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Mit dem Ziel, Schweizer Apotheken und ihre Kunden ins digitale Zeitalter zu begleiten, initiieren IFAK DATA, HCI und Propharma ein modulares eHealth Angebot. Nebst der Anbindung an Stammgemeinschaften bietet die Lösung auch die Möglichkeit, für die Patienten Dossiers zu eröffnen und deren Medikation umfassend zu betreuen. In Erweiterung der EPD-Funktionen wird der interprofessionelle B2B-Datenaustausch gefördert und die regionale Vernetzung der Apotheke mit anderen Leistungserbringern wie Spitäler, Heime, Spitex und Arztpraxen gewährleistet. Diese Initiative wird ebenfalls von den Firmen Dauf und CSE unterstützt. Das Angebot steht allen Softwareherstellern im Bereich Apotheke und ihren Kunden zur Verfügung. © Image by Adobe Stock
Alle reden vom elektronischen Patientendossier, doch etabliert ist es längst nicht. Man sollte den Lead den Apothekern übertragen. Die arbeiten bereits seit Jahren mit dem elektronischen Medikamentendossier und hätten auch kein Problem mit elektronischen Rezepten. Die Digitalisierung stockt bei den anderen Leistungserbringern. Laut «eHealth Suisse» übermitteln Spitäler Informationen an den Hausarzt immer noch zu 41 Prozent per Fax. Die übrigen Kommunikationswege sind die Post (26%) und eMail (19%), oder der Patient dient als Kurier (11%). Das ist nicht nur langsam und ineffizient, sondern führt auch zu erheblichen Sicherheitsmängeln. Laut der Stiftung für Patientensicherheit basieren 30 bis 50 Prozent aller Behandlungsfehler auf Fehlern in der Medikation. Laut Schätzungen erfolgen 4 bis 6 Prozent aller Spitaleintritte in der Schweiz wegen Zwischenfällen aufgrund fehlerhafter Medikation. Das sind immerhin 40‘000 bis 45‘000 Hospitalisationen pro Jahr.
Gemäss einer Studie von David W. Bates, Professor an der Harvard Medical School, et al. stellt die handschriftliche Verordnung mit 39% Anteil das Hauptproblem für Drug related problems (DRP) dar. Mit 38% fast ebenso häufig sind Verabreichungsfehler. In 12% der Fälle sind die Übertragung und Dokumentation das Problem, bei 11% der Zwischenfälle das Monitoring der Medikation.
Sehr aufschlussreich sind die Massnahmen, die in der Literatur zur Verbesserung der Situation genannt werden:
Mit dem Einbezug von klinischen Pharmazeuten könnte bei Risikopatienten und beim Einsatz von Hochrisiko-Medikamenten wertvolles Fachwissen eingebracht werden. Auch bei den Schnittstellen Spitaleintritt bzw. –austritt wären die Apotheker ein wesentlicher Faktor für die Verbesserung der Sicherheit. Da wäre hinzuzufügen, dass die Apotheker auch ausserhalb des Spitals besser einbezogen werden sollten. Sie sind die ideale Schnittstelle zwischen allen Leistungserbringern. Das setzt allerdings voraus, dass Spitäler und freipraktizierende Ärzte mit den Apothekern zusammenarbeiten (wollen). Solange es Spitäler gibt, die das Austrittsrezept dem SD-Arzt faxen, der dem Patienten verkauft, was in seiner Praxisapotheke gerade verfügbar ist und sich dabei auch nicht scheut, die Medikation gemäss seinem Lagerbestand anzupassen, bleibt die Zusammenarbeit schwierig oder ist gar unmöglich. Da ist die Politik gefragt. Sie muss den Apotheken die entsprechenden Aufgaben zuteilen und ihnen die nötigen Kompetenzen geben. Die Abschaffung der SD wäre ein wesentlicher Schritt, der vieles von selbst regeln würde!
