Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /var/www/vhosts/3-min.info/httpdocs/index.php:1) in /var/www/vhosts/3-min.info/httpdocs/wp_201802/wp-includes/feed-rss2.php on line 8 Medikamentenpreise – Informiert im Gesundheitswesen https://3-min.info Aktuelle Themen im Gesundheitswesen auf kritische, aber akzentuiert kommentierte Art nähergebracht. Tue, 06 Oct 2020 14:20:26 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://www.3-min.info/wp_201802/wp-content/uploads/2018/03/icon.png Medikamentenpreise – Informiert im Gesundheitswesen https://3-min.info 32 32 santésuisse will mit manipulativen Argumenten für Referenzpreissystem überzeugen https://3-min.info/2020/10/06/santesuisse-will-mit-manipulativen-argumenten-fuer-referenzpreissystem-ueberzeugen/ https://3-min.info/2020/10/06/santesuisse-will-mit-manipulativen-argumenten-fuer-referenzpreissystem-ueberzeugen/#respond Tue, 06 Oct 2020 09:52:30 +0000 https://www.3-min.info/?p=12250 Im Brennpunkt 03/2020 fordert Heinz Brand – Präsident von santésuisse – die Volksvertreter auf, im Sinne der Wählerinnen und Wähler, für das Referenzpreissystem zu stimmen. Nur macht er das mit manipulativen Zahlen und Vergleichen. Im Zeitalter von Donald Trump scheint es offenbar legitim zu sein, mit falschen Fakten die Meinungen der Leute zu manipulieren. Wir finden das aber für einen einflussreichen Verband und Politiker in der Schweiz verwerflich.

 

Im besagten Artikel wird eine Graphik gezeigt, wo sich die Schweiz mit 23 Prozent Generikaanteil an letzter Stelle befindet. Es wird aber nicht erwähnt, dass es sich dabei um keine standardisierte Statistik der OECD handelt, so dass deren Vergleichbarkeit nicht a priori gegeben ist. In ihren Publikationen weist die OECD selbst auf diese Problematik auch immer wieder hin.

 

Um dies auf einfache Weise zu veranschaulichen, was das bedeutet, kann man den Vergleich der täglichen Covid-19 Ansteckungen der Schweiz und Deutschland nehmen. Deutschland verzeichnet am 2. Oktober 2’673 neue Ansteckungen, die Schweiz 552. Wie gut wir Schweizer doch sind!

 

Bei diesem Vergleich würde wohl fast keiner reinfallen, weil klar ist, dass es in Deutschland ca. 10-mal mehr Einwohner hat und das Ganze dadurch relativiert wird. Aber auch diese Zahlen lassen sich nicht direkt vergleichen, weil auch die Anzahl Tests, welche in beiden Ländern gemacht werden, auf einen Vergleich Einfluss haben.

 

Man sieht an diesem Beispiel gut, dass es nicht einfach ist, Zahlen zu vergleichen, wenn die Voraussetzungen der Basis, etc. nicht gleich und standardisiert sind. Die Grafik von santésuisse ist im übertragenen Sinn wie eine Grafik, die die beiden Zahlen 2‘673 und 552 gegenüberstellen und vergleichen würde.

 

Die Voraussetzungen zwischen den einzelnen Ländern im Generikavergleich sind ungleich komplexer und widersprüchlich. In den verglichenen Ländern gibt es verschiedene Generikadefinitionen, unterschiedliche Abgrenzungen, differenzierte referenzierte Märkte, andere Messkonzepte, unterschiedliche Anteile des Generika fähigen Marktes, etc.

 

Auf das ewige Gejammer über die doppelt so hohen Preise in der Schweiz gegenüber Deutschland wollen wir an dieser Stelle gar nicht erst eingehen. Nur eines sei hier angemerkt: Herr Brand verdient in der Schweiz sicher doppelt so viel wie sein Amtskollege in Deutschland. Auch das zahlt der Prämienzahler.

