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Für den Vertrieb dieser Sensoren ist der Apothekenkanal nicht vorgesehen. Entsprechend gibt es für die Apotheken auch keine vernünftige Marge. Und nun entfernt Abbott die Alkoholtücher aus dem Sensorset, wie die Firma in einem Schreiben informiert (Link auf das Schreiben).
Das gibt Mehraufwand für die Apotheken – Marge gibt’s leider immer noch keine.
Christian Hehl, Apotheker aus der Apotheke-Drogerie Birrfeld, verfasst ein Schreiben an die Firma Abbott. Seinen Appell für eine vernünftige Marge, möchten wir unseren Lesern nicht vorenthalten. Vielen Dank an Christian Hehl für seine Initiative und die Erlaubnis, seine Korrespondenz auf 3-min.info zu veröffentlichen.
Sehr geehrte Frau Vignola
Sehr geehrte Damen und Herren der Firma Abbott
Heute haben wir per Post Ihre Informationen über die Entfernung der Alkoholtücher aus den Sensorsets (Abbott Freestyle Libre) erhalten.
Nach wie vor erhalten wir im Verkaufs- und Beratungskanal der Apotheken bei diesem beratungsintensiven Produkt keine anständige Marge!
Der Aufwand, der durch die Entfernung der Alkoholtupfer verursacht wird, tragen ebenfalls wir Apotheken am Beratungstresen!
Bei der Einführung hiess es vom zuständigen Product Manager, dass dieses exklusive, neue Produkt ausschliesslich über den Kanal der Diabetologen vertrieben würde und dass nur diese Berufsgruppe in Genuss von Einkaufskonditionen käme, da sie angeblich den grössten Aufwand mit dem Patienten hätten!
Bei wem steht der Patient, wenn es mit dem Aufkleben des Sensors nicht klappt? Sicher nicht beim Diabetologen!
Im Schnitt besucht ein Diabetiker alle 14 Tage seine Apotheke und da wird er betreut, umsorgt und beraten!
Ein weiteres Argument des Product Managers war, dass man den Vertrieb direkt via Internet, kundenfreundlich für den Patienten aufgezogen habe und dieser darüber bestellen könne.
Auch da machen wir die Erfahrung, dass viele ältere Patienten mit diesem Bestellprozedere im Internet überfordert sind und den Freestyle Libre Sensor lieber über die Apotheke beziehen, wo sie eben dann auch fachgerecht über die korrekte Anwendung instruiert werden!
Das machen wir gerne, im Dienst des Patienten! Aber nicht zu Gottes Lohn! Denn TARMED-Minuten können wir ebenfalls nicht verrechnen, wie es ein Diabetologe tun kann.
Deshalb brauchen wir für unsere Beratungsdienste endlich eine anständige Marge von Abbott!
Freundliche Grüsse
Christian Hehl
Apotheke-Drogerie Birrfeld
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Fangen wir jetzt endlich an, umzudenken?
Niemand schreit mehr nach den günstigeren Medikamenten aus dem Ausland. Wir sind froh, wenn wir Medikamente in der Schweiz haben, die noch lieferbar sind und dazu Personal, welches die Kompetenz hat, um uns diese zu verkaufen.
Wir sind dankbar für unser Apotheke vor Ort, welche in dieser Situation Grossartiges leistet. Dahinter stecken Menschen, die diese hervorragende Arbeit machen und für uns da sind. Das Personal in unseren Apotheken arbeitet mit einem Lächeln an vorderster Front, obwohl sie dort dem Virus ausgeliefert sind. Sie stellen bis zum Umfallen Desinfektionsmittel her – weil auf dem Markt keines mehr erhältlich ist – machen das Vielfache an Hauslieferdiensten, beraten ihre Kundinnen und Kunden freundlich und kompetent und sorgen dafür, dass keine Hamsterkäufe an Arzneimitteln getätigt werden.
