00, werden sämtliche Dienstleistungen für Vertrieb (Grossist) und von Apotheken zu Schweizer Löhnen erbracht. Ihre Aussage, dass dies nichts mit Schweizer Löhnen zu tun habe, entbehrt somit jeglicher Grundlage. Wenn Sie das nicht sehen wollen oder können, kann man Sie wirklich nicht ernst nehmen.

 

Des Weiteren möchte ich auf den Preisvergleich zwischen Deutschland und der Schweiz hinweisen. In Deutschland kostet Allopurinol® 100 mg, 50 Tabletten, online ohne Portokosten, Euro 12.10. Das günstigste Generikum in der Schweiz kostet CHF 6,85 plus Medikamentencheck im Wert von CHF 4,30 CHF. Das teuerste Generikum kostet CHF 11.40. Das ist nach Ihrer Rechnung also doppelt so teuer wie in Deutschland!? Ist dies Ihrer Meinung nach auch Kaufkraftabschöpfung?

 

Übrigens, haben die Schweizer Apotheken seit 2001 den gleichen Taxpunkt von CHF 1.08. Haben Sie auch seit 2001 den gleichen Lohn? Die CEO’s Ihrer Versicherungen jedenfalls, haben in den letzten Jahren kräftig zugelegt. Es wäre an der Zeit, dass auch Sie ein wenig mehr Ehrlichkeit an den Tag legen, anstatt ständig dieselben Behauptungen aufzustellen. So werden wir sicher nie ans Ziel kommen.

 

Sie können mir jetzt vorwerfen, ich hätte für meine Argumentation und Herleitung ein ganz spezielles Produkt genommen, dem ist aber nicht so. Ich habe bewusst ein Produkt ausgewählt, das ich gerade selbst verwende.

 

Ich hoffe, dass meine Anmerkungen dazu beitragen, eine klarere Perspektive auf die Preissituation von Generika in der Schweiz zu bekommen.

 

 

Freundliche Grüsse

 

Dr. Claus Hysek

Präsident IFAK Verein

 

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Turnschuhe und Medikamente ist etwa wie Äpfel und Birnen – wir machen es trotzdem https://3-min.info/2024/01/22/turnschuhe-und-medikamente-ist-etwa-wie-aepfel-und-birnen-wir-machen-es-trotzdem/ https://3-min.info/2024/01/22/turnschuhe-und-medikamente-ist-etwa-wie-aepfel-und-birnen-wir-machen-es-trotzdem/#respond Mon, 22 Jan 2024 09:41:01 +0000 https://www.3-min.info/?p=12675 Liebe santéSuisse, lieber Preisüberwacher

 

Laut «K-Tipp» kauft die Schweizer Marke On ihre Schuhe ab Fabrik in Asien für CHF 17.86 ein und verkauft sie für CHF 190.00. Daraus resultiert eine Marge von CHF 155.13.

 

Wir wissen, dass ein Vergleich zwischen Turnschuhen und Medikamenten etwa so viel hergibt wie jener von Äpfeln und Birnen. Da dies bei santéSuisse ja aber üblich ist, sind wir nicht allein, wenn wir diesen hier nun trotzdem machen.

 

Wir stellen die Marge der On Laufschuhe jener des Arzneimittels Zofran® Inj Konz 8mg/ml mit 8 Ampullen zu 4ml gegenüber.

 

Der Fabrikabgabepreis von Zofran® beträgt CHF 151.78, der Apotheker kauft es beim Grossisten für CHF 166.82 ein und verkauft es für CHF 190.85. Für seine Arbeit verrechnet der Apotheker die immer wieder vom Preisüberwacher angeprangerte LOA-Taxe im Wert von CHF 7.55. Damit resultiert ihm summa summarum für den Verkauf von Zofran® eine Marge von CHF 29.69.

 

Der Vergleich auf einen Blick tabellarisch:

 

Die Marge auf den On Turnschuhen ist also Faktor 5.23 höher als jene des Arzneimittels Zofran®!

 

Wichtig: Die Preise der Arzneimittel aus der Spezialitätenliste, werden vom Staat festgelegt, das heisst, der Apotheker darf das Medikament nicht über diesem Preis verkaufen. Die Verkaufspreise von Turnschuhen hingegen, kann der Hersteller selbst festlegen. Und wir wissen, dass es den Leuten freisteht, On Schuhe zu kaufen oder jene einer anderen Marke.

 

Unser Fazit aus dem K-Tipp Beitrag: Vom Märchen «die Marge der Apotheker ist zu hoch», sollten santéSuisse und Preisüberwacher endlich wegkommen.

