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Im besagten Artikel wird eine Graphik gezeigt, wo sich die Schweiz mit 23 Prozent Generikaanteil an letzter Stelle befindet. Es wird aber nicht erwähnt, dass es sich dabei um keine standardisierte Statistik der OECD handelt, so dass deren Vergleichbarkeit nicht a priori gegeben ist. In ihren Publikationen weist die OECD selbst auf diese Problematik auch immer wieder hin.
Um dies auf einfache Weise zu veranschaulichen, was das bedeutet, kann man den Vergleich der täglichen Covid-19 Ansteckungen der Schweiz und Deutschland nehmen. Deutschland verzeichnet am 2. Oktober 2’673 neue Ansteckungen, die Schweiz 552. Wie gut wir Schweizer doch sind!
Bei diesem Vergleich würde wohl fast keiner reinfallen, weil klar ist, dass es in Deutschland ca. 10-mal mehr Einwohner hat und das Ganze dadurch relativiert wird. Aber auch diese Zahlen lassen sich nicht direkt vergleichen, weil auch die Anzahl Tests, welche in beiden Ländern gemacht werden, auf einen Vergleich Einfluss haben.
Man sieht an diesem Beispiel gut, dass es nicht einfach ist, Zahlen zu vergleichen, wenn die Voraussetzungen der Basis, etc. nicht gleich und standardisiert sind. Die Grafik von santésuisse ist im übertragenen Sinn wie eine Grafik, die die beiden Zahlen 2‘673 und 552 gegenüberstellen und vergleichen würde.
Die Voraussetzungen zwischen den einzelnen Ländern im Generikavergleich sind ungleich komplexer und widersprüchlich. In den verglichenen Ländern gibt es verschiedene Generikadefinitionen, unterschiedliche Abgrenzungen, differenzierte referenzierte Märkte, andere Messkonzepte, unterschiedliche Anteile des Generika fähigen Marktes, etc.
Auf das ewige Gejammer über die doppelt so hohen Preise in der Schweiz gegenüber Deutschland wollen wir an dieser Stelle gar nicht erst eingehen. Nur eines sei hier angemerkt: Herr Brand verdient in der Schweiz sicher doppelt so viel wie sein Amtskollege in Deutschland. Auch das zahlt der Prämienzahler.
Weiter geht es dann aber auch im Artikel mit der Manipulation: „Für viele patentabgelaufene Arzneimittel stehen seit Jahren Generika mit einem identischen Wirkstoff zur Verfügung. So ist beispielsweise der schmerzlindernde Wirkstoff Paracetamol sowohl im teuren Dafalgan als auch im wesentlich kostengünstigeren «Paracetamol Sandoz» enthalten. Durch den konsequenten Einsatz von Generika könnten pro Jahr mehrere Millionen Franken eingespart werden – ohne Qualitätseinbussen.“
Es wird hier nicht der Vergleich zwischen einem patentabgelaufenen Arzneimittel und einem Generikum gemacht, sondern einer zwischen zweie Generika. Schaut man sich die Sache noch etwas genauer an, ist der Sachverhalt folgendermassen:
Für die kleinste Packung Dafalgan 1 Gramm Tabletten bezahlt man 7.20 Franken, für die Packung Paracetamol Sandoz 7.65 Franken. Nach dem Muster von santésuisse, müssten wir dem Leser jetzt unterschlagen, dass es sich beim Dafalgan um eine 16er Packung und bei Sandoz um eine 20er Packung handelt. Berücksichtigt man das, kostet die einzelne Tablette 0.45 Franken für Dafalgan, bzw. 0.385 Franken für die Sandoz Tablette. Wobei es sich beim Dafalgan um eine Filmtablette handelt, welche wesentliche Vorteile hat, also eigentlich nicht direkt vergleichbar wäre. Genau genommen kommt es die Versicherungen sogar noch günstiger, da ja Packungsweise verkauft wird und die Dafalgan Packung günstiger ist.
