Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /var/www/vhosts/3-min.info/httpdocs/index.php:1) in /var/www/vhosts/3-min.info/httpdocs/wp_201802/wp-includes/feed-rss2.php on line 8 Lieferengpässe – Informiert im Gesundheitswesen https://3-min.info Aktuelle Themen im Gesundheitswesen auf kritische, aber akzentuiert kommentierte Art nähergebracht. Mon, 04 May 2020 07:09:31 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://www.3-min.info/wp_201802/wp-content/uploads/2018/03/icon.png Lieferengpässe – Informiert im Gesundheitswesen https://3-min.info 32 32 Appell an Monsieur Prix – aus den Erfahrungen lernen und die richtigen Schlüsse ziehen https://3-min.info/2020/05/04/appell-an-monsieur-prix-aus-den-erfahrungen-lernen-und-die-richtigen-schluesse-ziehen/ https://3-min.info/2020/05/04/appell-an-monsieur-prix-aus-den-erfahrungen-lernen-und-die-richtigen-schluesse-ziehen/#respond Mon, 04 May 2020 07:09:31 +0000 https://www.3-min.info/?p=12167 Es machte eigentlich den Anschein, dass die Corona Krise die Schweiz zum Umdenken bewegte (Link auf 3-min Artikel).

Trotzdem gibt es auch hier Ausnahmen. So äusserte sich jüngst Monsieur Prix, Stefan Meierhans, in einem Artikel über Preise für Generika-Medikamente (Link auf Artikel). Und dies mit der ewig gleichen, alten Leier. Der Preisüberwacher hat seine Äusserungen nicht den aktuellen Krisen-Erfahrungen und Entwicklungen angepasst. Im Gegenteil. Er legt die aktuellen Geschehnisse so aus, dass er an seiner bisherigen Referenzpreis Politik festhalten kann.

 

Besonders überholt ist Meierhans Behauptung, dass man auch mit einem Referenzpreissystem den heilenden Wirkstoff in jedem Fall bekommen würde und es normalerweise auch eine Auswahl von Präparaten mit dem benötigten Wirkstoff geben werde. Die bereits vor Covid-19 bedenklich hohe Zahl an nicht lieferbaren Medikamenten ist Beweis genug, dass sich ein solches System und der konstante Preisdruck auf die ohnehin schon günstigen Generika nur kontraproduktiv auswirken würde. Ganz zu schweigen davon, was jetzt passiert ist, wenn Fabriken in China geschlossen werden, die alleinige Hersteller von Wirkstoffen sind.

 

Betrachtet man das Geschehen rund um das «Maskentheater», wird schnell klar was passiert, wenn der Markt spielt. Die Preise für die Masken sind in absurde Dimensionen gestiegen. Und was passiert im Gegenzug auf einem Markt, bei dem die Preise vom Staat festgelegt werden, wie dies bei den Medikamenten der Fall ist? Dort kann der Markt nicht spielen. Die Tiefpreispolitik führt hier dazu, dass sich die Anbieter vom Markt zurückziehen und genau diese Versorgungsengpässe entstehen.

 

Dass Generika Hersteller Produkte aus Rentabilitätsgründen vom Markt nehmen, dafür gibt es heute schon viele Beispiele. Dies zeigt auch der Verzicht der Mepha Pharma AG auf die Vermarktung eines Hydroxichloroquin Generikum, weil der vom BAG verfügte Preis dafür so tief war, dass eine solche nicht mehr rentabel war. Das Medikament wird seit dem Corona Virus auf Intensivstationen für Covid-19 Erkrankte vermehrt nachgefragt ist aber kaum erhältlich. Bei einer Referenzpreis Einführung würde genau das passieren, dazu braucht es keine Experten oder Studien, um dies vorauszusagen, die Realität hat es gezeigt.

 

Auch Monsieur Prix Aussage, dass Generika in der Schweiz doppelt so teuer sind wie im Ausland, ist unqualifiziert und reine Effekthascherei. Nicht nur Indonesien zahlt aktuell weit höhere Preise als Europa, um an Wirkstoffe zu gelangen. Es gab auch hier bereits vor Corona viele Beispiele, wo die Preise von Produkten ‑ welche in der Schweiz nicht lieferbar waren ‑ im Ausland bedeutend höher waren als die in der Schweiz vom Staat festgelegten Preise.

 

Aufgrund der aktuellen Gegebenheiten und Entwicklungen sollte auch Herr Meierhans seine überholten Argumente einem Refresh unterziehen. Wir appellieren auch an ihn, für die Zukunft aus den jetzigen Erfahrungen zu lernen und die Schlüsse richtig zu ziehen.