 

 

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Grosser Ärger wegen kleiner Gebühr https://3-min.info/2023/10/27/grosser-aerger-wegen-kleiner-gebuehr/ https://3-min.info/2023/10/27/grosser-aerger-wegen-kleiner-gebuehr/#respond Fri, 27 Oct 2023 13:55:48 +0000 https://www.3-min.info/?p=12660 Am 23.10.2023 erschien im Tages-Anzeiger wieder einmal, man wird’s nicht glauben…..

…. Immer noch, nach über 20 Jahren: Grosser Ärger wegen kleiner Gebühr (Zum Artikel)

 

Wir möchten dem Journalisten attestieren, dass er sich in seinem Text dieses Mal um Ausgewogenheit bemüht hat. Das schätzen wir, möchten aber dennoch einen Punkt gerne noch aufnehmen, welchen scheinbar noch nicht alle verstanden haben.

 

Eine «Gebühr» hat immer einen negativen Anstrich, die LOA-Gebühr ist aber nicht zusätzlich, sondern an Stelle der Marge. Jedes Unternehmen hat eine Marge auf seinen Produkten. Es käme niemandem in den Sinn, in ein Geschäft zu gehen und zu sagen: «Ich möchte Dieses oder Jenes, aber ihre Marge möchte ich nicht bezahlen.» Im Unterschied zum Apotheker, kann jeder andere Geschäftsinhaber seine Marge selbst bestimmen. Bei den Medikamenten wird die Marge vom BAG (Bundesamt für Gesundheit) vorgeschrieben. Weiter ist auch vorgegeben, dass sich die Apotheke die Marge mit dem Grossisten teilen muss. Auch wenn das Produkt zur Mangelware wird, darf es nicht teurer verkauft werden. Das Marktgleichgewicht, wo normalerweise der Preis über Angebot und Nachfrage bestimmt wird, kann hier nicht spielen, dieser Markt ist reguliert.

 

Ein bisschen Geschichtsschreibung ist immer gut:

 

Vor der LOA (Leistungsorientierte Abgeltung), also vor mehr als 20 Jahren…

Es war einmal ein Apotheker, der bekam für alle Produkte bis zum Preis von CHF 200 eine Fixmarge von 30%. Als Beispiel gab es da das Antirheumatikum Tanderil®, welches etwa CHF 10 kostete. Daran verdiente der Apotheker 3 CHF. Der Nachfolger von Tanderil® war Voltaren®, das kostete etwa CHF 20. Sie vermuten es bereits, der Apotheker verdiente daran CHF 6. Noch später kam das neue Antirheumatikum Celebrex® auf den Markt, welches CHF 50 kostete – man rechne – der Apotheker verdiente daran CHF 15.

Innovative Persönlichkeiten der Krankenkassen und der Schweizer Apothekerverein (so hiess dieser damals noch), sassen zusammen und vereinbarten, die Margen zu senken. Anstelle der 30% Marge sollte eine «Abgabegerechte» Gebühr vereinbart werden. Diese Vereinbarung traf man mit dem Segen des BAG’s. Heute beträgt die Marge auf den Medikamenten 12% + einen Fixbetrag + eben die Gebühr, über welche bis heute so viel geschrieben wird. Dank dieser Margensenkung und der Einführung der Gebühren, wurden in den letzten Jahren CHF mehrere 100 Millionen gespart.

 

In der guten «alten» Zeit kostete Sortis® etwa CHF 190, mit der Marge von 30% verdiente der Apotheker CHF 57. Heute kostet das gleiche Produkt noch CHF 92, daran verdient der Apotheker – inklusiv der verpönten Gebühr – CHF 25.00. Einen Teil dieser vom BAG vorgeschriebenen Marge, bekommt dann noch der Grossist.

 

Also noch einmal, die Gebühr ist NICHT ZUSÄTZLICH, sondern ANSTELLE der Marge, was dem Gesundheitswesen schlussendlich Geld spart. Warum nur, will das niemand verstehen? Warum wird es den kritischen Konsumenten nicht gesagt?

 

Erlauben Sie uns zum Schluss noch, die NZZ vom 30.06.2003 (also vor 20 Jahren) zu zitieren: «Unter der alten Margenordnung, welche die Entschädigung der Apotheker vor dem LOA-Vertrag regelte, wären die Medikamentenkosten allerdings noch stärker gestiegen, räumt der Verband ein. Die Krankenversicherer stehen deshalb nach wie vor zu einem Abgeltungssystem, das grundsätzlich unabhängig vom Medikamentenpreis funktioniert, möchten die LOA aber gemeinsam mit den Apothekern weiterentwickeln.»

 

 

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Medikamentenkosten Teil 2 – transparenter Lösungsansatz? https://3-min.info/2023/09/09/medikamentenkosten-teil-2-transparenter-loesungsansatz/ https://3-min.info/2023/09/09/medikamentenkosten-teil-2-transparenter-loesungsansatz/#respond Sat, 09 Sep 2023 11:11:04 +0000 https://www.3-min.info/?p=12651 Passend zu unserem gestrigen Artikel über die Medikamentenkosten und den Rückvergütungen der hochpreisigen Medikamente erschien jüngst, ebenfalls in medinside, ein Interview von Sonja Estevez (Link zum Artikel). Darin thematisiert Estevez unter anderem mögliche Lösungsansätze für die Kostenproblematik der Hochpreiser.