Um beim Dafalgan zu bleiben: Ob es sinnvoll ist, den vom Staat festzulegenden Preis, für eine Packung Schmerzmittel Dafalgan 500 mg, auf 2.45 Franken vorzuschrieben (also Billiger als eine Packung Ricola!), ist eine andere Geschichte.
Für uns ist klar: wenn man mit manipulativen Argumenten einen Systemwechsel zum Referenzpreis erzeugen will, hat man scheinbar keine guten Argumente – weil es für die Schweiz dafür keine Argumente gibt.
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]]>Der IFAK Verein hat in der Vergangenheit immer wieder davor gewarnt, dass der Markt in der kleinen Schweiz für ein Referenzpreissystem viel zu klein ist. Der Generikamarkt wird dadurch ausgehöhlt und verwässert. Die Befürworter haben dies unermüdlich schöngeredet: Angstmacherei sei es, der Markt werde das schon richten. Welcher Markt?, muss man sich da fragen. Dort wo die Preise durch den Gesetzgeber bestimmt werden, existiert kein Markt!
Es gibt zahlreiche Beispiele, die heute schon vor Augen führen, was passiert, wenn der Preisdruck auf die ohnehin schon günstigen Generika erhöht wird. So wie es mit dem Referenzpreissystem passieren wird. Als Exempel kann man den Fall Lasix® und seine Generika nehmen.

Das Original Produkt Lasix® und das Co-Marketing Produkt Furosemide® sind im Handel erhältlich. Zwei andere Hersteller haben ihre Generika, Fursol® und Furodrix®, mittlerweile aus dem Markt genommen, da sie bei diesen Billigstprodukten die Mindestabsatzmengen – die minimale Menge, die sie bestellen müssen, damit sie überhaupt beliefert werden – nicht mehr erreicht haben.
Die Firma Mepha hat ihr Produkt Oedemex® momentan nach wie vor im Handel. Die Frage ist, wie lange noch? Im Gegensatz zu den anderen Produkten könnte Mepha hier aber den Preis selbst bestimmen, da es nicht aus der Grundversicherung vergütet wird.
Würde auch das Mepha Produkt vom Markt verschwinden, hat Sanofi keine Konkurrenz mehr, kann den Markt verknappen und anschliessend das Produkt nicht mehr zu diesem Preis anbieten. Die Schönredner werden sicher auch hier sagen das stimme nicht und dies sei unmöglich. Der Sirup des Antibiotikums Bactrim® hat genau dies schon vorgemacht. Weitere Beispiele werden folgen.
Wir appellieren genau deshalb immer und immer wieder an santésuisse und die Politiker: seid nicht blauäugig, glaubt nicht, im Referenzpreissystem das Zaubermittel gefunden zu haben. Vergleicht nicht die Schweiz mit dem «immer viel billigeren Ausland». Wir bekommen damit noch ernsthaftere Versorgungsprobleme.
Es gibt übrigens heute schon Medikamente, welche in der Schweiz aufgrund von Lieferengpässen nicht mehr erhältlich sind, in Deutschland aber lieferbar sind, zu einem höheren Preis als der Schweizer Preis (Link auf 3-min Artikel).
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Ausgangspunkt des Artikels war, dass santésuisse erstmals die Kosten für Krebsmedikamente offenlegte. Aber Anstelle die Zahlen korrekt einzuordnen, nutze santésuisse einmal mehr die Gelegenheit, ihre alte, undifferenzierte Leier von der Erhöhung der Medikamentenkosten abzuspielen.