Begreifen wir jetzt, dass dieses ganze System seinen Preis hat? Genau wie das Fleisch beim Metzger, der Haarschnitt beim Coiffeur oder der Film im Kino. Waren wir in den letzten Jahren viel zu verwöhnt, um das zu verstehen? Wir wollten möglichst alles, möglichst billig. Jetzt, wo wir uns wieder auf das Wesentliche beschränken müssen, merken wir, wie wertvoll es ist.
Die momentane Anerkennung für diese Leistung durch Dankbarkeit und Applaus gibt Zuversicht. Die Apotheken zählen darauf, dass sie durch die Schweizer Bevölkerung und die Politiker nach dieser Krise unterstützt werden und die Diskussion um die Einführung eines Referenzpreissystems nicht mehr geführt werden muss, oder die ewigen falschen Auslandpreisvergleiche endlich aufhören.
Nach dieser Krise geht es darum, in die Zukunft zu schauen und von den jetzigen Erfahrungen zu lernen. Die Politik muss dann endlich die Weichen richtig stellen.
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]]>Von links bis rechts, von liberal bis konservativ, kein einziger Parteipräsident, keine einzige Parteipräsidentin, hat als Ursache für die Kosten im Gesundheitswesen die Medikamentenpreise genannt.
Trotzdem beharren Bundesrat Berset und das BAG fortan auf Sparmassnahmen, welche auf weiteren Senkungen der Medikamentenpreise beruhen, beispielsweise die Einführung des Referenzpreissystems und die Senkung der Margen bei den Apotheken.
Die bis heute erfolgte Einsparung von über einer Milliarde Franken bei den Medikamenten, hat den Prämienanstieg für 2020 massiv gemildert. Gerade deshalb ist es nicht akzeptabel, dass beim aktuellen Massnahmenpaket erneut die Apotheken einbüssen sollen.
Wenn für alle klar ist, dass die Medikamente nicht die Kostentreiber sind, warum ergreifen unsere Politiker die Massnahmen nicht dort, wo die eigentlichen Ursachen sind?
An eine nachhaltige Senkung der Gesundheitskosten glauben sie nicht. Wahrscheinlich deshalb nicht, weil sie wissen, dass wir die wirklichen Kostentreiber eben nicht mit den eingeleiteten Massnahmen in den Griff bekommen werden. Auch Stefan Felder, Gesundheitsökonom, sagt in einem Interview, dass die alten Aufschläge bei den Prämien wieder zurückkommen werden. Dies, weil die Menschen die Gesundheit hochschätzen und dass bei Herr und Frau Schweizer die Nachfrage nach Gesundheit, dank positiver Einkommensentwicklung, angestiegen ist. (Link zum Artikel)
Um die Kosten in den Griff zu bekommen, müssen also andere Massnahmen ergriffen werden als gefährliche, regulative Experimente mit dem Referenzpreis. Sparwut bei den Medikamenten, welche nur gerade 4,4 Prozent der Gesundheitskosten ausmachen, ist nicht zielführend, aber ganz sicher gefährlich für die Versorgungssicherheit.
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Der IFAK Verein hat einen Leserbrief verfasst, welchen wir unseren Lesern hier gerne publizieren. Wir sind gespannt, ob der Leserbrief im Beobachter auch veröffentlicht wird.
von Dr. Claus Hysek, Präsident IFAK Verein
Was wollen Sie mit diesem Artikel bezwecken? Er ist ein Potpourri von negativen Aussagen über Apotheker und Ärzte. Ein Rundumschlag, welcher nur Donnerwetter enthält, weit ab von professioneller Berichterstattung. Was soll das?
In 30 Prozent des gesamten Artikels lassen Sie sich über die Pauschalen aus. Sie hinterfragen kein einziges Mal, weshalb diese eingeführt wurden und verlieren kein Wort darüber, dass mit diesen Pauschalen, durch die Abkoppelung des Apothekenertrags vom FAP, seit der Einführung bereits über eine Milliarde Franken Kosten eingespart wurde!