 

Wir erlauben uns, dem anzufügen, dass wenn Überlegungen dazu gemacht werden, man doch auch darüber nachdenken sollte, die hochpreisigen Medikamente konsequent aus den Statistiken rauszunehmen. Revolutionär vielleicht, aber ein Ansatz, dass man diese ganz aus der OKP rausnimmt. Zumindest über eine Rückversicherung nachdenken, wäre beim heutigen Dilemma angebracht.  Diese Kategorie innovativer Medikamente macht über alle Kanäle gesehen nur gerade 4% der Medikamente aus, die Kosten aber die Hälfte! Das würde die Prämienzahler mit Sicherheit entlasten.

 

Wie Estevez im Zusammenhang mit der Bestimmung des Werts eines Menschenlebens erwähnt, ist es in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens absolut üblich, andere Ansätze anzuwenden. Warum also sollte es nicht opportun sein, dass die Kosten dieser Therapien und Medikamente über andere Kanäle oder andere Modelle finanziert werden? Zum Beispiel werden andere soziale Aufgaben vom Staat übernommen. So zum Beispiel die Sicherstellung der Barrierefreiheit oder die Bereitstellung von Vollzugsanstalten. Diese Kosten belasten zwar auch die Steuerzahler, werden aber transparent gehalten. Tatsache ist, dass diese hochpreisigen Medikamente die Statistik der Medikamentenkosten verfälschen und damit auch zu vielen fehlgeleiteten Lösungsansätzen für die vermeintlichen Probleme im Gesundheitswesen führen. Um das abzufedern, werden beispielsweise die tiefpreisigen Produkte immer noch billiger. Lieferengpässe und die Gefährdung der Versorgungssicherheit in der Schweiz sind die Folge davon. Wir stecken bereits mittendrin.

 

 

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Medikamentenkosten Teil 1 – sind die Kassen transparent? https://3-min.info/2023/09/08/medikamentenkosten-teil-1-sind-die-kassen-transparent/ https://3-min.info/2023/09/08/medikamentenkosten-teil-1-sind-die-kassen-transparent/#respond Fri, 08 Sep 2023 11:06:26 +0000 https://www.3-min.info/?p=12644 Insbesondere bei hochpreisigen Medikamenten gibt es immer mehr „Preismodelle“, welche die Krankenkassen mit der Industrie verhandeln. Das heisst, die Kassen erhalten unter bestimmten Voraussetzungen von der Industrie Rückvergütungen. Nun will der Bundesrat, dass die Versicherungen zukünftig die Daten auf den einzelnen Patienten ausgewiesen liefern, für den genaueren Risikoausgleich. Dieser sei verzerrt, da die Rabatte nicht abgezogen seien. (Link zu Artikel in medinside). Die genaue Zuweisung dieser Rabatte auf den einzelnen Patienten gibt den Kassen aber einen enormen Aufwand. Wir fragen uns, ob das wirklich Sinn macht.

 

Der Selbstbehalt für Patienten ist bei CHF 700 Pro Jahr gedeckelt. Bei hochpreisigen Medikamenten also kein Kriterium. Eine genaue Zuweisung der Rabatte auf den einzelnen Patienten ist aus unserer Sicht deshalb nicht relevant. Der Abzug der Gesamtsumme, ohne aufwändige Zuweisung auf den einzelnen Versicherten, würde hier höchstwahrscheinlich mit vertretbarem Aufwand seitens Versicherer absolut genügen.

 

Ist das also wieder so eine Bestimmung des Bundesrates, welche nur Aufwand generiert und niemandem etwas bringt? Das kennen wir nämlich schon, es ist noch nicht lange her. Unter dem Deckmantel des Kostendämpfungspakets muss der Leistungserbringer seit dem 1. Januar 2022 auf seine Kosten dem Patienten eine Rechnungskopie zustellen. Welche Kosten damit genau eingespart werden und wo der Nutzen liegt, ist uns bis heute schleierhaft.