 

Weiter geht es dann aber auch im Artikel mit der Manipulation: „Für viele patentabgelaufene Arzneimittel stehen seit Jahren Generika mit einem identischen Wirkstoff zur Verfügung. So ist beispielsweise der schmerzlindernde Wirkstoff Paracetamol sowohl im teuren Dafalgan als auch im wesentlich kostengünstigeren «Paracetamol Sandoz» enthalten. Durch den konsequenten Einsatz von Generika könnten pro Jahr mehrere Millionen Franken eingespart werden – ohne Qualitätseinbussen.“

 

Es wird hier nicht der Vergleich zwischen einem patentabgelaufenen Arzneimittel und einem Generikum gemacht, sondern einer zwischen zweie Generika. Schaut man sich die Sache noch etwas genauer an, ist der Sachverhalt folgendermassen:

Für die kleinste Packung Dafalgan 1 Gramm Tabletten bezahlt man 7.20 Franken, für die Packung Paracetamol Sandoz 7.65 Franken. Nach dem Muster von santésuisse, müssten wir dem Leser jetzt unterschlagen, dass es sich beim Dafalgan um eine 16er Packung und bei Sandoz um eine 20er Packung handelt. Berücksichtigt man das, kostet die einzelne Tablette 0.45 Franken für Dafalgan, bzw. 0.385 Franken für die Sandoz Tablette. Wobei es sich beim Dafalgan um eine Filmtablette handelt, welche wesentliche Vorteile hat, also eigentlich nicht direkt vergleichbar wäre. Genau genommen kommt es die Versicherungen sogar noch günstiger, da ja Packungsweise verkauft wird und die Dafalgan Packung günstiger ist.

 

Um beim Dafalgan zu bleiben: Ob es sinnvoll ist, den vom Staat festzulegenden Preis, für eine Packung Schmerzmittel Dafalgan 500 mg, auf 2.45 Franken vorzuschrieben (also Billiger als eine Packung Ricola!), ist eine andere Geschichte.

 

Für uns ist klar: wenn man mit manipulativen Argumenten einen Systemwechsel zum Referenzpreis erzeugen will, hat man scheinbar keine guten Argumente – weil es für die Schweiz dafür keine Argumente gibt.

 

 

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Appell an Monsieur Prix – aus den Erfahrungen lernen und die richtigen Schlüsse ziehen https://3-min.info/2020/05/04/appell-an-monsieur-prix-aus-den-erfahrungen-lernen-und-die-richtigen-schluesse-ziehen/ https://3-min.info/2020/05/04/appell-an-monsieur-prix-aus-den-erfahrungen-lernen-und-die-richtigen-schluesse-ziehen/#respond Mon, 04 May 2020 07:09:31 +0000 https://www.3-min.info/?p=12167 Es machte eigentlich den Anschein, dass die Corona Krise die Schweiz zum Umdenken bewegte (Link auf 3-min Artikel).

Trotzdem gibt es auch hier Ausnahmen. So äusserte sich jüngst Monsieur Prix, Stefan Meierhans, in einem Artikel über Preise für Generika-Medikamente (Link auf Artikel). Und dies mit der ewig gleichen, alten Leier. Der Preisüberwacher hat seine Äusserungen nicht den aktuellen Krisen-Erfahrungen und Entwicklungen angepasst. Im Gegenteil. Er legt die aktuellen Geschehnisse so aus, dass er an seiner bisherigen Referenzpreis Politik festhalten kann.

 

Besonders überholt ist Meierhans Behauptung, dass man auch mit einem Referenzpreissystem den heilenden Wirkstoff in jedem Fall bekommen würde und es normalerweise auch eine Auswahl von Präparaten mit dem benötigten Wirkstoff geben werde. Die bereits vor Covid-19 bedenklich hohe Zahl an nicht lieferbaren Medikamenten ist Beweis genug, dass sich ein solches System und der konstante Preisdruck auf die ohnehin schon günstigen Generika nur kontraproduktiv auswirken würde. Ganz zu schweigen davon, was jetzt passiert ist, wenn Fabriken in China geschlossen werden, die alleinige Hersteller von Wirkstoffen sind.