Dann philosophieren Sie in weiteren 30 Prozent des Artikels, dass die Kontrolle bei der Abgabe von Medikamenten notwendig und lebensrettend sei. Müsste diese Kontrolle Ihrer Meinung nach GRATIS gemacht werden? So klingt es jedenfalls aus Ihren Zeilen.
Ungefähr einen Fünftel Ihres Artikels widmen Sie der Marktkonzentration durch Ketten und der Migros. Dadurch sind die unabhängigen Apotheken auch auf dem Land in einem schwierigen Umfeld.
Fünf Prozent vergeuden Sie damit, über Fehlanreize zu sprechen. Wissen Sie, wie in der Schweiz die vom Staat vorgeschriebenen Medikamentenpreise berechnet werden? 56 Prozent der 185 Millionen Medikamentenpackungen, die jährlich verkauft werden, haben einen Fabrikabgabepreis unter 15 Franken! Diese verursachen gerade mal 7.7 Prozent der Medikamentenkosten. In dieser Preisklasse befinden sich die meisten Generika. Die Preisdifferenz zwischen einem Generikum und einem Originalpräparat wird ebenfalls vom Staat vorgegeben und beträgt 20 Prozent. Der Arzt oder der Apotheker verdient nur gerade 50 Rappen mehr, wenn er anstelle des Generikums ein Originalpräparat abgibt. Hier von einem Fehlanreiz zu sprechen, ist völlig fehl am Platz und entspricht in keiner Weise der Realität.
In den verbleibenden 15 Prozent Ihres Artikels erläutern Sie dann, wie Herr Berset Gegensteuer geben will. (Nebenbei – über die oben genannten Themen, die 85 Prozent Ihrer Kritik ausmachen, will und kann der Bundesrat keine Gegensteuer geben.) Was Sie über Generika und den Referenzpreis aussagen, entbehrt jeglichen Kommentar. Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie zukünftig anstelle Ihrer undifferenzierten Generalabrechnung die Zahlen und Facts auch einmal mit einer anderen, objektiveren Brille anschauen würden. Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung.
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Die Aussage von Verena Nold, Direktorin von santésuisse, lässt einem aber wahrhaftig den Atem stocken. Sie lässt verlauten, dass «…Luft aus dem System genommen werden müsse, damit die neuen Therapien (mit den exorbitant hohen Preisen) finanziert werden können…».
Wie das gehen soll? Da lässt sich santésuisse nichts Neues einfallen, die alte Suppe wird jedes Jahr wieder neu serviert.
Die Generika, welche mit elf Prozent der Medikamentenkosten in die Bücher schlagen und von den Gesamtkosten gerademal ein Prozent verursachen, sollen also noch billiger werden. Das ist absolut der falsche Weg. Man kann diese hochpreisigen Medikamente und die Generika nicht in den gleichen Topf werfen und quersubventionieren. Das wäre, wie wenn man sagen würde: «Wir müssen Luxusspitäler mit Luxusbetten finanzieren, dafür reduzieren wir die Löhne des Pflegpersonals.» Vielmehr braucht es neue Modelle, neue Ideen.
santésuisse jongliert mit Prozenten, um Wolken am Horizont aufzuspüren und Schuldige zu bezeichnen. Prozente allein sind aber nicht zielführend. Ein Prozent von einer Million sind trotzdem mehr als zehn Prozent von zehntausend Franken.
Schaut man sich die Zahlen aus der santésuisse Pressemappe an, fallen auf einen Blick Widersprüche auf, die unentschuldbar sind. Leider nicht zum ersten Mal.
Im ersten Diagramm wird die Steigerung der Medikamentenkosten zwischen 2017 und 2018 mit 4.4 Prozent angegeben. Auf der gleichen Seite, in einem anderen Diagramm, ist dann die Steigerung der Medikamentenkosten zwischen 2017 und 2018 von 262 CHF pro Patient, auf 266 CHF gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von 1.5 Prozent, also fast drei Mal weniger!