 

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Leserbrief „Fehlende Medikamente“ https://3-min.info/2020/03/02/leserbrief-fehlende-medikamente/ https://3-min.info/2020/03/02/leserbrief-fehlende-medikamente/#respond Mon, 02 Mar 2020 09:04:34 +0000 https://www.3-min.info/?p=12089 Wir haben von einem Leser einen Leserbrief zugestellt bekommen, welcher in der NZZ am 16. Dezember 2019 veröffentlicht wurde. Diesen möchten wir Ihnen, liebe Leser, nicht vorenthalten: Link zum Leserbrief

 

Wichtig für diese Thematik, sich in Erinnerung zu rufen, dass nicht der Markt die Medikamentenpreise bestimmt, sondern, dass diese in der Schweiz vom Staat festgelegt werden. Fehlende Medikamente hingegen, werden vom Markt bestimmt. Mit einem Referenzpreissystem will der Staat jetzt noch mehr eingreifen und regulieren. Dass der Markt darauf reagieren wird, ist klar. Wahrscheinlich aber nicht so, wie sich das die Damen und Herren von santésuisse vorstellen.

 

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Lieferengpässe – Dauerbrenner auch im 2020? https://3-min.info/2020/01/22/lieferengpaesse-dauerbrenner-auch-im-2020/ https://3-min.info/2020/01/22/lieferengpaesse-dauerbrenner-auch-im-2020/#respond Wed, 22 Jan 2020 11:03:37 +0000 https://www.3-min.info/?p=12024 Der Chefapotheker der Spitäler fmi AG postet gestern auf Facebook wieder einmal ein sehr eindrückliches Beispiel aus der Praxis zu den Folgen der Lieferengpässe:

 

Auch der IFAK Verein thematisiert dieses Thema regelmässig in 3-min.info und äussert sich in den Tageszeitungen mit Leserbriefen, um die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. In der NZZ vom 9. Dezember 2019 ist ein Artikel über die Rekord hohen Lieferengpässe erschienen.  Der Präsident des IFAK Vereins, Dr. Claus Hysek, hat dazu einen Leserbrief geschrieben, welcher erfreulicherweise, am 20. Dezember 2019 dann auch in der NZZ veröffentlicht wurde. Gerne möchten wir diesen unseren Lesern hier publizieren. Wir sind gespannt, ob sich die Situation der Lieferengpässe im 2020 etwas entspannen wird und unsere Politiker endlich erwachen oder ob es weiterhin ein besorgniserregender Dauerbrenner bleibt?

 

 

Leserbrief

von Dr. Claus Hysek, Apotheker, Schwadernau

 

Hunderte von Medikamenten fehlen

In ihrem Artikel beschreibt Frau Lahrtz ein heute wirklich besorgniserregendes, in Zukunft noch zunehmendes Problem (NZZ 9. 12. 19). Unsere Politiker scheinen den Ernst der Lage aber offensichtlich noch nicht erfasst zu haben. Sie plädieren immer noch unermüdlich für die Einführung eines Referenzpreissystems. Damit wird sich das Problem aber noch verschärfen. Derzeit gibt es schon unzählige Beispiele von Generika, welche von den Herstellern aus Rentabilitätsgründen vom Markt genommen wurden. Nicht selten erreichen sie bei diesen Billigstprodukten die Mindestabsatzmenge – die minimale Menge, die sie bestellen müssen, damit sie überhaupt beliefert werden – nicht mehr. Der Marktrückzug ist die Folge davon. Ein Referenzpreissystem verschärft aber genau diese Problematik. Der zunehmende Preisdruck, dass genau diese ohnehin schon sehr billigen Medikamente noch billiger werden sollen, eröffnet den Teufelskreis. Die Verhältnismässigkeit bei der Preisbildung der Medikamente im Vergleich zu anderen Produkten ist völlig aus der Balance geraten. Ein CB12-Kaugummi kostet heute pro Stück im Einkauf 37 Rappen. Eine Tablette eines Generikums gegen Schlafstörungen kostet weniger als die Hälfte – so zum Beispiel beträgt der Zolpidem-Preis pro Tablette 17 Rappen. Eine Amoxicillin-Tablette, ein Antibiotikum, ist mit 25 Rappen ebenfalls rund 30 Prozent günstiger als der Kaugummi. Dasselbe Bild bei den Schmerzmitteln: Dafalgan kostet pro Tablette 8 Rappen. Zum Preis eines Kaugummis erhalten wir also 4,5 Tabletten Dafalgan. Die Auflagen für die Markteinführung eines Kaugummis sind aber bei weitem nicht die gleichen wie jene für Medikamente. Wie also soll sich dieser Verhältnisblödsinn rechtfertigen? Ich hoffe sehr, dass unsere Politiker erwachen, bevor es zu spät ist.

 

 

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