 

Betrachtet man das Geschehen rund um das «Maskentheater», wird schnell klar was passiert, wenn der Markt spielt. Die Preise für die Masken sind in absurde Dimensionen gestiegen. Und was passiert im Gegenzug auf einem Markt, bei dem die Preise vom Staat festgelegt werden, wie dies bei den Medikamenten der Fall ist? Dort kann der Markt nicht spielen. Die Tiefpreispolitik führt hier dazu, dass sich die Anbieter vom Markt zurückziehen und genau diese Versorgungsengpässe entstehen.

 

Dass Generika Hersteller Produkte aus Rentabilitätsgründen vom Markt nehmen, dafür gibt es heute schon viele Beispiele. Dies zeigt auch der Verzicht der Mepha Pharma AG auf die Vermarktung eines Hydroxichloroquin Generikum, weil der vom BAG verfügte Preis dafür so tief war, dass eine solche nicht mehr rentabel war. Das Medikament wird seit dem Corona Virus auf Intensivstationen für Covid-19 Erkrankte vermehrt nachgefragt ist aber kaum erhältlich. Bei einer Referenzpreis Einführung würde genau das passieren, dazu braucht es keine Experten oder Studien, um dies vorauszusagen, die Realität hat es gezeigt.

 

Auch Monsieur Prix Aussage, dass Generika in der Schweiz doppelt so teuer sind wie im Ausland, ist unqualifiziert und reine Effekthascherei. Nicht nur Indonesien zahlt aktuell weit höhere Preise als Europa, um an Wirkstoffe zu gelangen. Es gab auch hier bereits vor Corona viele Beispiele, wo die Preise von Produkten ‑ welche in der Schweiz nicht lieferbar waren ‑ im Ausland bedeutend höher waren als die in der Schweiz vom Staat festgelegten Preise.

 

Aufgrund der aktuellen Gegebenheiten und Entwicklungen sollte auch Herr Meierhans seine überholten Argumente einem Refresh unterziehen. Wir appellieren auch an ihn, für die Zukunft aus den jetzigen Erfahrungen zu lernen und die Schlüsse richtig zu ziehen.

 

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Aus den Erfahrungen lernen – Appell an die Zeit nach der Krise https://3-min.info/2020/03/24/aus-den-erfahrungen-lernen-appell-an-die-zeit-nach-der-krise/ https://3-min.info/2020/03/24/aus-den-erfahrungen-lernen-appell-an-die-zeit-nach-der-krise/#respond Tue, 24 Mar 2020 12:41:25 +0000 https://www.3-min.info/?p=12127 Zurzeit applaudiert die ganze Schweiz für das Gesundheitspersonal, das in der Corona-Krise wertvoller ist denn je. Es wird uns in diesen Tagen so richtig bewusst, wie unendlich dankbar wir für unser gut ausgebautes Gesundheitssystem sein müssen. Und plötzlich merken wir, dass auch unsere Apotheken vor Ort systemrelevant sind.

Fangen wir jetzt endlich an, umzudenken?

Niemand schreit mehr nach den günstigeren Medikamenten aus dem Ausland. Wir sind froh, wenn wir Medikamente in der Schweiz haben, die noch lieferbar sind und dazu Personal, welches die Kompetenz hat, um uns diese zu verkaufen.