 

Zurück zu den Rückvergütungen und den Krankenkassen. Interessant scheint uns in diesem Zusammenhang die Frage, ob santéSuisse bei der Ausweisung der Medikamentenkosten jeweils daran denkt, die erhaltenen Rabatte abzuziehen. Oder gehört es zu ihrer Taktik, die Bruttokosten zu kommunizieren? Uns würde es jedenfalls nicht erstaunen, wenn Medikamentenkosten von santéSuisse jeweils vor Abzug der Rückvergütungen ausgewiesen werden, denn dieser Betrag ist mit Sicherheit viel besser für die polemischen Schlagezeilen geeignet…

 

 

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https://3-min.info/2023/09/08/medikamentenkosten-teil-1-sind-die-kassen-transparent/feed/ 0 12644
Wie krank ist die Schweiz? https://3-min.info/2023/09/05/wie-krank-ist-die-schweiz/ https://3-min.info/2023/09/05/wie-krank-ist-die-schweiz/#respond Tue, 05 Sep 2023 15:45:01 +0000 https://www.3-min.info/?p=12633 In der NZZ vom 29. August deckt Frau Gilli, Präsidentin der FMH Schweiz, die Mängel im Schweizer Gesundheitswesen auf. Wir fassen die prägnantesten Punkte kurz zusammen:

  • In den letzten 20 Jahren wurden 44 (!) Versionen des Gesundheitsgesetzes verabschiedet.
  • Das BAG hat in den letzten zehn Jahren 60 % Personal aufgestockt. (Dies wäre bei den Apotheken gar nicht möglich, sind doch die Tarife für die Apotheken seit über 20 Jahren die gleichen. Da fragen wir uns, ob die Mitarbeiter beim BAG auch immer noch die gleichen Löhne haben, wie vor 20 Jahren?)
  • Das Parlament und santéSuisse blockieren seit Jahren den TARDOC und eine notwendige Anpassung der LOA.
  • Alle politisch motivierten Personen, vom Gesundheitsminister bis zum Preisüberwacher, reden immer von Prämienexplosionen. Die Frage stellt sich, was genau eine Explosion ist?
    Frau Gilli und auch Fabian Schäfer (in der gleichen Ausgabe der NZZ) zeigen auf,
    dass die Prämien 1998 4.3 % des Bruttoeinkommens betrugen. Heute sind es 6.7 %. In Franken ausgedrückt, heisst das, dass die Prämien seit 1998 um 300 Franken gestiegen sind. Die Löhne im gleichen Zeitraum um 1’350 Franken. Explosionen sehen anders aus!
  • Prämien wirksame Änderungen, wie die einheitliche Finanzierung ambulanter und stationärer Leistungen (EFA), bleiben seit 14 Jahren blockiert.
  • Ärzte- und Personalmangel im Gesundheitswesen, Mangel an Medikamenten und Lieferengpässe sind keine Gespenster, sondern Tatsachen!

Statt solche Probleme anzupacken, stürzen sich santéSuisse, der Preisüberwacher und eine Vielzahl von Journalisten immer wieder auf die Vertriebsmarge der Medikamente und die tiefpreisigen Medikamente. Nur gerade 4 % der Medikamente verursachen mehr als 50 % der Kosten – dem ist nichts beizufügen. Medinside publiziert ebenfalls am 29. August, dass die Top 20 Verdiener aus Börsenkotierten HealthCare Firmen, jährlich zwischen 20 und 30 Millionen verdienen.

 

Aber solche Tatsachen interessieren santéSuisse und Preisüberwacher nicht, sie wiederholen in Endlosschlaufe, dass die Medikamente generell zu teuer sind. Ein kassenpflichtiges Schmerzmittel für 2.45 Franken, billiger als ein Ricola Täfeli, erfüllt dieses Kriterium nicht. Trotzdem wurde der Gleichklang erhört und der Preis von Dafalgan® von 3.00 Franken auf 2.45 Franken gesenkt.

 

Über sämtliche Abgabekanäle wurden im letzten Jahr ungefähr 2.8 Millionen Packungen Dafalgan® verkauft. Dies ergibt eine Ersparnis von Sage und Schreibe 1.5 Millionen Franken. Pro versicherte Person bringt dies eine Ersparnis von 17 Rappen.

 

Würde man Trikafta®, statt für 17‘516.15 Franken für 15‘000.00 Franken verkaufen, würde unter der (unrealistisch tiefen) Annahme eines Absatzes von 1‘000 Packungen, eine Ersparnis von 2.5 Millionen Franken resultieren. Dies würde keinem Apotheker und keinem anderen Leistungserbringer weh tun.

 

Beim Antibiotikum Bactrim® forte 10 mg, beträgt der Fabrikabgabepreis 2.23 Franken. Verkauft werden davon keine 100‘000 Packungen, aber kaum zu glauben, der Preis wurde gesenkt. Kein Wunder also, gibt es in der Schweiz davon mittlerweile kein Generikum und keinen Sirup für Kinder mehr. In Deutschland ist Bactrim® übrigens teurer.

 

Bei einem anderen Antibiotikum, Co Amoxicillin®, (zur Zeit nicht lieferbar!) werden jährlich 460‘000 Packungen (alle Hersteller) zum Fabrikabgabepreis von 15.29 Franken verkauft. Würde dieser Preis halbiert, betrüge die Ersparnis 3.5 Millionen Franken. Ob man es dann noch erhalten würde, ist fraglich.