Als weiterer Punkt zur Verbesserung der Sicherheit in der Medikation wird die computergestützte ärztliche Verordnung genannt. Sie könnte schwerwiegende Zwischenfälle im Zusammenhang mit der Medikation um mehr als die Hälfte reduzieren. Zu diesem Ergebnis gelangte eine 1998 ebenfalls von David W. Bates durchgeführte Studie. Therapeutische Fehler lassen sich dadurch zwar nicht vermeiden, aber mindestens könnten Anwendungs-, Dosierungs- und Übertragungsprobleme minimiert werden. Bezogen auf die Schweiz ist auch hier festzuhalten, dass es nicht an den Apothekern liegt. Die Pharmazeuten arbeiten seit 30 Jahren mit effizienten, sehr praxisorientierten und bestens ausgebauten IT-Lösungen. Es wäre an der Zeit, ihre Erfahrung und ihr Know-how und jenes der dahinterstehenden erfahrenen und kompetenten Softwarefirmen zu nutzen. Die permanente Abwehr der Ärzte gegenüber den Apothekern ist absolut fehl am Platz und zeugt eigentlich nur davon, dass sie keine Ahnung haben, was die Apotheker zu bieten haben und es offensichtlich auch nicht wissen wollen. Schade!
Ein Kernpunkt ist ausserdem das Vier-Augen-Prinzip. 85% der Fehler bei Pflegepersonen und Apothekern könnten so vermieden werden. Zu diesem Schluss kommt das Institute for Save Medication. Voraussetzung sei jedoch, dass die Doppelkontrolle unabhängig erfolge. In der Offizin ist die Doppelkontrolle seit jeher Standard. Warum sich die Ärzte so sehr gegen das Vieraugenprinzip zusammen mit den Apothekern wehren, hat vor allem einen Grund, die SD. Sie verhindert die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern, verunmöglicht die Verbesserung der Medikamententherapie und verursacht unnötige Spitaleintritte. Darum einmal mehr: Schafft endlich die SD ab!
http://www.patientensicherheit.ch/de/ueber-uns/Patientensicherheit.html
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7790981
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=ismp+medication+safety+alert
30. November 2015
Foto © Maksim Kabakou Fotolia.com
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Medgate-Geschäftsführer Andy Fischer hat es bereits im Februar dieses Jahres angekündigt, dass er in Zukunft auch deutsche Ärzte ans Telefon seiner Telemedizin-Firma setzen will. Nun hat er sein Vorhaben in die Tat umgesetzt. Laut einem Bericht in der Ostschweiz am Sonntag vom 22. November beantworten seit zwei Monaten auch deutsche Ärzte Anfragen von Konsumenten. Nächstes Ziel ist laut Fischer Frankreich.
Fischers Vorgehen ist aus unternehmerischer Sicht nachvollziehbar. Unerfreulich für die Versicherten, die den Dienst nutzen (müssen), ist es dennoch. Versteht der Arzt aus Deutschland schweizerdeutsch? Oder müssen sich Tante Frieda und Onkel Alfred daran gewöhnen, ihr schriftdeutsch hervorzukramen, um sich einigermassen verständlich zu machen? Und erhalten sie von dem unter Umständen weit entfernten und mit der Schweiz kaum vertrauten Telemediziner tatsächlich praxistauglichen Rat betreffend den Schweizer Angeboten im Gesundheitswesen? Wie sieht der nächste Schritt aus? Werden wir uns bald an den Akzent eines mittel- oder fernöstlichen Telemediziners gewöhnen müssen? Ausgeschlossen ist dies nicht. Medgate betreibt seit 2014 auch in Abu Dhabi ein telemedizinisches Zentrum. Es richtet sich in Arabisch und Englisch an die Versicherten des lokalen Versicherers Daman. Aber was hindert Medgate daran, die Infrastruktur zu nutzen, um bald auch deutschsprechende Telemediziner an die Leitungen zu setzen und von dort aus den Schweizer Markt zu bedienen? (Einen humorvollen, aber aussagekräftigen Beitrag zu diesem Thema liefert der Film «Outsourced». Sehenswert und sehr unterhaltsam. Siehe Link zu IMDb)
Wie gesagt, aus unternehmerischer Sicht ist das Vorgehen vom Medgate-Chef nachvollziehbar. Die Versicherten sollten sich aber ernsthaft fragen, ob sie nicht doch besser in die nächstgelegene Apotheke gehen wollen. Die meisten alltäglichen Gesundheitsstörungen lassen sich nämlich ohne weiteres mit dem Rat und einem Medikament aus der Apotheke beheben. Und falls nicht, kennt der Apotheker die nächstgelegenen anderen Anlaufstellen.