Wir sind dankbar für unser Apotheke vor Ort, welche in dieser Situation Grossartiges leistet. Dahinter stecken Menschen, die diese hervorragende Arbeit machen und für uns da sind. Das Personal in unseren Apotheken arbeitet mit einem Lächeln an vorderster Front, obwohl sie dort dem Virus ausgeliefert sind. Sie stellen bis zum Umfallen Desinfektionsmittel her – weil auf dem Markt keines mehr erhältlich ist – machen das Vielfache an Hauslieferdiensten, beraten ihre Kundinnen und Kunden freundlich und kompetent und sorgen dafür, dass keine Hamsterkäufe an Arzneimitteln getätigt werden.

Begreifen wir jetzt, dass dieses ganze System seinen Preis hat? Genau wie das Fleisch beim Metzger, der Haarschnitt beim Coiffeur oder der Film im Kino. Waren wir in den letzten Jahren viel zu verwöhnt, um das zu verstehen? Wir wollten möglichst alles, möglichst billig. Jetzt, wo wir uns wieder auf das Wesentliche beschränken müssen, merken wir, wie wertvoll es ist.

Die momentane Anerkennung für diese Leistung durch Dankbarkeit und Applaus gibt Zuversicht. Die Apotheken zählen darauf, dass sie durch die Schweizer Bevölkerung und die Politiker nach dieser Krise unterstützt werden und die Diskussion um die Einführung eines Referenzpreissystems nicht mehr geführt werden muss, oder die ewigen falschen Auslandpreisvergleiche endlich aufhören.

Nach dieser Krise geht es darum, in die Zukunft zu schauen und von den jetzigen Erfahrungen zu lernen. Die Politik muss dann endlich die Weichen richtig stellen.

 

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So viel mehr kosten Pillen in der Schweiz tatsächlich https://3-min.info/2020/03/03/so-viel-mehr-kosten-pillen-in-der-schweiz-tatsaechlich/ https://3-min.info/2020/03/03/so-viel-mehr-kosten-pillen-in-der-schweiz-tatsaechlich/#respond Tue, 03 Mar 2020 14:33:33 +0000 https://www.3-min.info/?p=12102 Vorletzte Woche wurde in diversen Tagezeitungen ein Artikel von Fabian Renz unter dem Titel «So viel mehr kosten Pillen in der Schweiz tatsächlich» publiziert.

Link zum Artikel

 

Leider schreiben Journalisten immer wieder Zahlen und Informationen von Quellen ab, ohne diese zu hinterfragen. Auch in diesem Artikel schrieb Journalist Renz die Zahlen von santésuisse einfach ab. Der IFAK Verein hat deshalb einen Brief an Herrn Renz persönlich und einen Leserbrief an diverse Tageszeitungen geschrieben, um auf die falschen Zahlen und die fehlende Differenzierung aufmerksam zu machen. Unsere Argumente und Darlegungsweise möchten wir hier unseren Lesern ebenfalls aufzeigen:

 

Im Artikel steht, dass Atorvastatin in der Schweiz 6,5-mal teurer ist als in Deutschland. In der Tabelle ist es dann noch das 3-fache. Wir sind der Meinung, dass es die Aufgabe eines Journalisten ist, solche Zahlen zu überprüfen, bevor er sie veröffentlicht.

Auch der von santésuisse mit 23 Prozent propagierte Generika Anteil in der Schweiz wird einfach immer wieder abgeschrieben. Tatsache ist, dass es in der Schweiz gar nicht so viele Generika gibt. Warum wohl? Der reale Generika Anteil liegt in der Schweiz bei 50 Prozent. Also weit weg von den Zahlen, die veröffentlicht werden.

 

Der Fabrikabgabepreis ist vom Staat festgelegt und in der Schweiz höher als in Deutschland. Warum wohl? Die Kosten für die in Verkehr Setzung eines Generikums fallen in der Schweiz an, zu Schweizer Kosten. Es ist zudem ein Unterscheid, ob ein Produkt für eine Bevölkerung von acht Millionen oder für eine von 80 Millionen zur Verfügung gestellt wird.