 

Bei Trikafta® müsste, immer noch mit der Annahme eines Absatzes von 1‘000 Packungen, der Preis um 20% gesenkt werden, um die gleiche Ersparnis zu erzielen. Dann wäre die Packung mit 13‘348 Franken immer noch teuer!

 

 

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Chat GPT differenzierter als santésuisse https://3-min.info/2023/05/15/chat-gpt-differenzierter-als-santesuisse/ https://3-min.info/2023/05/15/chat-gpt-differenzierter-als-santesuisse/#respond Mon, 15 May 2023 07:21:32 +0000 https://www.3-min.info/?p=12616 Liebe Santésuisse und weitere sogenannte Fachexperten, welche regelmässig die Medikamentenpreise in der Schweiz anprangern: Sogar Chat GPT hat erkannt, dass das Thema Ländervergleich komplexer ist, als man denkt!

 

Chat GPT ist in aller Munde und natürlich konnten auch wir dem Reiz nicht erliegen, der künstlichen Intelligenz KI probeweise Artikel in Auftrag zu geben. Folgende Fragen haben wir gestellt:

 

  • Ist es richtig, dass die Medikamentenpreise in der Schweiz höher sind als in Europa?
  • Begründe, warum es falsch ist, dass die Medikamentenpreise in der Schweiz höher sind als in Europa

 

Chat GPT hat eine Reihe von Erklärungen aufgelistet und schliesst diese – man lese, staune und schmunzle – mit folgenden Fazits:

 

«Es ist wichtig zu wissen, dass die Arzneimittelpreise in der Schweiz zwar höher sind als in einigen anderen europäischen Ländern, die Schweiz aber auch einen hohen Standard im Gesundheitswesen und eine robuste Pharmaindustrie hat. Die Preisgestaltung spiegelt ein komplexes Zusammenspiel von Faktoren wie Forschungskosten, Marktdynamik, regulatorische Anforderungen und Überlegungen zum Gesundheitssystem wider.»

«Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Preisgestaltung von Arzneimitteln ein komplexes Thema ist und dass es unterschiedliche Meinungen zu den am besten geeigneten Lösungen gibt. Das Gleichgewicht zwischen Innovation, fairer Preisgestaltung und Zugang zu Arzneimitteln ist eine Herausforderung, der sich politische Entscheidungsträger, Gesundheitsdienstleister und Pharmaunternehmen weltweit stellen müssen.»

 

Dem haben wir nichts mehr hinzuzufügen…

 

 

 

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Die Rechenkünstler von Solothurn schlagen wieder zu https://3-min.info/2023/04/04/die-rechenkuenstler-von-solothurn-schlagen-wieder-zu/ https://3-min.info/2023/04/04/die-rechenkuenstler-von-solothurn-schlagen-wieder-zu/#respond Tue, 04 Apr 2023 15:24:33 +0000 https://www.3-min.info/?p=12604 Bei Blick dürfen die Solothurner Rechengenies wieder einmal zuschlagen. Im gestrigen Artikel (Link zum Artikel) rechnet santésuisse-Chefökonom Christoph Kilchenmann vor, dass die bösen Apotheker mit der Teilabgabe von Medikamenten 32 Millionen Zusatzeinnahmen verdienen. Wie er auf die Million Packungen kommt, darüber kein Wort. Dass heute lediglich 8 Wirkstoffe von der Umverpackung in kleinere Einheiten betroffen sind, wird verschwiegen.  Dass die Apotheken ein volles Herstellungsprotokoll auszufüllen haben, mit Dokumentation, Chargen-Nummer, Packungsbeilage und voller Haftung, wird nicht erklärt. Dass das Lagerrisiko ganz zu Lasten der Apotheke anfällt, wenn der Rest einer angebrochenen Packung nicht verschrieben wird, ist kein Thema.

 

Santésuisse sass mit am Tisch, als es darum ging, mit dem BWL und dem BAG eine rasche Lösung zu suchen, um kleinere Packungen aus grösseren herzustellen und um die Lieferengpässe zu vermindern und die Verschwendungen zu reduzieren. Sie wissen also genau, wie hoch die gesetzlichen Auflagen und Sicherheitsmassnahmen für die Herstellung einer Arzneimittelpackung in der Apotheke sind.  In der Tat haben die Apothekenteams viel mehr Aufwand bei der Abgabe von Teilpackungen, um schlussendlich weniger zu erhalten als bei der Abgabe einer gesamten Grosspackung. Und werden noch als Abzocker kritisiert? Genau so schafft man direkte Anreize zur Verschwendung, Herr Kilchenmann. Wir werden Ihrem Arbeitgeber vorschlagen, dass Sie neu auch am Samstag arbeiten müssen, aber dass Ihr Lohn gleichzeitig reduziert wird. Ganz sicher werden Sie das als absolut gerecht empfinden, vor allem weil Sie vollumfänglich von den Prämienzahlern subventioniert sind…

 

Wie kommt man auf einem Zuschlag von 32 CHF pro Teilabgabe, dazu gibt es auch keine Erklärung. In Apotheken soll laut Kilchenmann Mehraufwand einfach gratis sein. Das Ergebnis interessiert nicht, wichtig ist nur, möglichst stimmungsmachende Aussagen hinauszuposaunen. Spielt keine Rolle, ob sie Sinn machen oder nicht.