http://www.medgate.ch/de-ch/medien.aspx
https://www.3-min.info/3min/?p=9020
http://www.imdb.com/title/tt0425326/
23. November 2015
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Der Kanton Zug will künftig den Medikamentenplan von Patienten auf einer Internetdatenbank allen Beteiligten zugänglich machen. «eMediplan» heisst das Projekt, das vom Kanton und der Ärztegesellschaft in einer Absichtserklärung unterzeichnet wurde. Und was fällt dem aufmerksamen Leser auf? Einmal mehr werden die Apotheker mit keinem Wort erwähnt! Was für ein Krampf! Würden Ärzte konsequent Rezepte ausstellen, wären viele Probleme gelöst. Dann laufen die Fäden nämlich in der Apotheke zusammen. Dort fallen Doppelverschreibungen, Dosierungsfehler, Interaktionen etc. sofort auf, denn die Apotheker verfügen nicht nur über universitäres Fachwissen (zur Erinnerung: Apotheker sind DIE Fachleute für Arzneimittel), sondern seit Jahrzehnten über hochspezialisierte IT-Lösungen mit Möglichkeiten für eRezepte, elektronische Patientendossiers, Interaktionsprogramme und vieles mehr. Alles schon da, und zwar in höchster Qualität. Aber nein, die Götter in Weiss wollen das Rad neu erfinden, nur weil sie die Apotheker partout nicht als Partner anerkennen wollen. Das ist eine verantwortungslose Verschleuderung von Ressourcen.
26. Juni 2015
Foto © jamesbin Fotolia
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Der Apothekerverband des Kantons Zürich lud Prof. Thomas Rudolph als Referenten an seine Frühjahrsversammlung vom 21. Mai ein. Das Thema lautete «Der Einfluss des Internets auf den Pharmahandel mit OTC-Produkten». Der Vortrag zeigte, was wir alle im Grunde genommen wissen, aber zuweilen gerne verdrängen: Die Konsumenten kaufen zunehmend über das Internet ein. Fixe Verkaufsstellen als alleinige Anlaufstelle verlieren an Boden, und zwar markant. Steigend ist allerdings nicht nur die Zahl der Einkäufe über das Internet, eine zunehmende Zahl von Konsumenten kauft situativ «mal im Geschäft, mal im Internet». Rudolphs Schlussfolgerung aus solchen Erkenntnissen: «Apotheken müssen über Cross-Channel-Management nachdenken, weil sie ansonsten an Pure-Player, wie z. Bsp. Amazon, Marktanteile verlieren.» Dabei sollen sich die Apotheker auf wenige Cross-Channel Services konzentrieren und nicht überall dabei sein wollen. Als Beispiele nannte er unter anderem: Die Kundenkarte soll sowohl im Online-Shop als auch im Ladengeschäft einsetzbar sein; man kann online bestellen und die Ware in einer beliebigen Filiale abholen; man kann online die Verfügbarkeit von Produkten beim gewünschten Händler abrufen; man kann über eine Smartphone-App Produktinformationen abrufen, die helfen, sich zu entscheiden u.ä.
Es war wohl nicht zuletzt der Referent, der mehr als 100 Apothekerinnen und Apotheker an die Frühjahrsversammlung des AVKZ lockte. Das ist ein gutes Zeichen. Apotheker sind seit 30 Jahren mit IT-Anwendungen vertraut und arbeiten schon lange mit zahlreichen sehr effizienten Lösungen. Da dürfte der Schritt zum Cross-Channel-Einkauf für viele lediglich ein logischer weiterer Schritt in eine erfolgreiche Zukunft sein, sofern sie ihn nicht ohnehin bereits vollzogen haben.
Wer sich mit dem Thema Cross-Channel-Einkauf vertraut machen will, findet entsprechende Literatur im Online-Shop des Forschungszentrums für Handelsmanagement an der Universität St. Gallen.
http://www.handelsliteratur-hsg.ch/
4. Juni 2015
Foto © Matthias Enter Fotolia
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Unter dem Titel «Die Bremser in Weiss» thematisiert NZZ online das elektronische Patientendossier, dessen Einführung noch immer auf sich warten lässt. Schuld daran ist einerseits sicherlich der Staat, der mit viel zu viel Regulierung jede Initiative im Keim erstickt. Andererseits blockieren aber auch die Ärzte, die den Sinn des elektronischen Patientendossiers nicht einsehen wollen oder sich möglicherweise aus finanziellen Gründen verweigern. Es ist kein Geheimnis, dass viele Ärzte in ihrer Praxis noch immer kein taugliches EDV-System installiert haben.