 

Macht man sich vertieft Gedanken zu den Preisunterscheiden in der Schweiz gegenüber dem Ausland und vergleicht diese, wird einem schnell klar, dass die 400 Millionen Franken Ersparnis, santésuisse bei den Generikakosten propagiert, aus der Luft gegriffen sind. Denn dafür müssten die Generikapreise um fast 50 Prozent gesenkt werden. Total unrealistisch ist, wenn man sich um einige Beispiele bewusst ist:

 

Vergleichsgegenstand Kosten Schweiz Kosten Ausland Faktor
Freiland Ei Euro 0.59 Euro 0.18 (Deutschland) 3,2
Starbucks Kaffee Euro 6.33 Euro 3.85 (Deutschland)

Euro 1.34 (Brasilien)

1,6

4,7

Teller Spaghetti Bolognese Euro 23 (Zürich) Euro 8.50 (München) 2,7
3-Zimmer Wohnung (100m2) Euro 2’272 (Zürich) Euro 950 (Frankfurt) 2,3
Lohn Journalist (Bandbreite) Euro 4’578 – 6’912 Euro 2’600 – 4’200 (Deutschland) 1,8

Es wäre schön, wenn sich Journalisten zu diesem Thema auch einmal um andere Quellen bemühen, differenziert und kritisch hinterfragen würden, was gesagt und geschrieben wird.

 

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https://3-min.info/2020/03/03/so-viel-mehr-kosten-pillen-in-der-schweiz-tatsaechlich/feed/ 0 12102
Leserbrief „Fehlende Medikamente“ https://3-min.info/2020/03/02/leserbrief-fehlende-medikamente/ https://3-min.info/2020/03/02/leserbrief-fehlende-medikamente/#respond Mon, 02 Mar 2020 09:04:34 +0000 https://www.3-min.info/?p=12089 Wir haben von einem Leser einen Leserbrief zugestellt bekommen, welcher in der NZZ am 16. Dezember 2019 veröffentlicht wurde. Diesen möchten wir Ihnen, liebe Leser, nicht vorenthalten: Link zum Leserbrief

 

Wichtig für diese Thematik, sich in Erinnerung zu rufen, dass nicht der Markt die Medikamentenpreise bestimmt, sondern, dass diese in der Schweiz vom Staat festgelegt werden. Fehlende Medikamente hingegen, werden vom Markt bestimmt. Mit einem Referenzpreissystem will der Staat jetzt noch mehr eingreifen und regulieren. Dass der Markt darauf reagieren wird, ist klar. Wahrscheinlich aber nicht so, wie sich das die Damen und Herren von santésuisse vorstellen.

 

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https://3-min.info/2020/03/02/leserbrief-fehlende-medikamente/feed/ 0 12089
Eine Frage der Perspektive? https://3-min.info/2020/02/18/eine-frage-der-perspektive/ https://3-min.info/2020/02/18/eine-frage-der-perspektive/#respond Tue, 18 Feb 2020 13:16:29 +0000 https://www.3-min.info/?p=12058 Kürzlich lancierte Curafutura ohne weitere Ausführungen und genauere Beschreibung der Ursache, die Meldung, dass die Medikamentenkosten im Jahr 2019 um 6.3 Prozent gestiegen seien.

 

Was geschieht, wenn solche tendenziösen Meldungen platziert werden? Und was will Curafutura damit erreichen?

 

Auch santésuisse kommen solche Zahlen sehr gelegen, sie passen perfekt in ihr Konzept, in dem sie unermüdlich immer wieder die viel zu teuren Medikamente in der Schweiz (gemeint sind dann jeweils die Generika) anschwärzen.

 

Die Journalisten schiessen sich ebenfalls auf solche Mitteilungen ein. Am 21. Januar titelte beispielsweise die Liberté auf der ersten Seite über die Curafutura Meldung: «La facture du pharmacie fait mal».

