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Unter diesem Titel fand im Studio von Santemedia.ch eine Diskussion mit Ruth Humbel, CVP-Nationalrätin Kt. Aargau und Mitglied der Gesundheitskommission, Fabian Vaucher, Präsident von Pharmasuisse, und Philippe Luchsinger, Vizepräsident Haus- und Kinderärzte Schweiz, statt. Ruth Humbel hat ein Postulat eingereicht mit der Forderung, dass Apotheker mehr Kompetenzen in der Grundversorgung erhalten sollen. Im breiten Apothekennetz und in der guten Ausbildung der Apotheker sieht sie ein grosses Potential. Sie nennt als Beispiele Messungen etwa von Cholesterin, Impfungen und die Abgabe von Medikamenten bei klarer Diagnose. Fabian Vaucher weist darauf hin, dass auch die Behandlung komplexer geworden ist. Viele Patienten gehen zu mehreren Spezialisten, das Medikamentenmanagement ist sehr viel anspruchsvoller geworden. Auch da könnten die Apotheker als Schaltstelle zwischen den verschiedenen Ärzten einen wesentlichen Beitrag zur Grundversorgung leisten. Am meisten Zurückhaltung hatte Philippe Luchsinger. Aber selbst er sieht ein, dass eine vermehrte Zusammenarbeit mit den Apothekern letztlich unumgänglich ist. Aus seiner Sicht muss jedoch noch ausgehandelt werden, wie weit die Kompetenzen der Apotheker tatsächlich gehen sollen. Fabian Vaucher brachte es auf den Punkt: Die Bevölkerung entscheidet, wo sie wann welche Leistungen beziehen will. In diesem Bereich kann die Apotheke vor allem auch jenen Teil der Bevölkerung erreichen, der keinen Hausarzt hat und trotzdem eine Impfung oder eine andere medizinisch-pharmazeutische Dienstleistung in Anspruch nehmen will, ohne viel Zeit investieren zu müssen.
Die Diskussion ist sehenswert. Grossen Applaus verdient Fabian Vaucher. Er ist ein hervorragender Kommunikator, seine Argumente überzeugen, und es gelingt ihm wie keinem vor ihm, aus festgefahrenen Gleisen herauszufinden und sowohl der Apothekerschaft neue Wege zu weisen, als auch Ärzten und Politikern mit innovativen Vorschlägen Möglichkeiten aufzuzeigen, die allen dienen. Dank gebührt auch Ruth Humbel. Sie hat das Potential der Apotheker erkannt und vertritt ihren Standpunkt mit plausiblen, überzeugenden Argumenten. Danke, Frau Humbel!
24. Oktober 2016
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Santésuisse (gemäss Eigendarstellung «die führende Branchenorganisation der Krankenversicherer») und Curafutura («Die innovativen Krankenversicherer») sind bekanntlich keine Freunde. Und offensichtlich funktionieren auch ihre Rechner unterschiedlich. Anders als Santésuisse kommt Curafutura nämlich zum Schluss, der Eingriff des Bundesrates in die Tarmed-Struktur zugunsten der Hausärzte habe positive Wirkung gezeigt. 200 Millionen Franken hätten aufgrund des Umbaus den Grundversorgern zulasten der Spezialärzte zukommen sollen. Mit 178 Millionen zusätzlich verrechneten Franken hätten die Hausärzte auch tatsächlich profitiert, sagt Curafutura. Gleichzeitig seien bei den Spezialisten die Kosten um 238 Millionen Franken gesunken.
Das sehen BAG und Santésuisse anders. Sie bezeichnen den Eingriff als Flop. Gegenüber der Sendung 10 vor 10 vom 8. April klagte Santésuisse-Direktorin Verena Nold, die Kosten bei den Spezialärzten seien nur gerade um 0.3% gesunken, jene der Spitalambulatorien sogar um 2% gestiegen. Und bei der FMH verteidigt man sich, es könne nicht 8,5% weniger Kosten geben, wenn die normale Kostensteigerung bereits 4% betrage. Ähnlich argumentiert der Spitalverband H+. Die Kosten der ambulanten Behandlungen im Spital seien zwar um 2% gestiegen, aber das – so heisst es beim Spitalverband – zeige ja gerade eben, dass die Tarmed-Anpassung voll durchgeschlagen habe. Schliesslich gebe es mehr Patienten und mehr ambulante statt stationäre Behandlungen. Soll heissen: Die Kostensteigerung wäre grösser ohne Tarifanpassung.