Genauso stümperhaft wie diese Analyse, ist dann auch das «Hinterfragen nach dem Warum» der Kostensteigerung, damit Lösungen gefunden werden könnten. Das die 4.4 Prozent nur von den hochpreisigen Medikamenten kommen (2 Prozent der Packungen verursachen fast 50% der Kosten), interessiert bei santésuisse niemanden. Lieber schraubt man an den Vertriebsmargen der Apotheker.
Für konstruktive Lösungen hat sich santésuisse in den letzten Jahren keinen Namen gemacht. Im Gegenteil, sie sind eher als Blockierer und Verhinderer von Reformvorschlägen aufgefallen (Link auf Artikel).
Nachhaltige Lösungen zu entwickeln und der Problematik auf den Grund zu gehen, wäre besser als mit dem Finger auf die anderen zu zeigen, die «vermeintlich Schuldigen» an den Pranger zu stellen und Jahr für Jahr tendenziöse, oft falsch aufbereitete Zahlen zu präsentieren.
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]]>Herr Meierhans, gestatten Sie uns die – zugegeben provokative – Frage:
«Wollen Sie die Gesundheitskosten senken und wirklich etwas verändern, oder vielleicht doch nur Ihren Posten rechtfertigen?»
Wieso wir darauf kommen?
In seiner Medienmittelung schreibt Meierhans über «…die fortschreitende Kostenentwicklung im Gesundheitswesen…», dass «…Preise und Tarife der wichtigste Kostentreiber…» sind.
Ist diese Aussage fundiert oder einfach mal so in den Raum gestellt?
Ganz allgemein gilt: Kosten = Menge x Preis.
In den undifferenzierten Aussagen von Preisüberwacher und auch von santésuisse, ist im Zusammenhang mit den Kosten aber immer nur vom Preis die Rede. Nie von der Menge. Ok, er ist ja auch Preis- und nicht Mengenüberwacher. Tatsache ist, die Kosten der Medikamente sind in den Jahren 2014 bis 2018 um 22.8 Prozent gestiegen.
Wie klingt nun die perfekte Schlagzeile aus den Amtsstuben und wird als Massnahmen-paket von Preisüberwacher und von santésuisse propagiert? Die Leistungserbringer verdienen zu viel, deshalb müssen die Margen gesenkt und der Referenzpreis für Generika eingeführt werden.
Wenn man sich die Sache als objektiver Analyst oder Ökonom genau anschauen und versuchen würde, der Wahrheit auf den Grund zu gehen – um wirklich nachhaltig etwas zu bewegen – würde das differenzierter daherkommen.
Die Gesamtmarge der Apotheken beträgt ein Prozent der gesamten Gesundheitskosten. An der Marge der Apotheken herumzuschrauben, ist also weder effizient noch nachhaltig.
Nebenbei: Gesamtmarge bedeutet NICHT Verdienst, für diejenigen die das nicht wissen.
Die Apothekerschaft zu schwächen ist kurzfristig gedacht und dumm. Wie sollen die Apotheken in die Zukunft investieren, wenn ihnen die Lebensgrundlage weggenommen wird? Auch das BAG gesteht den Apotheken eine Eigenkapitalrendite von lächerlichen 0.1 Prozent zu, was es so in keiner anderen Branche gibt.
Würde man sich die Zahlen genauer anschauen, so könnte man sehen, dass in den unteren Preisklassen (unter 70 Franken) in den Jahren 2014 bis 2018 eine Mengenausweitung von 10.33 Prozent und eine Zunahme des Publikumspreises von 10.5 Prozent erfolgte. Dies entspricht einer reellen Zunahme von 0.17 Prozent. Bei den Apotheken war hier sogar ein Margen Rückgang von 0.41 Prozent zu verzeichnen. Mengenmässig haben die Medikamente dieser Preisklasse einen Anteil von 90 Prozent und verursachen einen Kostenanteil von 40 Prozent.
Dem gegenüber weisen die Medikamente der Preisklasse über 70 Franken einen Mengenanteil von 10 Prozent aus, verursachen aber 60 Prozent der Kosten!