 

Vor eineinhalb Monaten hatte santésuisse auch schon so einen tendenziösen Rechenzauber veröffentlicht. Damals unter dem Titel «Gesundheitskosten 2022 steigen um vier Prozent, pro Kopf um 2,6 Prozent». Jeder Leser, der einen einfachen Dreisatz versteht, merkt schnell und ohne gross nachzurechnen, dass da eine Mengenausweitung stattgefunden hat. Dies bestätigen auch die IQVIA-Zahlen.

 

Aber santésuisse? Ihre Lösung ist ganz einfach: Die Marge der bösen Apotheker, die ist zu hoch und die muss runter. Dann ist das Problem gelöst. Dass das vom Staat festgelegte Vergütungssystem in der Schweiz hochkomplex ist, dass die Margen der tiefpreisigen Produkte die Kosten schon lange nicht mehr decken, und dass nur gerade 4% der Medikamente fast 60% der Kosten verursachen und diese teuren Präparate gar nicht über Apotheken abgegeben werden, das interessiert die Rechenkünstler von Solothurn nicht.

 

Der andere Versicherungsverband – curafutura – weiss schon lange, dass hier gemeinsame Lösungen gesucht werden müssten, nur santésuisse macht lieber weiter Rechnungen für Primarschüler und reinen Populismus.

 

Zum Schluss noch eine spannende Wikipedia Definition: «Rechenkünstler, auch Rechengenies, Schnell– oder Blitzrechner nennt man Menschen, welche auch schwierigere Rechnungen aussergewöhnlich schnell im Kopf rechnen können. Die Fähigkeit des schnellen Kopfrechnens hat keine Beziehung zu mathematischer Intelligenz oder Kreativität. So waren die wenigsten grossen Mathematiker auch gute Schnellrechner – eine Ausnahme war beispielsweise der Neuseeländer Alexander Aitken».

 

Wir erlauben uns die Behauptung, dass Herr Kilchenmann hier keine Ausnahme ist…

 

 

 

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Impfchecks und Impfberatungen – mit Unterstützung von leistungsstarker Software https://3-min.info/2023/02/14/impfchecks-und-impfberatungen-mit-unterstuetzung-von-leistungsstarker-software/ https://3-min.info/2023/02/14/impfchecks-und-impfberatungen-mit-unterstuetzung-von-leistungsstarker-software/#respond Tue, 14 Feb 2023 13:00:20 +0000 https://www.3-min.info/?p=12593 Während viele andere Bereiche längst automatisch ablaufen, ist das Impfen vielerorts noch Kopfarbeit. Gesundheitsfachpersonen vergleichen den aktuellen Schutz gemäss Impfbüchlein mit dem Schweizerischen Impfplan und rechnen aus, wann welche Impfungen anstehen. Je nach Situation ziehen sie unterschiedliche Schemas bei und überprüfen die individuelle Patientensituation. Digitalisierte Lösungen gab es bereits, wurden aber wieder eingestellt. HCI Solutions will mit einer neuen Produktpalette für Impfberatungen und Impfdokumentationen Abhilfe schaffen.

 

Seit wenigen Tagen bietet HCI Solutions eine Produktpalette für umfassende Impfberatungen und -dokumentationen auf pharmaVISTA an – Documedis® Vaccination. Die bisherige Anwendung für Impfdokumentationen wurde mit einer weiteren Anwendung für Impfchecks ergänzt – dem Documedis CDS.CE Vac Check. Dieser soll im dichtgedrängten Alltag unterstützen: bei der Analyse des Impfstatus, beim Erkennen von Risiken und mit einem Plan, der die zukünftigen Impftermine übersichtlich anzeigt. Der Documedis CDS.CE Vac Check ist ein Medizinprodukt der Klasse I.