Kein Wort davon, dass das grundlegende Problem darin besteht, dass in den vergangenen Jahren der Absatz von hochpreisigen Medikamenten stark zugenommen hat, während die Ausgaben für tiefpreisige Medikamente über Jahre stabil geblieben sind. Doch genau diese Zahlen* wären interessant und würden so manches erklären:
Die Mehrkosten will man nun aber lieber wieder bei den tiefpreisigen Medikamenten einsparen. Auch in keiner Zeile war im Artikel zu lesen, dass die Preissenkungen der vergangenen zwei Jahre Einsparungen von jährlich doch 350 Millionen bedeuten. Diese Einsparungen wurden vor allem zu Lasten der tiefpreisigen Medikamente erlangt. Sie werden aber durch den erhöhten Absatz von hochpreisigen Produkten abgefedert.
Und der Bundesrat? Er plant derweil, wie er mit Referenzpreisen und Co. zukünftig noch mehr Druck auf die tiefpreisigen Medikamente und günstigen Generika ausüben kann. Um die Kernproblematik der hochpreisigen Medikamente wird auch hier ein grosser Bogen gemacht. Es ist halt billiger (und einfacher), bei den Billigen zu schrauben.
Und dann ist da noch ein weiterer Aspekt: Die Kosten der hochpreisigen Medikamente werden bisher auf alle Prämienzahler abgewälzt – mit der bekannten Folge, dass jedes Jahr die Prämien steigen. Die grosse Zahl der Prämienzahler deckt damit die hohen Einzelfallkosten. Auf Dauer wird dies jedoch keine Lösung sein, denn der solidarische Gedanke wird vergiftet, wenn die Prämien für immer mehr Personen unbezahlbar werden, an bereits günstigen Medikamenten gespart und gleichzeitig hochpreisigen Medikamenten kein Einhalt geboten wird.
Novartis-Chef Vas Narasimhan setzt der Diskussion die Krone auf, indem er sagt, die Preise der hochpreisigen Krebsmedikamente würden durch deren Nutzen bestimmt und gerechtfertigt. Es ist sehr fraglich, ob Herr Narasimhan unter «Nutzen» auch Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit meint. Dieses Trio wird nämlich in der Schweiz für die Vergütung aus der Grundversicherung herangezogen. Wahrscheinlich nicht. Eine solche Aussage ist ein absoluter Affront.
*Quelle: IQVIA, MAT 02/19
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Liebe Frau Nold,
Weil die Kosten für Medikamente immer noch zu stark wachsen, wollen Sie bei den Vertriebsmargen der Apotheken weiter über 300 Millionen Franken sparen (laut einem Artikel in der BaZ vom 4.2.2019). Aber wie immer, vergleichen Sie Äpfel mit Birnen in Ihrer rein politisch motivierten Argumentation.
Die Gesundheitskosten sind seit 22 Jahren noch nie so wenig angestiegen wie 2018, so eine aktuelle santésuisse-Statistik. Nur die Kosten für Medikamente seien stärker gewachsen als im Vorjahr. Ich wäre froh, Sie könnten uns diese Statistik zur Verfügung stellen. Wir haben Zahlen, welche genau das Gegenteil aussagen. Uns Apotheker so an den Pranger zu stellen ist unredlich und inakzeptabel.
Fakt ist, die teuren Medikamente (über CHF 2570.-) sind, mit zehn Prozent, überdurchschnittlich gewachsen. Mengenmässig machen diese jedoch nur 0,1 Prozent, wertmässig aber fast 13 Prozent des SL-Marktes aus. Der Apotheker verdient daran unterdurchschnittlich und nicht kostendeckend. Umsatz und Vertriebsmarge sind nicht das Gleiche. Also wo genau möchten Sie sparen? Im Dezember haben wir Ihrem Chef, Herrn Brand, zur gleichen Thematik einen offenen Brief geschrieben.
