Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /var/www/vhosts/3-min.info/httpdocs/index.php:1) in /var/www/vhosts/3-min.info/httpdocs/wp_201802/wp-includes/feed-rss2.php on line 8 Ärzte – Informiert im Gesundheitswesen https://3-min.info Aktuelle Themen im Gesundheitswesen auf kritische, aber akzentuiert kommentierte Art nähergebracht. Thu, 10 Jan 2019 12:36:07 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://www.3-min.info/wp_201802/wp-content/uploads/2018/03/icon.png Ärzte – Informiert im Gesundheitswesen https://3-min.info 32 32 Wer darf stechen? https://3-min.info/2018/12/20/wer-darf-stechen/ https://3-min.info/2018/12/20/wer-darf-stechen/#respond Thu, 20 Dec 2018 15:36:21 +0000 https://www.3-min.info/?p=11498 Bereits in 19 Kantonen der Schweiz dürfen Apothekerinnen und Apotheker gegen Grippe impfen. Und dies mit Erfolg, die Nachfrage ist riesig. Mit wenig stichhaltigen Argumenten opponieren einige – wahrscheinlich ewig gestrige – Ärzte aber leider immer noch dagegen. Trotz dem unbestrittenen Hausärztemangel in der Schweiz, behaupten deren Vertreter im Bericht von 10vor10 (Link zu Sendung), dass ihnen «etwas weggenommen wird». Da spricht der reine Futterneid, wenn sie sagen: «Apotheker fressen über den Haag».

Wer sich als Arzt oder Apotheker als Konkurrent des anderen sieht, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Damit das Gesundheitssystem hierzulande gesunden kann und die Kosten nicht weiter explodieren, braucht es die interaktive Zusammenarbeit aller Leistungserbringer. Auch die politische Stossrichtung ist klar: Die Rolle des Apothekers als niederschwelliger, kostengünstiger Grundversorger soll gestärkt werden. Das stösst bei der Bevölkerung und den Politikern auf breite Zustimmung, wie die grosse Nachfrage nach Grippe-Impfungen in der Apotheke aktuell beweist. Der Wandel von der Apotheke als reine Medikamenten-Verkaufsstelle hin zum Gesundheitsdienstleister ist nicht mehr wegzudenken und zwingend nötig. Übrigens genauso, wie die Digitalisierung nicht zu bremsen ist und die Apotheken auch hier eine Vorreiterrolle übernehmen.

Ein gesunder Kunde braucht für eine einfache Grippe- oder Zeckenimpfung wirklich nicht auf einen Arzttermin zu warten. Und der Arzt hat so (mehr) Zeit, sich um die Patienten zu kümmern, die zwingend in die Hände eines Arztes gehören. Wenn jeder seine Arbeit macht und die Leistungserbringer ihre Zusammenarbeit partnerschaftlich und effizient gestalten, ist dies zum Wohle aller Beteiligten.

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santésuisse – Wasser predigen und Wein trinken https://3-min.info/2018/11/04/santesuisse-wasser-predigen-und-wein-trinken/ https://3-min.info/2018/11/04/santesuisse-wasser-predigen-und-wein-trinken/#respond Sun, 04 Nov 2018 09:32:36 +0000 https://www.3-min.info/?p=11348 Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) publizierte in einer neuen Studie, was Mediziner hierzulande im Schnitt verdienen.

Die Krankenkassenverbände nahmen das Thema sofort auf, prangerten die Ärzteeinkommen in den sozialen Medien an und machten sie zu einem der Gründe für die stetig steigenden Kosten im Gesundheitswesen.

Wenn man im Glashaus sitzt, sollte man nicht mit Steinen werfen. Wer aber in der heutigen Zeit einen Tweet wie diesen absetzt, der begibt sich auf hauchdünnes Eis.

Man könnte ja auch sagen:
„Die Bevölkerung in Spanien und Italien geniesst den gleichen Versicherungsschutz zu halb so hohen Kosten. Unsere teils extrem hohen Cheflöhne (das doppelte eines Bundesrates) der Krankenversicherungen lassen grüssen.“

Liebe santésuisse, wann hört ihr endlich mit den leidigen Auslandpreisvergleichen auf? Ihr kassiert eure Gehälter auch auf Schweizer Niveau.