Das Preismodell vom Bundesrat senkt aber gerade bei den Produkten unter 70 Franken die Marge des Apothekers, und gefährdet dadurch dessen Existenz. Auch der Referenzpreis trifft mehrheitlich die Produkte der unteren Preisklassen bis 70 Franken, 86 Prozent der Generika befinden sich nämlich in dieser Preisklasse. Auch damit wird die Grundversorgung massiv gefährdet.
Würde man bei der Preisklasse über 70 Franken den Ex-Factory Preis um sechs Prozent reduzieren, würde die Einsparung 200 Millionen – also Vier mal mehr – betragen. Und dies ohne die Grundversorgung zu gefährden.
Mister Prezzi, wir müssen zugeben, ihr Selbstmarketing haben Sie ganz gut im Griff. Aber Sie sind nun einmal nicht im Marketing tätig, sondern haben das offizielle Amt als Preisüberwacher inne. Und da gehören solche unwürdigen Aussagen nicht hin.
Wenn Sie wirklich etwas verändern und die Gesundheitskosten in den Griff bekommen wollen, dann müssen alle Faktoren auf den Tisch gelegt und die Ursachen objektiv beurteilt werden. Erst dann können die notwendigen Massnahmen vorgeschlagen und getroffen werden. Bis jetzt hat man aber meistens einfach an den Medikamentenpreisen herumgeschraubt. Das ist ja auch einfach – und lässt sich vermarkten, sehr gut sogar! Schön wäre aber, wenn man endlich aufhören würde mit dieser Pflästerlipolitik und dem «umeschrübele», nur um sagen zu können, dass man «etwas» gemacht hat.
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Wenn man sich die in der Studie publizierten Tabellen anschaut, sind die Preise in der Schweiz überall höher als im Vergleich zu Europa: Die Kosten für Bildung und Spital sind in der Schweiz mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt der EU-Länder. Das Fleisch ist doppelt so teuer und auch Milchprodukte sind rund 60 Prozent teurer als in unseren Nachbarländern.
Bundesrat, Preisüberwacher und die Damen und Herren von santésuissse, bitte lesen Sie die Studie und schauen Sie sich die Parallelen zum Medikamenten-Markt an. Es sind also nicht einfach die bösen Apotheker, welche zu hohe Margen absahnen und deshalb für die hohen Medikamentenkosten verantwortlich gemacht werden können.
Heinz Brand, VR-Präsident von santésuisse, wirft den Apothekern zu hohe Verdienste vor, santésuisse macht immer wieder unzulässige Margenvergleiche und der Preisüberwacher sieht in seiner letzten Medienmitteilung die grössten Kostentreiber beim Preis! Nein, so ist es eben nicht. Herr Meierhans, Kosten sind immer Menge mal Preis.
Wir müssen uns den Rahmenbedingungen bewusst sein und wenn wir etwas ändern wollen, dann müssen wir die gesamte Schweiz umkrempeln. Einfach bei den Apothekern die Marge reduzieren bei den vom Staat festgelegten Medikamentenpreisen, ist ganz bestimmt der falsche Weg. Mit Hetzjagd auf Einzelne wurden noch nie gute und nachhaltige Lösungen gefunden und Partner haben keine Möglichkeit, Spielräume für solche zu schaffen.
Die Infrastruktur der Apotheken zu zerstören, um damit das Problem der hohen Gesundheitskosten in der Schweiz zu lösen, ist, wie wenn man das Plastik-Problem in den Weltmeeren lösen will, indem man Plastik-Trinkhalme verbietet.
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]]>Liebe Frau Nold,
Weil die Kosten für Medikamente immer noch zu stark wachsen, wollen Sie bei den Vertriebsmargen der Apotheken weiter über 300 Millionen Franken sparen (laut einem Artikel in der BaZ vom 4.2.2019). Aber wie immer, vergleichen Sie Äpfel mit Birnen in Ihrer rein politisch motivierten Argumentation.