Dieser Rückstand bei den Ärzten ist ein weiterer Grund, die Apotheker besser ins Gesundheitswesen einzubeziehen. Apotheken arbeiten schon seit 30 Jahren mit bestens funktionierenden IT-Lösungen. Bestellungswesen, Abruf von Interaktionen, Alternativprodukten, Dosierungen, Kundendaten etc. gehören dort schon längst zum Standard, den jede Lehrtochter beherrschen lernt. Die Apotheker sind schon lange bereit. Ein Beispiel ist die Versichertenkarte VeKa der IFAK Data AG, auf der Versicherte freiwillig ihre persönliche Medikation, Kontaktdaten für den Notfall und Hinweise auf Patientenverfügung und Organspendeausweis speichern lassen können. Die Daten bleiben beim Versicherten. Er bestimmt, wem er Einblick geben will, und im Notfall können Rettungsdienste und Notfallärzte lebensrettende Informationen rasch ablesen.
http://www.nzz.ch/wirtschaft/unternehmen/die-bremser-in-weiss-1.18546206
http://www.notfalldaten.ch/wp/
26. Mai 2015
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Am 30. April fand in Buchs AG eine Konferenz zum Thema eHealth statt. Der Anlass stand unter dem Patronat von «Netzwerk Aargau». Dieses entstand auf Initiative des Aargauischen Apothekerverbandes und weiteren Leistungserbringern. Ziel ist eine Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen im Bereich eHealth. Bedürfnisse sollen eruiert, Chancen gemeinsam genutzt und Hindernisse frühzeitig erkannt und weggeräumt werden. Die Einladung zur Konferenz richtete sich an Apotheker, Pflegeheime, Spitäler und Ärzte. Teilgenommen haben mehr als 80 Personen. Das ist ein Erfolg, und der Aargauer Apothekerverband darf stolz sein auf seine Initiative, die offenbar Früchte trägt. So muss Zusammenarbeit aussehen. Wenn die Akteure zusammen am Tisch sitzen, um über Chancen und Herausforderungen von eHealth zu diskutieren, erfahren sie dabei automatisch viel von der Arbeit der anderen Berufsgruppen. Das fördert das gegenseitige Verständnis, was letztlich vor allem den Patienten und Konsumenten von Gesundheitsdienstleistungen zugutekommt. Wer vernetzt arbeitet, arbeitet besser.
http://www.apotheken-aargau.ch/aktuelles/gesundheitsberufe-weben-am-digitalen-netz-der-zukunft/
6. Mai 2015
Foto © Robert Kneschke
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Immer mehr Arztpraxen lassen sich in der Nähe der grossen Pendlerströme nieder. Besonders Bahnhöfe sind attraktive Orte, denn hier können Patienten auf dem Arbeitsweg noch schnell den Arzttermin wahrnehmen, und für die lokale Bevölkerung ist die Lage von Ärzten, Zahnärzten und Therapeuten beim oder im Bahnhof ideal, weil Bahnhöfe auch von den lokalen öffentlichen Verkehrsmitteln bestens erschlossen sind und gleichzeitig ein grosses Angebot an Einkaufsmöglichkeiten mit ausgedehnten Öffnungszeiten haben. Der Trend Richtung Bahnhöfe wird sicherlich anhalten. Vor allem jüngere Leute haben oft keinen Hausarzt, sie sind mobil und vom allgemeinen Konsumangebot rund um die Uhr gewohnt, alles sofort haben zu können. Einen Arzttermin drei Wochen im Voraus abmachen zu müssen, passt schlecht in diesen Lebensstil.
Dieser Trend müsste eigentlich zu einer Annäherung zwischen Ärzten und Apothekern führen. Die Apotheken sind seit vielen Jahren dem harten Wettbewerb ausgesetzt und daher schon längst auf gut frequentierte Standorte angewiesen, um überleben zu können. Wenn nun Arztpraxen und Therapeuten ebenfalls an diese Standorte nachrücken, ist es ein Gebot der Stunde, zusammenzuarbeiten. Es gibt spätestens jetzt keinen einzigen plausiblen Grund für die SD mehr. Und auch die ständig wiederholte Unterstellung der Ärzte, Apotheker seinen nicht qualifiziert für Impfungen und andere Dienstleistungen, lässt sich mit der räumlichen Nähe nicht aufrecht erhalten. Sollte tatsächlich einer der extrem seltenen Fälle eintreten, bei denen notfallmässig ein Arzt gebraucht wird, befindet er sich ja nun im selben Gebäude.