 

Unterstützung auch bei komplexeren Impfberatungen

Auch bei komplexeren Fällen ist der Documedis CDS.CE Vac Check eine praktische Unterstützung. Wie im Fall von Anita Kern, die sich mit 35 Jahren bald eigene Kinder wünscht. In ihrer Stammapotheke will sie deshalb ihren Impfstatus überprüfen lassen. Der Impfcheck ergibt, dass ein Schutz vor Masern, Mumps und Röteln fehlt. Diese Krankheiten können während einer Schwangerschaft zu grossen Komplikationen führen. Die Apothekerin erklärt Anita Kern, dass ihr Kind bei einer Rötelninfektion unter anderem an Herz, Augen und Gehirn Schäden davontragen könnte. Hätte sie während der Schwangerschaft Masern, käme zum Risiko des Ungeborenen eine mögliche Hirnentzündung der Mutter hinzu. Die 35-Jährige entscheidet sich, die fehlenden Impfungen nachzuholen und blickt einer baldigen Schwangerschaft von da an gelassen entgegen.

Die Impfanwendungen von Documedis Vaccination sind für Lizenznehmer von pharmaVISTA ab sofort unter dem Menüpunkt «Vaccination» verfügbar. Sie können bis Ende Juni 2023 kostenlos getestet werden.

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https://3-min.info/2023/02/14/impfchecks-und-impfberatungen-mit-unterstuetzung-von-leistungsstarker-software/feed/ 0 12593
santésuisse – scheinheilig und destruktiv https://3-min.info/2023/01/18/santesuisse-scheinheilig-und-destruktiv/ https://3-min.info/2023/01/18/santesuisse-scheinheilig-und-destruktiv/#respond Wed, 18 Jan 2023 14:45:55 +0000 https://www.3-min.info/?p=12585 Es ist einfach unglaublich. Christoph Kilchenmann, stellvertretender Direktor von santésuisse gibt im gestrigen Artikel von Fabian Renz (erschienen in diversen Nachrichtenblättern; Link auf Tagesanzeiger) in den Disziplinen «Destruktion» und «Scheinheiligkeit» wieder einmal alles. Dafür hätte santésuisse in der Tat einen Oskar verdient. Nur dient es niemandem – am allerwenigsten einer Lösung, um die steigenden Arzneimittelkosten in den Griff zu bekommen. Bleibt die Frage, weshalb gerade santésuisse, seit Jahren, immer mit der gleichen Leier der Einsparung von 400 Millionen, bei den Medien durchkommen? Auch die Beispiele und Fakten sind im erwähnten Artikel für unseren Geschmack zu populistisch und wenig differenziert.

 

Scheinheilig: Kilchenmann verkauft sich und santésuisse als die grossen Sparhelden. Mit keinem Wort aber wird erwähnt, dass er es war, der am runden Tisch bei der Lösungssuche gegen die Fehlanreize eine absolute Marge einführen wollte, welche die tiefpreisigen Medikamente noch mehr verteuert hätte als die aktuelle Kompromiss-Lösung. Und ebenfalls unterschlagen wird, dass er die %-Marge weniger senken wollte, als die anderen Vertreter bereit waren.

Mit der Kompromiss-Lösung steigen wenige Arzneimittel um sechs Franken, 20% Prozent um weniger als fünf Franken, weitere 20% um gerade mal einen Franken, alle anderen (mehr als die Hälfte!) werden günstiger, zum Teil massiv. Dies ergibt sofortige Einsparungen von rund 60 Millionen Franken und ein Potential von weiteren 100 Millionen Franken durch vermehrte Generika Substitution. Das ist doch immerhin ein Anfang. santésuisse scheint sich einfach nicht bewegen zu wollen und blockiert überall, nicht nur bei den Apotheken. Haben sie nicht mitbekommen, dass sich die Welt verändert hat?

 

Destruktiv: santésuisse verhält sich seit Jahren so. Egal ob sie bei der Lösungssuche mit am Tisch sitzen oder nicht, sie sind immer dagegen. Eigentlich ist es ein gesetzlicher und gesellschaftlicher Auftrag von santésuisse, zusammen mit den anderen Parteien nachhaltige, betriebswirtschaftliche Preise zu verhandeln. Stattdessen lehnen sie alles ab und machen unrealistische, nicht brauchbare Forderungen. Bei einer Halbierung des Bruttoertrags – wie von Kilchenmann gefordert – ist die gesetzlich verankerte, kostendeckende Preisfestlegung nicht mehr gegeben. Schon heute deckt die Fixmarge bei den Arzneimitteln mit einem Fabrikabgabepreis unter 15 Franken die Kosten nicht. Diese sind nämlich für Transport, Personal und Infrastruktur gleich hoch, egal ob das Medikament 1 Franken oder 10’000 Franken kostet. Wenn heute ein Schmerzmittel weniger kostet als ein Ricola-Täfeli, ist die gesetzlich geforderte und bei Arzneimitteln notwendige Abgabekontrolle und die damit verbundenen Prozesse nicht mehr kostendeckend. Ist sich santésuisse bewusst, was das für die Versorgungssicherheit der Schweiz bedeuten würde? Und diese ist nun mal einfach nicht gratis. Wir würden gerne wissen, was Herr Kilchenmann dazu sagen würde, wenn die Forderung zu Halbierung seines Gehalts im Raum stehen würde.