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Qualitätsmanagement statt Rabattklaubereien https://3-min.info/2018/04/24/qualitaetsmanagement-statt-rabattklaubereien/ https://3-min.info/2018/04/24/qualitaetsmanagement-statt-rabattklaubereien/#respond Tue, 24 Apr 2018 10:31:13 +0000 https://www.3-min.info/3min/?p=10042 «Weniger Spitäler! Weniger Kassen! Mehr Kontrolle!» Diese Schlagzeile steht in fetten Lettern im Blick vom 18. April über einem Interview mit Gesundheitsökonom Heinz Locher. Das Volk müsse das Kartell aus Bund, Kantonen und Krankenkassen entmachten, fordert er und bemängelt, dass es den Krankenkassen an gesundheitsokonömischem Wissen fehle. Dieser Mangel sowie Bequemlichkeit führe dazu, dass die Kassen keine Gesundheitspolitik machten, sondern sich als reine Zahlstelle aufführten. Das sei blamabel. Vom Bund fordert Locher mehr Qualitätskontrolle.

Bemerkenswert an diesem Zeitungsartikel ist, dass für einmal nicht nur auf den Medikamentenpreisen herumgehackt wird.

Blamabel ist der Auftritt der Krankenkassen tatsächlich. Deren Bosse kassieren zwar Saläre wie Manager von grösseren Unternehmen, legen aber einen ausgesprochen mageren Leistungsausweis vor. Allen voran die Chefin von Santésuisse, die bei öffentlichen Auftritten dem Publikum zu verstehen gibt, dass sie nicht interessiert zu sein scheint an einer ernsthaften Bemühung um Verbesserungen. Ihr Repertoire beschränkt sich auf die Präsentation von zweifelhaften Studien mit hanebüchenen Auslandpreisvergleichen und aus der Luft gegriffenen dreistelligen Millionenbeträgen als angebliche Sparmöglichkeiten.

Dabei wäre ein griffiges Qualitätsmanagement wichtig für das gesamte Gesundheitswesen, aber dazu braucht es Kompetenz. Diese könnte man sich gemeinsam mit den Partnern holen. Stattdessen wird immer noch wenig von Qualitätsmanagement geredet, sondern nur von Rabatten.

Noch mehr gefördert werden sollten zum Beispiel die bereits an etlichen Orten existieren Qualitätszirkel zwischen Ärzten und Apothekern. Und es braucht Pilotprojekte zur weiteren Qualitätsverbesserung und zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Leistungserbringern. Doch ausgerechnet da sind die Krankenkassen ausgesprochen geizig, obwohl für solche Projekte ein Fonds besteht. Es wird immer noch blockiert und die vorhandenen Gelder werden nicht gesprochen. Auch Studien zu innovativen Projekten zum Gesundheitsmanagement und zur Verbesserung der Betreuung der Patienten werden immer wieder torpediert. Diese Haltung ist unverständlich und zeugt vom mangelnden Willen und wohl von auch mangelnder Sachkenntnis bei den Kassenwarten. Sie machen lieber Werbung für den unsäglichen Postversand von Medikamenten und fördern damit den unkontrollierten (keinerlei Beratung durch eine Fachperson) und übermässigen Konsum (Kickbacks der Versandhändler an die verschreibenden Ärzte) von Arzneimitteln.

Verantwortung gegenüber den Versicherten sieht anders aus. Wenn sie von den Kassenwarten nicht wahrgenommen wird, können wir uns deren Saläre sparen. Rechnungen kontrollieren kann man auch in Kalkutta. Dort ist es billiger.

https://www.blick.ch/news/wirtschaft/heinz-locher-praemienzahler-sind-opfer-einer-falschen-gesundheitspolitik-id8266716.html

24. April 2018

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pharmaDavos weiterhin auf Erfolgskurs https://3-min.info/2018/02/21/pharmadavos-weiterhin-auf-erfolgskurs-2/ https://3-min.info/2018/02/21/pharmadavos-weiterhin-auf-erfolgskurs-2/#respond Wed, 21 Feb 2018 10:29:48 +0000 https://www.3-min.info/3min/?p=9999 Am 16. Februar endete die vierte Ausgabe von pharmaDavos. Mehr als 400 angehende oder praktizierende Apotheker hatten am breiten Weiterbildungsangebot dieses Pharmaziekongresses teilgenommen. Die Woche war geprägt von aktuellen Vortragsthemen und Workshops, gesellschaftlichen Anlässen und ungezwungenem Zusammensein.