 

Als ob der Apotheker für das Wachstum der Medikamentenkosten etwas dafür könnte. Für diese Zunahme sind nämlich die hochpreisigen Medikamente im Spital verantwortlich. Sie machen zwei Prozent der abgebebenen Medikamente aus und verursachen 60 Prozent der Kosten.

 

Im Gegensatz dazu verursachen fast die Hälfte aller abgegebenen Medikamente nur gerade knapp sechs Prozent der Kosten. Dabei handelt es sich um jene Medikamente der Preisklassen unter CHF 5 zu ex-factory, welche vor allem über den Apotheken-Kanal vertrieben werden.

 

Diese Differenzierung scheint aber die Krankenkassenverbände und Journalisten wenig zu interessieren. Es wäre aber doch weitaus seriöser, wenn sie mit Fakten an die Öffentlichkeit gehen würden, zum Beispiel, dass:

  • die zunehmenden Medikamentenkosten durch die hochpreisigen Medikamente verursacht werden und
  • die Apotheker seit 2012 durch Preissenkungen über eine Milliarde Franken bei den Medikamentenkosten eingespart haben.

 

Man müsste die hochpreisigen Medikamente sowieso aus der allgemeinen Rechnung nehmen und separat finanzieren, wie über eine Rückversicherung. Dann wäre die Rechnung der Medikamentenkosten ehrlicher und den Tatsachen entsprechend.

 

Warum macht man hier nicht zwei Rechnungen und vermischt stattdessen alles zu einem irreführenden Einheitsbrei? Ganz einfach, weil sich diese Fakten nicht eignen, um die politische Botschaft für die Einführung des Referenzpreissystems zu propagieren. Auch, dass bei diesem System – wonach nur das günstigste Medikament von den Versicherungen vergütet werden soll – der Patient für die Differenz selbst in die Tasche greifen muss, wird einfach verschwiegen.

 

Das Problem der steigenden Medikamentenkosten kann, so wie heute argumentiert und propagiert wird, nicht gelöst werden. Im Gegenteil, die unangetasteten, nicht in Frage gestellten Verursacher – die hochpreisigen Medikamente – werden diese weiter ansteigen lassen. Ein nicht bewährtes Referenzpreissystem lenkt den Fokus ab und wird zu weiteren Problemen führen, unter anderem das verbreitete und nicht gelöste Problem der Lieferengpässe noch verstärken.

 

 

 

 

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Lieferengpässe – Dauerbrenner auch im 2020? https://3-min.info/2020/01/22/lieferengpaesse-dauerbrenner-auch-im-2020/ https://3-min.info/2020/01/22/lieferengpaesse-dauerbrenner-auch-im-2020/#respond Wed, 22 Jan 2020 11:03:37 +0000 https://www.3-min.info/?p=12024 Der Chefapotheker der Spitäler fmi AG postet gestern auf Facebook wieder einmal ein sehr eindrückliches Beispiel aus der Praxis zu den Folgen der Lieferengpässe:

 

Auch der IFAK Verein thematisiert dieses Thema regelmässig in 3-min.info und äussert sich in den Tageszeitungen mit Leserbriefen, um die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. In der NZZ vom 9. Dezember 2019 ist ein Artikel über die Rekord hohen Lieferengpässe erschienen.  Der Präsident des IFAK Vereins, Dr. Claus Hysek, hat dazu einen Leserbrief geschrieben, welcher erfreulicherweise, am 20. Dezember 2019 dann auch in der NZZ veröffentlicht wurde. Gerne möchten wir diesen unseren Lesern hier publizieren. Wir sind gespannt, ob sich die Situation der Lieferengpässe im 2020 etwas entspannen wird und unsere Politiker endlich erwachen oder ob es weiterhin ein besorgniserregender Dauerbrenner bleibt?