 

 

 

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Zuschläge in Apotheken – nach 21 Jahren so interessant wie zu Beginn https://3-min.info/2022/12/20/zuschlaege-in-apotheken-nach-21-jahren-so-interessant-wie-zu-beginn/ https://3-min.info/2022/12/20/zuschlaege-in-apotheken-nach-21-jahren-so-interessant-wie-zu-beginn/#respond Tue, 20 Dec 2022 10:11:42 +0000 https://www.3-min.info/?p=12566 Im «Der Bund» vom 12. Dezember erschien ein Artikel unter dem Titel «Sind die Zuschläge der Apotheken gerechtfertigt?»

(Link zum Artikel).

 

Unglaublich aber wahr – auch 21 Jahre! nach der Einführung der LOA schafft es die Diskussion um die Abgeltung der Apotheken immer wieder in die Schlagzeilen. Schade, dass es auch renommierte Zeitungen und Journalisten in der Regel nicht schaffen, über dieses Thema differenziert zu berichten. Der Präsident des IFAK Verein, Dr. Claus Hysek, hat sich die Mühe genommen, einen Brief an die Redaktion des Bund zu schreiben. Gerne lassen wir auch unsere 3-min Leser an seinen Gedanken teilhaben und wie immer sind wir gespannt, ob es eine Reaktion auf das Schreiben geben wird.

 

 

 

Brief von Dr. Claus Hysek, Präsident IFAK Verein, Biel Zum Artikel von Bernhard Kislig «Sind die Zuschläge der Apotheken gerechtfertigt?» vom 12.12.2022

 

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Kislig

In Ihrem Artikel vom 12.12.2022 unter dem Titel «Sind die Zuschläge der Apotheken gerechtfertigt?» schreiben Sie über die Leistungsorientierte Abgeltung der Apotheken (LOA). Aus meiner Sicht sehr undifferenziert und schlecht recherchiert. Ich erlaube mir, Ihnen ein paar meiner Gedanken dazu, adaptiert auf die Medienbranche, zukommen zu lassen:

 

Frage: Warum soll ich für den Bund 579 CHF bezahlen? Schliesslich bekomme ich die «20 Minuten» gratis….

Fiktive Antwort der Redaktion des Bundes:  «Weil wir unter anderem Wirtschaftsredaktoren wie Herrn Bernhard Kislig haben, den müssen wir bezahlen der lebt in der Schweiz, da sind die Löhne halt hoch».

Frage: Warum braucht es denn einen Wirtschaftsredaktor?

Fiktive Antwort der Redaktion des Bundes:  «Unsere Wirtschaftsredaktoren machen Recherchen und versuchen den Lesern komplexe Wirtschaftszusammenhänge näher zu bringen. Das unterscheidet uns von den Gratiszeitungen, deshalb bezahlen Sie 579 CHF pro Jahr».

 

Aha! Dann ist der genannte Artikel genauso ein Artikel eines Wirtschaftsredaktors? Da zitieren Sie einen entrüsteten Leser, der sich über die Apothekenpauschalen erzürnt. Danach zitieren Sie den Verband pharmaSuisse, der sowieso Partei ist und die Abzocker Apotheker vertritt. Und schliesslich werden noch 71 Kommentare veröffentlicht, wo der Grundtenor ist: ich lebe in der Schweiz mit meinem Schweizer Lohn, habe mindestens ein Auto und ich kaufe meine Medikamente im Ausland, weil die mich nicht abzocken.

 

Wie wäre es, wenn ein bezahlter Wirtschaftsredaktor die Hintergründe und Entstehungsgeschichte der Pauschalen und der komplexen Preisfindung erläutern würde? Die Preise der Medikamente werden vom Staat festgelegt und die Pauschalen, welche seit 20 Jahren gleich sind, vom Bundesrat bewilligt. Warum steht das nicht drin in Ihrem Artikel? Im «Der Bund» für 579 CHF jährlich? Recherchiert und redigiert von einem bezahlten Wirtschaftsredaktor? Dann lese ich doch lieber die Gratiszeitung 20 Minuten.

 

Ich frage mich auch manchmal, warum ich auf der Gemeinde 20 CHF für eine Unterschriftenbeglaubigung bezahle, auf der Post sogar 30 CHF – die sind ja sowieso schon da. Oder warum ich bei einer Grundstücküberschreibung so viel Geld für Notar und Grundbuchamt bezahlen muss, die verkaufen mir ja auch nur Papier, welches sie abschreiben. Ich könnte mir noch viele Fragen stellen, aber wozu? Schliesslich bin ich nicht bezahlter Wirtschaftsredaktor.

 

 

Freundliche Grüsse

 

Dr. Claus Hysek, Präsident IFAK Verein

 

 

 

 

 

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