Beim Welcome Apéro im Kongresszentrum Davos hielt Heinz Brand, Präsident des Krankenkassenverbandes Santésuisse eine Gastrede. Er freue sich, dass die Schweizer Apothekerschaft Davos treu geblieben sei, sagte er. Davos habe in den letzten Jahren viel in den Kongresstourismus investiert. Zur Rolle der Apotheker sagte er: «Das gesamte Gesundheitswesen wird sich neu erfinden müssen, da die Kosten nicht mehr tragbar sind. In Ambulatorien und Notfallstationen laufen die Kosten aus dem Ruder. Apothekerinnen und Apotheker werden hier in Zukunft eine wichtige Rolle übernehmen, um Hausärzte und Notfallstationen zu entlasten und sich selber als kostengünstige Grundversorger zu etablieren.»

Die Apotheker werden ihn beim Wort nehmen. Heinz Brands Santésuisse operiert nämlich nach wie vor mit völlig unrealistischen Zahlen bezüglich angeblichem Sparpotential bei den Medikamenten aus der Apotheke und schreckt nicht davor zurück, mit willkürlich zurechtgezimmerten «Studien» den Medien und der Bevölkerung zweifelhafte Informationen betreffend Medikamentenpreise und Vergleich mit dem Ausland vorzulegen.

In Davos zeigten die Apotheker eindrücklich, dass sie der Rolle, die sie zur Entlastung von Hausärzten und Notfallstellen übernehmen können (und hoffentlich für ihre Leistungen auch eine faire Abgeltung erhalten!), gerecht werden. Das Kongressprogramm enthielt auch dieses Jahr Weiterbildung auf höchstem Niveau. Themen wie «Kind von Kopf bis Fuss», «Da kriegen Ihre Augen etwas auf die Ohren» oder «HIV und Hepatitis C» wurden geboten. Neu wurden diese Themen in zusätzlichen Referaten auch aus Sicht der Komplementärmedizin betrachtet. «Dass die Apotheke die erste Anlaufstelle für jegliche Gesundheitsbeschwerden sein kann, ist vielen nicht bewusst», erklärt Dominique Bätscher, Verantwortliche für das wissenschaftliche Programm. «Wir Apotheker werden oft nur auf die Abgabe von Medikamenten auf Rezept reduziert, wir haben aber ein 5 Jahre dauerndes Universitätsstudium absolviert und sind deshalb Gesundheitsexperten für viele Themen. In Zukunft werden auch immer mehr Apotheken Impfungen anbieten. Einen Teil der umfangreichen Aus- und Weiterbildung dafür bieten wir an unserem Kongress an», führte sie gegenüber der Davoser Zeitung aus.

Hans Ruppanner, welcher das siebenköpfige Organisationskomitee seit der ersten Stunde präsidiert, hob die Bedeutung der Netzwerkpflege hervor: «Netzwerkplattformen wie pharmaDavos scheinen in unserer Branche nach wie vor ein grosses Bedürfnis zu sein. Es geht hier nicht nur um die Weiterbildung. In Zeiten des Umbruchs, wie sie die Pharmaindustrie seit mehreren Jahren erlebt, ist es wichtig, sich auszutauschen, um gemeinsam die Zukunft mitzugestalten.» Besonders stolz ist Hans Ruppanner, dass dieses Jahr auch rund 40 Jungapotheker, die ihr Studium in den letzten drei Jahren abgeschlossen haben, und 80 Studenten der Uni Basel begrüssen konnte: «Wir wollen unseren Nachwuchs früh integrieren und den Austausch zwischen allen Generationen fördern.»