 

 

Leserbrief

von Dr. Claus Hysek, Apotheker, Schwadernau

 

Hunderte von Medikamenten fehlen

In ihrem Artikel beschreibt Frau Lahrtz ein heute wirklich besorgniserregendes, in Zukunft noch zunehmendes Problem (NZZ 9. 12. 19). Unsere Politiker scheinen den Ernst der Lage aber offensichtlich noch nicht erfasst zu haben. Sie plädieren immer noch unermüdlich für die Einführung eines Referenzpreissystems. Damit wird sich das Problem aber noch verschärfen. Derzeit gibt es schon unzählige Beispiele von Generika, welche von den Herstellern aus Rentabilitätsgründen vom Markt genommen wurden. Nicht selten erreichen sie bei diesen Billigstprodukten die Mindestabsatzmenge – die minimale Menge, die sie bestellen müssen, damit sie überhaupt beliefert werden – nicht mehr. Der Marktrückzug ist die Folge davon. Ein Referenzpreissystem verschärft aber genau diese Problematik. Der zunehmende Preisdruck, dass genau diese ohnehin schon sehr billigen Medikamente noch billiger werden sollen, eröffnet den Teufelskreis. Die Verhältnismässigkeit bei der Preisbildung der Medikamente im Vergleich zu anderen Produkten ist völlig aus der Balance geraten. Ein CB12-Kaugummi kostet heute pro Stück im Einkauf 37 Rappen. Eine Tablette eines Generikums gegen Schlafstörungen kostet weniger als die Hälfte – so zum Beispiel beträgt der Zolpidem-Preis pro Tablette 17 Rappen. Eine Amoxicillin-Tablette, ein Antibiotikum, ist mit 25 Rappen ebenfalls rund 30 Prozent günstiger als der Kaugummi. Dasselbe Bild bei den Schmerzmitteln: Dafalgan kostet pro Tablette 8 Rappen. Zum Preis eines Kaugummis erhalten wir also 4,5 Tabletten Dafalgan. Die Auflagen für die Markteinführung eines Kaugummis sind aber bei weitem nicht die gleichen wie jene für Medikamente. Wie also soll sich dieser Verhältnisblödsinn rechtfertigen? Ich hoffe sehr, dass unsere Politiker erwachen, bevor es zu spät ist.

 

 

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Was santésuisse und gewisse Politiker nicht wahrhaben wollen, ist schon Realität https://3-min.info/2019/12/20/was-santesuisse-und-gewisse-politiker-nicht-wahrhaben-wollen-ist-schon-realitaet/ https://3-min.info/2019/12/20/was-santesuisse-und-gewisse-politiker-nicht-wahrhaben-wollen-ist-schon-realitaet/#respond Fri, 20 Dec 2019 07:35:32 +0000 https://www.3-min.info/?p=12002 Bevor das Referenzpreissystem in der Schweiz überhaupt beschlossene Sache ist, ist bereits eingetroffen, was santésuisse und gewisse Politiker partout nicht wahrhaben wollen.

Der IFAK Verein hat in der Vergangenheit immer wieder davor gewarnt, dass der Markt in der kleinen Schweiz für ein Referenzpreissystem viel zu klein ist. Der Generikamarkt wird dadurch ausgehöhlt und verwässert. Die Befürworter haben dies unermüdlich schöngeredet: Angstmacherei sei es, der Markt werde das schon richten. Welcher Markt?, muss man sich da fragen. Dort wo die Preise durch den Gesetzgeber bestimmt werden, existiert kein Markt!

Es gibt zahlreiche Beispiele, die heute schon vor Augen führen, was passiert, wenn der Preisdruck auf die ohnehin schon günstigen Generika erhöht wird. So wie es mit dem Referenzpreissystem passieren wird. Als Exempel kann man den Fall Lasix® und seine Generika nehmen.

 

 

Das Original Produkt Lasix® und das Co-Marketing Produkt Furosemide® sind im Handel erhältlich. Zwei andere Hersteller haben ihre Generika, Fursol® und Furodrix®, mittlerweile aus dem Markt genommen, da sie bei diesen Billigstprodukten die Mindestabsatzmengen – die minimale Menge, die sie bestellen müssen, damit sie überhaupt beliefert werden – nicht mehr erreicht haben.