Noch etwas könnte eine Chance für die Apotheker sein. Immer mehr Ärzte und vor allem die zunehmende Zahl an Ärztinnen wollen nicht mehr selbständig arbeiten, sondern ziehen Teilzeitanstellungen vor. Vor diesem Hintergrund bietet es sich doch eigentlich an, dass der Apotheker, in der Mehrzahl immer noch selbständiger Unternehmer, eine Arztpraxis in seine Apotheke integriert oder sie in der Nähe einrichtet. Das würde die Gesundheitsversorgung auf einen Schlag modernisieren, denn man kann davon ausgehen, dass von Apothekern betriebene Arztpraxen mit effizienten IT-Systemen ausgerüstet wären. Diskussionen um das eRezept und das elektronische Patientendossier wären augenblicklich vom Tisch. Ausserdem könnte die Apotheke die Ärzte entlasten, indem sie einen Teil der Rezeptionsarbeit der Arztpraxis übernimmt, wie Termine abmachen, administrative Aufgaben erledigen etc.
Falls nun jemand aufschreit, die wirtschaftliche Nähe zwischen Arztpraxis und Apotheke wäre problematisch, sollte sich dann ehrlicherweise fragen, wie es denn mit der Problematik der SD steht und damit, dass von der öffentlichen Hand mitfinanzierte Spitäler zunehmend Apotheken und Ambulatorien in ihren Betrieb integrieren und ihren Chefärzten Boni bezahlen. Da wäre eine von einem Apotheker betriebene Arztpraxis vergleichsweise leicht zu überprüfen und sehr viel transparenter.
12. Dezember 2014
Foto © davis – Fotolia
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Die Apotheker haben seit Jahrzehnten eine topfunktionierende Logistik. Bereits vor dreissig Jahren führten sie systematisch den Computer in ihren Alltag ein. Bestellwesen, Kasse, Medikamenteninformationen, Interaktionsprogramm etc. gehören bei den Apothekern längst zum Standard. Flächendeckend, ohne Wenn und Aber. Dies erleichtert nicht nur die Arbeit in der Apotheke. Vor allem tragen die hochentwickelten Informatiksysteme wesentlich zur Patientensicherheit bei. Ob Patientendossier oder e-Rezept, die Apotheker sind bereit. Nicht so die Ärzte. Nach wie vor führen lediglich rund 30 Prozent der Praxisärzte ihre Patientendossiers vollständig elektronisch. Im Swiss-eHealth-Barometer 56 Prozent der Praxis- und Belegärzte geben an, sie würden die Einführung des elektronischen Patientendossiers erwägen (die Minderheit), in den nächsten drei Jahren nicht vorsehen (29 Prozent) oder gaben keine Antwort.
Dominik Jordan, Präsident von Pharmasuisse, schreibt in der aktuellen Ausgabe von Dosis: «Werden Patientendaten dokumentiert und über ein elektronisches Patientendossier zur Verfügung gestellt, können alle Behandelnden jederzeit, überall und in Sekundenschnelle darauf zugreifen. Es ist entscheidend, dass sie die Krankengeschichte der Patienten inklusive des Medikamentenbezugs mit Zustimmung der Patienten online abrufen können. Das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier ist deshalb ein wichtiger Schritt.» Die Zustimmung des Patienten für den Zugriff auf seine Daten sei ein Muss. Dass aber die Führung des elektronischen Patientendossiers für die Leistungserbringer freiwillig sein soll, dafür gebe es keinen vernünftigen Grund.
Wie gesagt, an den Apothekern liegt es bestimmt nicht. Sie sind mit IT-Lösungen längst vertraut und bestens vorbereitet auf die Weiterentwicklung von eHealth. Man wundert sich nur, dass die Politik die Berufsgruppe der Pharmazeuten nicht besser einbezieht. Die Apotheker könnten Zugpferd für wichtige Entwicklungen sein. Dass sich die Ärzte wegen der SD dagegen sträuben, ist nichts Neues. Aber die Politik sollte die Apotheker endlich als innovative, motivierte und fachlich ausgewiesene Partner ins Boot holen anstatt sie mit Preissenkungen an den Rand des Ruins zu treiben.
Dosis, News aus der Gesundheitspolitik, Nr. 67 / 11.2014 dosis _Nr67_Nov14_d_Web
Swiss-eHealth-Barometer Swiss_eHealth_Barometer
http://www.notfalldaten.ch/wp/
27. November 2014
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