Der nächste pharmaDavos Weiterbildungskongress findet vom 10. bis 15. Februar 2019 statt. Dann kann bereits das 5-Jahre-Jubiläum gefeiert werden. Super Sache!

www.pharmadavos.ch

21. Februar 2018

 

 

 

 

 

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SD generiert rund 300 Millionen Franken Mehrkosten   https://3-min.info/2017/10/25/sd-generiert-rund-300-millionen-franken-mehrkosten/ https://3-min.info/2017/10/25/sd-generiert-rund-300-millionen-franken-mehrkosten/#respond Wed, 25 Oct 2017 13:05:43 +0000 http://www.3-min.info/3min/?p=9964 Wie viele Beweise braucht es wohl noch, bis endlich allen klar ist, dass die SD ein Fehlanreiz ist, der endlich eliminiert werden muss? Der BLICK zitiert eine neue, noch unveröffentlichte Studie der Universität Bern. Die Autoren, drei Ökonomen, lassen keinen Zweifel offen: Ärzte mit eigener Apotheke verursachen besonders viele Kosten. Selbstdispensierende Haus- und Spezialärzte zusammen verursachen rund 300 Millionen Franken Mehrkosten. Der Grund ist offensichtlich. SD-Ärzte können den Umsatz der in ihrer Praxis verkauften Medikamente selbst steuern. Sie haben also ein Interesse an einem hohen Arzneimittelkonsum ihrer Patienten.

Die Studie untermauert, was jedem objektiven Beobachter auch so ins Auge sticht (oder auffallen müsste, falls man es denn wahrhaben will): Kaum ein Patient, der nicht mit einem gut gefüllten Sack voll Medikamente aus der Sprechstunde eines SD-Arztes entlassen wird.

Die Reaktion der FMH kommt prompt und in alter Manier. Die Studie sei fragwürdig und unvollständig, heisst es da. «Ärzte haben eine bessere Kontrolle darüber, wie viele Medikamente sie verschreiben, ob die Patienten die Medikamente richtig einnehmen und wie sie wirken», wird Urs Stoffel, Vorstandsmitglied der FMH im Blick zitiert. Damit bestätigt er, was Kritiker schon lange sagen: Die Ärzte haben die Kontrolle darüber, wie viele Medikamente sie verschreiben – und steigern damit kräftig ihren Umsatz.

Dass die Ärzte auch die richtige Einnahme unter Kontrolle haben, darf mit Fug bezweifelt werden. In der Schweiz werden jährlich Medikamente im Wert von 500 Millionen Franken weggeworfen. Die Verhinderung der Medikamentenüberversorgung ist eine der Massnahmen, die dieser Verschwendung entgegenwirken würde. Darum: Schafft endlich die SD ab! Sie ist teuer, schadet den Patienten und verhindert das Vieraugenprinzip, das für die Medikamentensicherheit zwingend ist.

https://www.blick.ch/news/politik/mehrkosten-von-rund-300-millionen-franken-aerzte-mit-eigener-apotheke-verschreiben-mehr-medikamente-id7488152.html          

25. Oktober 2017

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Allmähliches Umdenken bei Santésuisse https://3-min.info/2017/09/27/allmaehliches-umdenken-bei-santesuisse/ https://3-min.info/2017/09/27/allmaehliches-umdenken-bei-santesuisse/#respond Wed, 27 Sep 2017 15:15:39 +0000 http://www.3-min.info/3min/?p=9955 Am 24. September hielt Santésuisse ihre alljährliche Medienkonferenz zum Thema Kosten der OKP ab. Die Zahlen sind besorgniserregend. Die Kostensteigerungen und kostentreibenden Faktoren von 2012 bis 2016 sind:

·         Anzahl Spezialärzte: +19,5%

·         Anzahl Arztkonsultationen: + 14% (indexiert)

·         Kosten pro Arztkonsultation: + 13 % (indexiert)

·         Spital ambulant: + 23,5 %

·         Spital stationär: + 11,7 %

·         Physiotherapeuten: + 53 %

·         Medikamente: + 9%

Die Medikamente kamen an der Medienkonferenz von Santésuisse zwar vor, wurden aber nicht massgeblich für die Kostensteigerung verantwortlich gemacht wie in den vergangenen Jahren. Das ist erfreulich. In den Medien ist die Botschaft allerdings noch nicht angekommen. Dort standen nach altem Muster trotzdem wieder die Medikamente im Vordergrund, was einiges über die einseitige Wahrnehmung der Medienschaffenden aussagt.