Die Gesundheitskosten sind seit 22 Jahren noch nie so wenig angestiegen wie 2018, so eine aktuelle santésuisse-Statistik. Nur die Kosten für Medikamente seien stärker gewachsen als im Vorjahr. Ich wäre froh, Sie könnten uns diese Statistik zur Verfügung stellen. Wir haben Zahlen, welche genau das Gegenteil aussagen. Uns Apotheker so an den Pranger zu stellen ist unredlich und inakzeptabel.
Fakt ist, die teuren Medikamente (über CHF 2570.-) sind, mit zehn Prozent, überdurchschnittlich gewachsen. Mengenmässig machen diese jedoch nur 0,1 Prozent, wertmässig aber fast 13 Prozent des SL-Marktes aus. Der Apotheker verdient daran unterdurchschnittlich und nicht kostendeckend. Umsatz und Vertriebsmarge sind nicht das Gleiche. Also wo genau möchten Sie sparen? Im Dezember haben wir Ihrem Chef, Herrn Brand, zur gleichen Thematik einen offenen Brief geschrieben.
Mit Ihren populistischen Fehlinformationen über die viel zu hohen Margen, welche für die Gesundheitskosten verantwortlich seien, tragen Sie nichts zu zielorientierten Lösungen bei. Die von Ihnen geforderte Einsparung des Vertriebsanteils ändert also nichts am Kostenfaktor Medikamente. Sie gefährden aber das Überleben der Apotheken. Denn der Anteil der Apotheken beträgt hier rund 55 Prozent. Somit wollen Sie ungefähr 180 Millionen Franken bei den Apotheken einsparen. Dies entspricht knapp 30 Prozent der Marge des Apothekers. 30 Prozent Margenkürzung überlebt aber kein Unternehmen. Wollen Sie das?
Freundliche Grüsse
Dr. C.M. Hysek
Präsident IFAK Verein
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]]>Die Marge des Apothekers setzt sich zusammen aus einem Fixanteil und einem prozentualen Anteil. Der Fixanteil ist für alle Medikamente einer Preisklasse gleich. Der Fehlanreiz müsste also in der prozentualen Marge liegen. Offenbar macht hier aber niemand die Rechnung!
Nehmen wir an, ein Apotheker kauft ein Medikament für CHF 50 ein. Die prozentuale Marge beträgt CHF 6. Diese muss er sich mit dem Grossisten teilen. Dem Apotheker selbst bleiben also CHF 3.
Verkauft er nun ein Medikament zum Einkaufspreis von CHF 75 (50 Prozent teurer!), beträgt seine Marge – wenn man die gleiche Rechnung macht – CHF 4.50. Das sind CHF 1.50 mehr. So weit so gut.
Ein vergleichbares, austauschbares Medikament zu finden, welches 50 Prozent teurer ist, ist eher unrealistisch und sicher nicht die Regel. Bei Generika beträgt die Preisdifferenz 20 – 30 Prozent. Macht man diese Rechnung, beziffert sich der viel zitierte Fehlanreiz auf 90 Rappen.
Fazit: Der Fehlanreiz bewegt sich in der Regel im Rappen-Bereich. Dafür muss der Apotheker dann noch ein teureres, adäquates Medikament heraussuchen, dieses dem Kunden erklären, etc. Hier von einem Fehlanreiz zu sprechen, ist völlig fehl am Platz.
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]]>Sehr geehrter Herr Brand
Wir beziehen uns auf Ihren Beitrag zur Vernehmlassung Vertriebsanteil auf Ihrer Web-Plattform https://www.santesuisse.ch vom 18. Dezember 2018. Alleine die Aussage «Die Vertreiber von Medikamenten (Grosshandel, Apotheken, selbstdispensierende Ärzte und Spitalapotheken) werden bereits heute übermässig für ihren Aufwand entschädigt.» empfinden wir als Affront.