Mit Ihren populistischen Fehlinformationen über die viel zu hohen Margen, welche für die Gesundheitskosten verantwortlich seien, tragen Sie nichts zu zielorientierten Lösungen bei. Die von Ihnen geforderte Einsparung des Vertriebsanteils ändert also nichts am Kostenfaktor Medikamente. Sie gefährden aber das Überleben der Apotheken. Denn der Anteil der Apotheken beträgt hier rund 55 Prozent. Somit wollen Sie ungefähr 180 Millionen Franken bei den Apotheken einsparen. Dies entspricht knapp 30 Prozent der Marge des Apothekers. 30 Prozent Margenkürzung überlebt aber kein Unternehmen. Wollen Sie das?
Freundliche Grüsse
Dr. C.M. Hysek
Präsident IFAK Verein
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Bei der Revision des Heilmittelgesetzes hat das Parlament die Kriterien für die Liste E verschärft. Eine Fachexpertengruppe begutachtete 540 von den rund 1800 Arzneimittel der Liste D. Bei über 80 Prozent der geprüften Arzneimittel sei eine Umteilung aber nicht sinnvoll, sagt die Schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte nach eingehender Prüfung.
Dass nur 94 Medikamente die Listen gewechselt haben und künftig frei erhältlich sind, dürfte weder der Mehrheit der Volksvertreter noch dem BAG schmecken. Umso löblicher ist es, dass Swissmedic standhaft blieb. Denn die jetzt «umgeteilten» Medikamente besitzen kein Gefährdungspotenzial und tragen zum gesetzten Ziel der HMG-Revision bei, die Selbstmedikation zu erleichtern und den Zugang zu Arzneimitteln zu erhöhen. Ein sowohl aus pharmazeutischer als auch politischer Sicht richtiger Entscheid.
Falsch eingenommen, können Medikamente die Gesundheit massiv gefährden. Dass unterstreicht Swissmedic mit der Aussage: Laien könnten das Krankheitsbild nicht immer beurteilen, weshalb für die richtige Anwendung der meisten Heilmittel eine Fachberatung zwingend erforderlich sei. Bleibt zu hoffen, dass die Medien in diesem Fall für einmal sachlich bleiben und die Apotheker nicht erneut als Spar-Verhinderer geisseln.
Die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung muss eine politische Notwendigkeit bleiben. Die Prioritäten sollten darum abseits von Börsenkursen, Bilanz- und Wettbewerbskennzahlen gesetzt werden. Die unmittelbare Auswirkung auf die Gesundheit macht auch den grössten Teil der OTC-Medikamenten zu besonders sensiblen Produkten, die nicht in ein Supermarkt-Regal gehören.
]]>Hier ein Beispiel aus den USA:
Eine Packung von 140 Tabletten Aspirin 325mg wurde in einer Filiale von Dollar Tree zu $ 1.00 gekauft. Ja, Sie lesen richtig, es ist kein Schreibfehler: Ein Dollar!! Man kann das Produkt auch online kaufen, nur muss dann gleich ein Karton zu 24 Dosen à einen Dollar bezogen werden. Wahnsinnig, denn dies sind 1.09 Kilo reines Aspirin.
Zur Toxizität von Aspirin:
«Hohe Dosen, beispielsweise 10 g ASS beim Erwachsenen, können bereits zu einer lebensgefährlichen metabolischen Azidose (Übersäuerung) mit Atemlähmung und Bewusstlosigkeit führen. Ausserdem kann das Innenohr geschädigt werden, was sich in einem Hörverlust oder Tinnitus äussert. Auch Nierenschädigungen sind beschrieben worden.» «Die mittlere letale Dosis (LD50) bei oraler Aufnahme liegt bei Ratten bei 200 mg/kg Körpergewicht».
Mit einer Online-Bestellung kann man also problemlos ein paar tausend Ratten umbringen. Ein Dollar sollte auch für einen Menschen reichen. Medikamente dürfen keine Massenware werden, sondern der Umgang damit muss verantwortungsvoll geschehen und dies hat im Selbstbedienungsladen keine Berechtigung. Sparen am falschen Ort kann tödlich sein.