Wer sich die Mühe nehmen möchte, erhält vom IFAK Verein eine differenzierte Analyse zu den Medikamentenpreisen. Unter dem Titel «Darum laufen Preissenkungen in die Sackgasse» liefert IFAK anhand von aktuellen Marktdaten Fakten. In der Analyse werden die in der SL aufgelisteten Medikamente nach Fabrikabgabepreis (FAP) in sechs Preisklassen aufgeteilt. Diese Auflistung zeigt, dass 63,4% der Medikamente sich in den drei untersten Preisklassen befinden und weniger als CHF 14.99 kosten. Ihr Anteil an den gesamten von den Krankenkassen vergüteten Medikamenten liegt bei 15,9%. Fast zwei Drittel aller von der Krankenkasse bezahlten Medikamente kosten also weniger als 15 Franken!

Da stellt sich die Frage, wohin der Rest des Geldes fliesst. Die Antwort ist so einfach wie schockierend. Die zwei höchsten Preisklassen, d.h. Medikamente ab einem FAP von CHF 880.00 bzw. 2570.00 haben zwar einen mengenbezogenen Anteil an den gesamten Medikamentenkosten von lediglich 0,6%, verschlingen aber 23,1% des Budgets. Tendenz steigend. Man denke nur an das neueste Medikament von Novartis, ein Produkt gegen Leukämie, das unverschämte 475’000 US-Dollar pro Behandlung kosten soll.

Diese höchst bedenkliche Entwicklung bei neuen Medikamenten ist ganz sicher nicht mit weiteren Preissenkungen im Niedrigpreissegment zu stoppen, und auch Billigstfixpreise bei den Generika sind mit Sicherheit keine Lösung. Es braucht Korrekturen dort, wo die Kosten durch Mengenausweitung, Übertherapie und ungebremsten Angebotsausbau hochgetrieben werden.

Es ist erfreulich, dass bei Santésuisse ein Umdenken stattzufinden scheint. Im Interview in der Sendung 10 vor 10 wies Santésuisse-Direktorin Verena Nold explizit auf die Problematik der hochpreisigen Medikamente hin, was sich mit der Analyse des IFAK Vereins deckt. Hoffentlich öffnen allmählich auch BAG, Preisüberwacher und Medien die Augen. Es wäre wirklich an der Zeit, die wahren Probleme anzupacken statt mit fragwürdigen Attacken Medikamente mit einem FAP von weniger als 15 Franken mit weiterem Preis- und Margendruck vom Markt zu drängen.

Link zur Analyse «Darum laufen Preissenkungen in die Sackgasse» des IFAK Vereins:

PK2017_Analyse_IFAK_V2.2

http://www.santesuisse.ch/de/details/content/kosten_steigen_weiter_fragliche_wirkung_des_bundesraetlichen_tarifeingriffs_1280/ 

27. September 2017

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Apotheker machen vorwärts, Ärzte blocken ab https://3-min.info/2017/09/19/apotheker-machen-vorwaerts-aerzte-blocken-ab/ https://3-min.info/2017/09/19/apotheker-machen-vorwaerts-aerzte-blocken-ab/#respond Tue, 19 Sep 2017 07:47:03 +0000 http://www.3-min.info/3min/?p=9936 «Umstrittener Bluttest entzweit Ärzte und Apotheker» titelt die zu Tamedia gehörende Zürichsee-Zeitung am 19. September. Bei dem Bluttest handelt es sich um die Messung der Entzündungswerte, CRP, die eine Apotheke in Wädenswil (Kt. Zürich) und eine Apotheke in Rapperswil (Kt. St.Gallen) anbieten. Die Apothekerin und der Apotheker nutzen den Test als Bestandteil ihrer Triagefunktion. Sie entlasten damit Notfallstationen der Spitäler und Hausärzte von Patienten, die mit einem Medikament aus der Apotheke gut, sicher und zuverlässig behandelt werden können und tragen auch dazu bei, dass nicht bei jeder gewöhnlichen Erkältung Antibiotika geschluckt werden.