Diese divergierenden Zahlen zeigen vor allem eins: Es geht nicht um Fakten, sondern um Politik. Santésuisse profiliert sich seit Jahren regelmässig mit Fantasiezahlen. In deren Medienmitteilungen werden regelmässig Kraut und Rüben zusammengemischt, und wenn die realen Zahlen nicht ins Konzept passen, multipliziert man die Beträge einfach mit x und hängt noch ein paar Nullen dran, schon ist die fette Schlagzeile serviert. 99,9% der Medien schreiben den Unsinn dann kritiklos ab.
http://www.curafutura.ch/tarife/tarmed/display/show/detail/eingriff-des-bundesrates-in-den-tarmed/
http://www.srf.ch/news/schweiz/spezialaerzte-fangen-tarif-kuerzungen-mit-zusatz-behandlungen-auf
23. August 2016
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Im Kanton Wallis treffen sich am 1. September Vertreter verschiedener Partner im Gesundheitswesen zu einer Tagung, die der Walliser Apothekerverband und der Ärzteverband gemeinsam organisieren. Ziel des Treffens ist eine effizientere Zusammenarbeit unter Ärzten, Apothekern, Physiotherapeuten und anderen Berufsgruppen. Es wird sogar ein Wettbewerb lanciert, um neue Zusammenarbeitsprojekte zu fördern.
Den Wallisern ist für ihre Initiative ein Kränzchen zu winden. Bei den Walliser Ärzten herrscht nämlich keineswegs Zufriedenheit. Sie haben den Taxpunktwertvertrag mit den Krankenkassen gekündigt, weil sie den tiefen Taxpunktwert – es ist der tiefste für Leistungen im ambulanten Bereich – nicht länger akzeptieren wollen. Sie fordern aber nicht einfach nur mehr Lohn, sie wollen auch aktiv dazu beitragen, die Kosten im Gesundheitswesen zu dämpfen. Dazu gehört eine effiziente Zusammenarbeit, insbesondere zwischen Apothekern und Ärzten, aber auch mit anderen Berufsgruppen. Dass es den Ärzten ernst ist mit der Zusammenarbeit, zeigt unter anderem ein Blick auf ihre Website, wo neben den Informationen zum ärztlichen Notfalldienst gut sichtbar auch Angaben zum Apothekennotfalldienst angebracht ist, inklusive Link zu Website der Apotheker. Auch Qualitätszirkel zusammen mit den Ärzten existieren im Wallis seit längerem.
Die Bevölkerung ist ebenfalls in die aktuelle gesundheitspolitische Aktion einbezogen. Auf der Website des Ärzteverbands können interessierte Walliser einen online-Fragebogen ausfüllen über ihre Zufriedenheit mit dem medizinischen Angebot und über ihre Bereitschaft, mehr Geld für eine gute Gesundheitsversorgung auszugeben.
Ein Lob den Wallisern! Mögen sie Vorbild werden für den Rest der Schweiz, vor allem für jene Kantone, in denen die Ärzte wegen der SD immer noch daran festhalten, die Apotheker als unwissende Deppen hinzustellen, und sich gegen jegliche Zusammenarbeit wehren.
Schön wäre es auch, wenn die Krankenkassen für einmal ihren Blick vom Taschenrechner abwenden würden. Tiefe und noch tiefere Preise sind nämlich kein Qualitätsmerkmal, und statt permanent aus der Luft gegriffene Zahlen über angebliche Sparpotentiale bei den Medikamentenpreisen zu verbreiten, könnten die Krankenkassen mithelfen, Zusammenarbeitsprojekte zu entwickeln oder zumindest entsprechende Initiativen unterstützen.
Den Wallisern gutes Gelingen ihrer gemeinsamen Tagung vom 1. September!
http://www.smvs.ch/uploads/default/id-930-2016-08-17-Pressemitteilung-Interprofessionalitat-VS.pdf
http://smvs.limequery.com/689645?lang=de
http://www.pharmavalais.ch/apotheke-wallis/uber-pharmawallis-59.html
20. August 2016
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Die FMH hat 39‘000 Mitglieder. Diese tragen mit ihren Mitgliederbeiträgen 18 Millionen Franken zum FMH-Budget bei. Das entspricht 460 Franken pro Mitglied. Zu wenig, denn die FMH steckt in Geldnöten. Laut NZZ am Sonntag vom 10. Mai muss sie mit einem Fehlbetrag von 700‘000 bis zu 1 Million Franken rechnen. Der Ärzteverband hat nun Berater der KPMG beigezogen. Diese raten der FMH, die IT zu vereinheitlichen und über einen Personalabbau nachzudenken. Das scheint allerdings ein Schreckgespenst zu sein. Ein Aufschlag von 100 Franken pro Mitglied sei diskutabel, wird ein Hausarzt zitiert. Sehr überzeugend klingt das nicht. Engagement sieht anders aus. Zum Vergleich: Pharmasuisse zählt 5700 Mitglieder und vertritt 1350 Apotheken und generiert durch direkte und indirekte Mitgliederbeiträge rund acht Millionen Franken. Daraus zu schliessen, die Apotheker seien eben reiche Leute, wäre verfehlt. Ganz im Gegenteil. Apotheker sind es gewohnt, kämpfen zu müssen, und sie wissen, dass es dazu die notwendigen finanziellen Mittel braucht.
14. Mai 2015
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