Quelle: https://www.dollartree.com/Assured-Aspirin-140-ct-325-mg-Tablets/p330716/index.pro
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Am 16. Februar endete die vierte Ausgabe von pharmaDavos. Mehr als 400 angehende oder praktizierende Apotheker hatten am breiten Weiterbildungsangebot dieses Pharmaziekongresses teilgenommen. Die Woche war geprägt von aktuellen Vortragsthemen und Workshops, gesellschaftlichen Anlässen und ungezwungenem Zusammensein.
Beim Welcome Apéro im Kongresszentrum Davos hielt Heinz Brand, Präsident des Krankenkassenverbandes Santésuisse eine Gastrede. Er freue sich, dass die Schweizer Apothekerschaft Davos treu geblieben sei, sagte er. Davos habe in den letzten Jahren viel in den Kongresstourismus investiert. Zur Rolle der Apotheker sagte er: «Das gesamte Gesundheitswesen wird sich neu erfinden müssen, da die Kosten nicht mehr tragbar sind. In Ambulatorien und Notfallstationen laufen die Kosten aus dem Ruder. Apothekerinnen und Apotheker werden hier in Zukunft eine wichtige Rolle übernehmen, um Hausärzte und Notfallstationen zu entlasten und sich selber als kostengünstige Grundversorger zu etablieren.»
Die Apotheker werden ihn beim Wort nehmen. Heinz Brands Santésuisse operiert nämlich nach wie vor mit völlig unrealistischen Zahlen bezüglich angeblichem Sparpotential bei den Medikamenten aus der Apotheke und schreckt nicht davor zurück, mit willkürlich zurechtgezimmerten «Studien» den Medien und der Bevölkerung zweifelhafte Informationen betreffend Medikamentenpreise und Vergleich mit dem Ausland vorzulegen.
In Davos zeigten die Apotheker eindrücklich, dass sie der Rolle, die sie zur Entlastung von Hausärzten und Notfallstellen übernehmen können (und hoffentlich für ihre Leistungen auch eine faire Abgeltung erhalten!), gerecht werden. Das Kongressprogramm enthielt auch dieses Jahr Weiterbildung auf höchstem Niveau. Themen wie «Kind von Kopf bis Fuss», «Da kriegen Ihre Augen etwas auf die Ohren» oder «HIV und Hepatitis C» wurden geboten. Neu wurden diese Themen in zusätzlichen Referaten auch aus Sicht der Komplementärmedizin betrachtet. «Dass die Apotheke die erste Anlaufstelle für jegliche Gesundheitsbeschwerden sein kann, ist vielen nicht bewusst», erklärt Dominique Bätscher, Verantwortliche für das wissenschaftliche Programm. «Wir Apotheker werden oft nur auf die Abgabe von Medikamenten auf Rezept reduziert, wir haben aber ein 5 Jahre dauerndes Universitätsstudium absolviert und sind deshalb Gesundheitsexperten für viele Themen. In Zukunft werden auch immer mehr Apotheken Impfungen anbieten. Einen Teil der umfangreichen Aus- und Weiterbildung dafür bieten wir an unserem Kongress an», führte sie gegenüber der Davoser Zeitung aus.
Hans Ruppanner, welcher das siebenköpfige Organisationskomitee seit der ersten Stunde präsidiert, hob die Bedeutung der Netzwerkpflege hervor: «Netzwerkplattformen wie pharmaDavos scheinen in unserer Branche nach wie vor ein grosses Bedürfnis zu sein. Es geht hier nicht nur um die Weiterbildung. In Zeiten des Umbruchs, wie sie die Pharmaindustrie seit mehreren Jahren erlebt, ist es wichtig, sich auszutauschen, um gemeinsam die Zukunft mitzugestalten.» Besonders stolz ist Hans Ruppanner, dass dieses Jahr auch rund 40 Jungapotheker, die ihr Studium in den letzten drei Jahren abgeschlossen haben, und 80 Studenten der Uni Basel begrüssen konnte: «Wir wollen unseren Nachwuchs früh integrieren und den Austausch zwischen allen Generationen fördern.»