Sie verlangen 330 Millionen Franken Einsparung beim Vertriebsanteil. Der Anteil der Apotheken beträgt hier rund 55 Prozent. Somit wollen Sie ungefähr 180 Millionen Franken bei den Apotheken einsparen.
Dies sind knapp 30 Prozent der Marge des Apothekers,
um schlussendlich ein Prämienprozent einzusparen!
30 Prozent Margenkürzung überlebt kein Unternehmen. Erlauben Sie uns die ketzerische Frage: Wie viele Millionen Franken könnte das Schweizer Gesundheitswesen sparen, wenn die Löhne des Kaders (nur Kader!) bei santésuisse und den Krankenversichrungen um 30 Prozent gekürzt würden? Theoretisch ist eine Kürzung dieser hohen Löhne in dieser Grössenordnung problemlos möglich. Eine Kürzung von Margen aber nicht, da damit nicht nur die Löhne des Personals, sondern auch alle Fixkosten wie Miete, Versicherungen, Telefon, etc. bezahlt werden müssen. Ein Vergleich von Löhnen und Margen ist aber Äpfel mit Birnen verglichen. Damit ist ja santésuisse besonders geübt bei ihren immer wiederkehrenden, unzulässigen Auslandspreisvergleichen.
Die Verwaltungskosten der Krankenkassen in der Schweiz sind mit 1.7 Milliarden Franken (4.8 Prozent) halb so hoch wie die gesamten Medikamentenkosten über den Apothekenkanal. In Dänemark betragen die Verwaltungskosten der Krankenversicherungen 1.5 Prozent. Hätten wir in der Schweiz ebenfalls Verwaltungskosten in der gleichen Grössenordnung, könnte man 600 Millionen Franken sparen. Fast doppelt so viel, wie Sie bei den Medikamenten sparen wollen. Ja, auch dieser Vergleich ist Äpfel mit Birnen verglichen… aber das kennen wir ja.
Schon intellektuell ist es nicht akzeptabel, Leistungskosten, die zwingend in der Schweiz mit Schweizer Löhnen und Infrastrukturen zu erbringen sind, mit dem Ausland zu vergleichen. Schweizer Unternehmungen sowie auch Apotheken, dürfen keine Ausländer zum Auslandslohn anstellen. Dagegen könnten ohne Probleme die administrativen Leistungen der Krankenversicherer aus dem Fernausland erbracht werden. Aus diesem Grund sollte auch santésuisse sich den weisen Spruch zu Herzen nehmen, bevor sie weiterhin mit destruktiven populistischen Fehlinformationen gegen ihre zuverlässigsten Vertragspartner in den Medien auftreten: „Leute die im Glashaus sitzen, sollten nicht mit Steinen um sich werfen.“
Sie selber sprechen im „Brennpunkt“ in jüngster Zeit davon, dass alle Akteure im Gesundheitswesen «Verantwortung wahrnehmen» müssen. Mit solchen Aktionen gefährden Sie die medizinische Grundversorgung in der Schweiz. Finden Sie das verantwortungsvoll?
Wir verstehen unter Verantwortung wahrnehmen, dass sich die Leistungserbringer für konstruktive Gespräche und nachhaltige Lösungsfindungen an einen Tisch setzen. Die Krankenversicherungen können nicht nur mit dem Finger auf die anderen zeigen. Ein Verhandlungspartner, der mit derart pauschalisierten Behauptungen um sich schlägt, trägt unserer Meinung nach nicht zu guten Lösungen bei.
Die Mitglieder des IFAK Vereins engagieren sich seit 1991 für die Interessen der unabhängigen Apotheke und der Apotheker, die eine wichtige Rolle im Gesundheitswesen spielen und wesentliche Aufgaben der Grundversorgung wahrnehmen können. Wir haben zur eingangs erwähnten Vernehmlassung ebenfalls eine Stellungnahme beim BAG eingereicht. Gerne lassen wir Ihnen diese in der Beilage zukommen.
Freundliche Grüsse
IFAK Verein
Dr. C. M. Hysek
Präsident
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