Und wie reagieren die Ärzte? Mit genereller und grundsätzlicher Abwehr, wie üblich. Man könne «diese Komplexität» unmöglich an «nicht-ärztliche Stellen» auslagern, behaupten sie gegenüber der Zeitung. Zu einer zuverlässigen Diagnose gehöre mehr als der CRP, und es sei «riskant», den CRP in der Apotheke zu messen. Es ist die übliche Leier. Die Ärzte wollen einfach nicht zur Kenntnis nehmen, dass die Apotheker durchaus dafür ausgebildet sind, einfache Erkrankungen von möglichen Notfällen zu unterscheiden, und ihrer Verantwortung bewusst sind. Was die Politik längst erkannt hat, nämlich dass die Apotheken wertvolle Dienstleister der Grundversorgung sind und viel zur Entlastung von Notfallstationen und Hausärzten beitragen können, ignorieren die Ärzte mit einer Arroganz, die nicht zu überbieten ist. Es wäre angebracht, wenn die Damen und Herren Mediziner endlich zur Kenntnis nähmen, dass Apotheker Medizinalpersonen mit einer Spezialausbildung sind. Die Apotheker ergänzen mit ihrem Fachwissen das Grundversorgungsangebot ideal. Nutzen wir es. Sollen die Ärzte in ihrer anachronistischen Haltung verharren. Das wird die Apotheker nicht daran hindern, den CRP, Impfungen und noch vieles mehr anzubieten.

https://www.zsz.ch/

19. September 2017

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Apotheken könnten Notfallstationen entlasten https://3-min.info/2017/07/21/apotheken-koennten-notfallstationen-entlasten/ https://3-min.info/2017/07/21/apotheken-koennten-notfallstationen-entlasten/#respond Fri, 21 Jul 2017 14:34:38 +0000 http://www.3-min.info/3min/?p=9913 Unsere Subito-und-gefälligst-rund-um-die-Uhr-Gesellschaft sowie der hohe Anteil an Ausländern widerspiegelt sich auch in den Notfallstationen der Spitäler. Man rennt wegen jedem Mückenstich in die Notfallstation des nächsten Spitals. Aus Bequemlichkeit, aus Unkenntnis anderer Möglichkeiten und wohl auch aus übersteigertem Sicherheitsbedürfnis. Im Kanton Zürich soll jetzt eine Gebühr von 20 bis 50 Franken dem Ansturm Grenzen setzen. Wer ein paar  Zehnernoten bar auf den Tisch legen muss, so die Hoffnung von grünliberalen Zürcher Kantonsräten, überlegt es sich, ob der Mückenstich tatsächlich ein derartig schwerwiegendes Problem ist, dass sich zwingend ein Spitalarzt darum kümmern muss. Sie haben zusammen mit CVP und SVP eine Motion eingereicht. Eine Motion auf nationaler Ebene soll folgen.

Die Idee ist nicht neu. Bereits vor einigen Jahren sollte eine Gebühr die Bürger zur Mässigung bringen. Der Widerstand war gross. Unsozial sei das und nicht praktikabel, hiess es.

Unsozial? Wie sozial ist es denn, wenn sich immer mehr Leute auf Kosten aller Versicherten und auf Kosten der Steuerzahler wegen Bagatellen und aus Bequemlichkeit in einer Notfallstation behandeln lassen? Also eine Infrastruktur nutzen, die eigentlich für echte Notfälle wie schwere Verletzungen, Herzinfarkt und Hirnschlag eingerichtet wurde? Diese Leute nehmen Ressourcen für sich in Anspruch, die für Bagatellen reiner Luxus sind. Die exorbitanten Kosten zeigen zudem, dass die vorhandene Spitalinfrastruktur zu übertriebenen Abklärungen verleitet. Ultraschall, Röntgengerät und Magnetresonanztomograph stehen ja gleich im Nebenzimmer. Und man will ja nichts übersehen. Wer weiss, ob sich hinter der Beule am Kopf nicht doch eine Hirnblutung versteckt. Und schon sind sich Patient und Arzt einig: «Nur zur Sicherheit, dass alles in Ordnung ist.» Zahlen tut den teuren Apparatewahnsinn ja dann die Sozialversicherung.

Die Eintrittsgebühr in der Notfallstation ist eine soziale Notwendigkeit! Alternative Anlaufstellen gibt es genügend. Zum Beispiel die fast 1800 Apotheken, die in der ganzen Schweiz gut erreichbar vorhanden sind. Kleine Wunden, Insektenstiche und viele banale Gesundheitsstörungen können Apothekerinnen und Apotheker ohne weiteres abschliessend behandeln. Dies zu einem Bruchteil der Kosten, die in einer Notfallstation anfallen. Ausserdem verfügen die Apotheker über ausreichend medizinisches Fachwissen, um beurteilen zu können, wann der Besuch beim Hausarzt oder allenfalls tatsächlich in der Notfallstation angebracht ist.