Der nächste pharmaDavos Weiterbildungskongress findet vom 10. bis 15. Februar 2019 statt. Dann kann bereits das 5-Jahre-Jubiläum gefeiert werden. Super Sache!
21. Februar 2018
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Diese Entwicklung müsste den Gesundheitsbehörden eigentlich Sorgen bereiten. Stattdessen singen Bundesrat Berset, Preisüberwacher und die vom Bundesrat eingesetzte Sparkommission unbeirrt das Hohelied der Festpreise. Das billigste Generikum ist ihrer Meinung nach gut genug. Sparen nennen sie das. De facto ist es der Tod der Versorgungssicherheit.
Die Fixierung auf das billigste Produkt beschleunigt die Entwicklung, dass selbst weltweit tätige Konzerne im Generika-Bereich Kürzungen vornehmen. Der Mechanismus ist bekannt. Der Billigste kriegt das Monopol. Die durch den Billigstpreis ausgeschlossenen Hersteller müssen ihre Produktion einstellen. Dann geht der Kreislauf los. Um die Billigstpreise halten zu können, werden Produktionsstätten zusammengelegt und die Produktion spitz auf just-in-time ausgerichtet. Produziert wird noch an einem einzigen Standort irgendwo in Fernost. Steht aus irgendeinem Grund ein Werk still, sind die Produkte weltweit nicht mehr lieferbar. Rentiert ein Wirkstoff gar nicht mehr, verschwindet er aus dem Sortiment. Versorgungssicherheit gibt es unter diesen Marktbedingungen nicht mehr.
Indem Bundesrat, BAG, Preisüberwacher und die vom Bundesrat eingesetzte Sparkommission an der Festpreis-Billigststrategie festhalten, fördern sie Lieferengpässe und machen sich mitverantwortlich dafür, dass bewährte Wirkstoffe vom Markt verschwinden. Gegen diese realitätsblinde Politik sollte sich die Bevölkerung wehren. Für Medikamente muss ein realistischer Preis bezahlt werden. Die Versorgungssicherheit sollte auch für den Bundesrat und den Preisüberwacher oberstes Gebot sein.
15. Dezember 2017
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Migros und Coop lobbyieren intensiv dafür, Medikamente verkaufen zu dürfen. Sie preisen ihr Anliegen an mit verbesserter Zugänglichkeit zu Medikamenten (als ob es die angesichts der Apothekendichte in der Schweiz brauchte) und locken mit tieferen Preisen (als ob das bei einem Medikament das einzig erstrebenswerte Kriterium wäre). Lassen wir uns nichts vormachen! Wenn die Grossverteiler Medikamente verkaufen wollen, dann geht es ihnen einzig und allein um einen zusätzlichen Umsatzträger auf den Regalen. Die Gesundheit der Bevölkerung liegt nicht im Fokus, wenn sich jeder nach Belieben den Einkaufswagen mit Abführmitteln und anderen Produkten mit einem gewissen Missbrauchspotential füllen kann.
Das Motto Umsatz ist Umsatz dürfte auch dem Verkauf von Hanfzigaretten zugrunde liegen, für den sich Coop entschieden hat. Ab 24. Juli sollen die THC-haltigen Glimmstängel dort erhältlich sein.
Klar ist, dass Medikamente nicht in dieses Umfeld gehören. Der Verkauf von Medikamenten muss den dafür vorgesehenen Fachgeschäften vorbehalten bleiben. Selbstmedikation ist nur dann sinnvoll und kostengünstig, wenn sie unter fachlicher Begleitung erfolgt. Apotheker intervenieren, wenn sie Missbrauch vermuten, und verweigern unter Umständen den Verkauf auch von an sich freiverkäuflichen Medikamenten. Sie haben den fachlichen Background, um Alternativen vorzuschlagen. Sie können Gespräche in einem abgeschirmten Beratungsraum anbieten und Kontakte zu einem Arzt oder zu anderen medizinisch ausgebildeten Fachleuten herstellen, wenn ein Kunde weiterführende Hilfe braucht. Apotheker haben zudem in der Regel den Überblick über alle Medikamente, die ein Kunde anwendet, auch jene, die im Zusammenhang mit einer ärztlichen Behandlung stehen, oder können sich diesen Überblick mit gezielten Fragen verschaffen. Wenn wir Medikamentensicherheit ernst nehmen, ist die Schlussfolgerung klar: Medikamente gehören nicht zwischen Alkoholika und Hanfzigaretten auf die Regale von Grossverteilern!
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/standard/Coop-verkauft-jetzt-HanfZigaretten/story/27430359
12. Juli 2017
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Dass bei DocMorris das Know-how für juristische Tricks wichtiger zu sein scheint als das pharmazeutische, ist nicht neu. In Deutschland musste die Zur-Rose-Tochter allerdings eine ihrer juristisch ausgefeilten Angebote einstellen. Das «Konstrukt Hüffenhardt» ist nicht erlaubt. Der Kniff geht so: In der kleinen Gemeinde Hüffenhardt stellte DocMorris einen «Arzneimittel-Abgabeautomaten mit Videoberatung» auf. Die Kunden sollten dort Medikamente so ähnlich wie am Zigarettenautomaten kaufen können. Natürlich musste man das ganze etwas aufpeppen, das war den Juristen bei DocMorris klar. Deshalb die Videoberatung, und ein Apotheker oder eine PTA in Heerlen mussten die Medikamente noch freigeben, bevor sie entnommen werden konnten. Das sei, argumentiert man bei DocMorris, nur eine besondere Spielart des Versandhandels. Dass dieses Argument nicht ganz koscher ist – ja – auch das wissen die ZurRoseDocMorris-Juristen. Also griffen sie zu einem weiteren juristischen Trick. Der Apparat gehört gar nicht DocMorris, sondern einer Firma namens Tanimis BV. Zwar ist auch sie eine 100%-Tochter von Zur Rose, aber sie betreibt den Automaten juristisch gesehen eben nicht selbst. Und noch eine juristische Zauberei hat man sich in der Rechtsabteilung von DocMorrisZur Rose einfallen lassen. Die Medikamente im Apparat werden von einem nicht genannten Pharmagrossisten geliefert und dort «gelagert». Erst wenn ein Kunde sie kauft, gehen sie kurz vorher noch schnell in den Besitz von DocMoris über, und schwupp, ist auch die Klippe überwunden, dass Medikamente eigentlich nur von vom Gesetz dazu befugten Fachpersonen und Firmen verkauft werden dürfen.
Wer mag, lese die ganze Klüngelei im Detail nach (siehe untenstehenden Link). Fakt ist, dass inzwischen vier Urteile gegen DocMorris vorliegen, die diese neueste Machenschaft unterbinden. Das Konstrukt Hüffenhardt ist ausser Betrieb. Angst um die Hüffenhardter muss man keine haben. Es gibt in der Umgebung 22 öffentliche Apotheken! Es geht bei ZurRoseDocMorris offensichtlich einmal mehr einzig darum, die Gesetze auszureizen, um möglichst ohne Fachpersonal und ohne die gesetzlich vorgeschriebene Infrastruktur Medikamente verkaufen zu können.
Falls das ein Testmodell auch für die Schweiz sein sollte – man denke an die ZurRose-Verkaufsstellen in Kinderzimmergrösse, die das Unternehmen zusammen mit der Migros plant – ist zu hoffen, dass auch die hiesigen Richter dem zweifelhaften Geschäftsgebaren Einhalt gebieten.
22. Juni 2017
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