Eine Gebühr wird die Konsumenten zum Nachdenken bringen. Gutes Zureden nützt nichts. Wie gelang es, Generika zu fördern? Über das Portemonnaie. Wer trotz vorhandenen Generika beim Original bleiben will, muss seit einigen Jahren 20 statt nur 10 Prozent Selbstbehalt bezahlen. Diese Änderung führte damals der Bundesrat ohne lange zu fragen, ob es allen passt, einfach ein. Die Kantone sollten bei den Notfallstationen ihrer Spitäler dasselbe tun. Zu befürchten ist allerdings, dass etliche Spitäler ihre Notfallstationen bereits als sprudelnde Einnahme- und Patientenakquisitionsquelle entdeckt haben, und sich gegen die Einführung einer Eintrittsgebühr stemmen werden. Weitere Kostenexplosion garantiert.

Man muss nicht lange rechnen: Jeder Bagatellfall, der in der Apotheke behandelt werden kann, schont das Budget der Krankenversicherung. Die Apotheken sind Partner für eine finanziell tragbare Grundversorgung. Es ist an der Zeit, ihre Leistung zu anerkennen und sie gleichberechtigt in die Grundversorgungskonzepte einzubeziehen!

https://www.nzz.ch/zuerich/zuercher-notfallstationen-herzinfarkte-und-flip-flop-faelle-ld.1304935 

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Arztpraxen sind derzeit die grössten Kostentreiber https://3-min.info/2017/06/14/arztpraxen-sind-derzeit-die-groessten-kostentreiber/ https://3-min.info/2017/06/14/arztpraxen-sind-derzeit-die-groessten-kostentreiber/#respond Wed, 14 Jun 2017 11:23:35 +0000 http://www.3-min.info/3min/?p=9894 surgery, medicine and people concept - group of surgeons in operating room at hospital looking into camera

Gemäss den neuesten Prognosen der Konjunkturforschungsstelle KOF steigen die Kosten im Gesundheitswesen dieses Jahr und im Jahr 2018 je um 3,9% und liegen dann erstmals höher als 10‘000 Franken pro Kopf. Das stärkste Wachstum der Ausgaben orten die Forscher der ETH bei den Arztpraxen und schreiben, dass Einsparungen bei den Medikamentenpreisen die Gesundheitskosten nur geringfügig eindämmen. «Der Bundesrat strebt mit seiner «Strategie Gesundheit 2020» mittel- bis langfristig erhebliche zusätzliche Ein­sparungen an. Im Prognosezeitraum bis Ende 2018 sind die Kostenfolgen der im Rahmen dieser Strategie geplanten Massnahmen – ausser im Medikamentenbereich – bislang noch nicht konkret genug, um sie in der Prognose berücksichtigen zu können.» Apotheker wissen nur zu gut, was das heisst. Preisüberwacher, Santésuisse, Bundesrat und Medien beten das Mantra von den angeblich zu hohen Medikamentenpreisen herunter und drücken weiterhin auf Preise und Margen, haben aber keine griffigen Massnahmen parat, um die wahren Kostentreiber in die Schranken zu weisen. In Arztpraxen und Spitälern wird ungebremst Umsatz gebolzt.  Medizinisch nicht indizierte Operationen und Therapien, exzessiver Einsatz von Diagnosegeräten, übermässige Abgabe von Medikamenten in der Arztpraxis (SD) und weitere Überversorgung sind an der Tagesordnung. Wer es nicht glaubt, lese den Jahresbericht eines Spitals. Generiert eine Abteilung nicht genügend Umsatz, hinterfragt die Spitalleitung nicht etwa das Angebot und schafft es gegebenenfalls ab, wie das jeder Betrieb in der Privatwirtschaft tun würde und auch müsste. Nein, man redet davon, wie die Bevölkerung besser «sensibilisiert» und auf das Angebot aufmerksam gemacht werden könnte. Der interne Motivator sind dann Ärzteboni, die ja auch nicht für die Verschreibung von Kamillentee und Bettruhe bezahlt werden, sondern für handfeste Umsatzziele. Wehe den Patienten, die solchen Institutionen in die Fänge geraten!

Die vernünftigere Strategie wäre, sich auf die kostengünstigen Möglichkeiten der Grundversorgung zu besinnen. Dazu gehören aus verschiedenen Gründen auch die Apotheken. Bagatellen sollten wenn immer möglich niederschwellig und kostengünstig in der Apotheke behandelt und nicht in Notfallstationen von Spitälern durch jeden Scanner, der dort herumsteht, geschleust und zu potentiellen Risikofällen aufgebauscht werden. Ebenfalls hinreichend erwiesen ist, dass die Apotheke insbesondere bei der Prävention auch die gesunde Bevölkerung erreicht. Nicht zuletzt gehört die Apotheke ins Netzwerk der Grundversorger als Schaltstelle für die sichere Medikamententherapie. Dazu gehören Polymedikations-Check, Verbesserung der Therapietreue, Vier-Augen-Prinzip bei Verschreibungen und andere Dienstleistungen mehr. Dafür müssen die Apotheker adäquat bezahlt werden. Sie werden auch dann immer noch mit Anstand die kosteneffizientesten Partner im Gesundheitswesen bleiben.

https://www.kof.ethz.ch/news-und-veranstaltungen/medien/medienmitteilungen/2016/12/kof-prognose-der-gesundheitsausgaben-unveraenderte-dynamik-bis-2018.html

https://www.medinside.ch/de/post/gesundheitsausgaben-steigen-auf-ueber-10-000-franken-pro-kopf-und-jahr

14. Juni 2017

Foto © Syda Productions

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England schickt Halsschmerzpatienten in die Apotheke https://3-min.info/2017/03/24/england-schickt-halsschmerzpatienten-in-die-apotheke/ https://3-min.info/2017/03/24/england-schickt-halsschmerzpatienten-in-die-apotheke/#respond Fri, 24 Mar 2017 13:01:20 +0000 http://www.3-min.info/3min/?p=9794 zufriedene kundin in der apotheke

Nicht nur die Schweiz, auch das Vereinigte Königreich sucht Lösungen im Kampf mit steigenden Kosten im Gesundheitswesen. Um Gegensteuer zu geben, werden die Bürger nun aufgefordert, bei Halsschmerzen zuerst in die Apotheke zu gehen. Dort macht der Apotheker einen Rachenabstrich und entscheidet dann über das weitere Vorgehen. Bei bakteriellem Befund darf er gleich selbst ein Antibiotikum verschreiben. Das trifft gemäss Schätzungen auf etwa jeden zehnten Patienten zu. Beim Hausarzt und in den Notfallstationen erhalten derzeit noch fast zwei Drittel von ihnen ein Antibiotikum! Die neue Dienstleistung der Apotheken bringt also gleich mehrere Vorteile. Der Besuch in der Apotheke ist günstiger. Es werden weniger Antibiotika verschrieben. Hausärzte und Notfallstellen werden entlastet.

Das sollten wir in der Schweiz den Engländern abkupfern. Thierry Philbet, Chefredaktor des Pharmajournals, schreibt in seinem Editorial zur Ausgabe 6/2017 vom 16. März zu recht: «Unsere Verhandlungspartner, die Versicherer, beziehen sich ständig auf das Ausland, wenn es darum geht, Medikamentenpreise zu vergleichen. Dann sollten sie sich, wie übrigens auch die zuständigen Stellen des Gesundheitswesens, auch an internationalen Entwicklungen bei Dienstleistungen, insbesondere im pharmazeutischen Bereich, orientieren. Schluss mit einseitigen Sichtweisen!»

Diese klaren Worte kann man nur unterstreichen. Es ist an der Zeit, dass die hochbezahlten Funktionäre von Santésuisse und Krankenkassen solche Modelle unterstützen statt ständig mit billiger Stimmungsmache aus ihren Amtsstuben auf die Apotheker und die Medikamentenpreise zu schiessen.

https://www.england.nhs.uk/ourwork/innovation/nia/case-studies/malcolm-harrison/

http://www.pharmasuisse.org/data/Oeffentlich/de/Medienservice/Medienmitteilungen/Medienmitteilung_Apothekenbericht.pdf

24. März 2017

Foto © contrastwerkstatt Fotolia.com

 

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