Die Firma Mepha hat ihr Produkt Oedemex® momentan nach wie vor im Handel. Die Frage ist, wie lange noch? Im Gegensatz zu den anderen Produkten könnte Mepha hier aber den Preis selbst bestimmen, da es nicht aus der Grundversicherung vergütet wird.

Würde auch das Mepha Produkt vom Markt verschwinden, hat Sanofi keine Konkurrenz mehr, kann den Markt verknappen und anschliessend das Produkt nicht mehr zu diesem Preis anbieten. Die Schönredner werden sicher auch hier sagen das stimme nicht und dies sei unmöglich. Der Sirup des Antibiotikums Bactrim® hat genau dies schon vorgemacht. Weitere Beispiele werden folgen.

Wir appellieren genau deshalb immer und immer wieder an santésuisse und die Politiker: seid nicht blauäugig, glaubt nicht, im Referenzpreissystem das Zaubermittel gefunden zu haben. Vergleicht nicht die Schweiz mit dem «immer viel billigeren Ausland». Wir bekommen damit noch ernsthaftere Versorgungsprobleme.

Es gibt übrigens heute schon Medikamente, welche in der Schweiz aufgrund von Lieferengpässen nicht mehr erhältlich sind, in Deutschland aber lieferbar sind, zu einem höheren Preis als der Schweizer Preis (Link auf 3-min Artikel).

 

 

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Herr Berset und santésuisse: Öffnet eure Augen! https://3-min.info/2019/11/01/herr-berset-und-santesuisse-oeffnet-eure-augen/ https://3-min.info/2019/11/01/herr-berset-und-santesuisse-oeffnet-eure-augen/#respond Fri, 01 Nov 2019 07:00:40 +0000 https://www.3-min.info/?p=11983 3-min berichtete schon über den Marktrückzug von Augmentin-Ampullen. (Link auf Artikel)

Nun gilt es ernst für die Spitäler und Ärzte. Diejenigen, die es bisher noch nicht gemacht haben, müssen bis spätestens Ende Jahr ihre Antibiotika-Versorgung umstellen. Per dann stellt Glaxo-Smith-Kline nämlich die Lieferung der Augmentin-Ampullen und -Suspensionen in der Schweiz definitiv ein. (Link auf medinside Artikel)

Was solche Marktrückzüge und die vorangehenden Lieferunterbrüche aufgrund des unrentablen Marktes in der Schweiz zur Folge haben, wurde hier ebenfalls immer wieder thematisiert.

Höchst besorgniserregend ist, dass Alain Berset und santésuisse immer noch nicht glauben wollen, dass ihr Referenzpreissystem die Situation noch verschärfen wird. Sie beharren unermüdlich weiter auf dem Festbetragssystem. Schon bevor dieses überhaupt im Parlament diskutiert wird, lesen wir von immer mehr Lieferengpässen und deren Rattenschwänzen.

Das jüngste Beispiel der Augmentin-Ampullen zeigt auf, was passiert, wenn der Markt vom Staat dirigiert wird. Pharmafirmen stoppen den Verkauf in der kleinen Schweiz, weil nur noch das günstigste Produkt von der Krankenkasse bezahlt werden soll. Es kommt in der Folge zu einer Marktkonzentration mit der Gefahr, dass der billigste Lieferant nicht mehr liefern kann. Das Ausweichen auf andere Medikamente hat Umstellungen der Patienten mit unnötigen Arztbesuchen und hohen Kosten zur Folge.

Das ist keine Schwarzmalerei, sondern heute schon traurige Realität!

 

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Leistungsstarke Gebührenmaschine beim BAG https://3-min.info/2019/10/31/leistungsstarke-gebuehrenmaschine-beim-bag/ https://3-min.info/2019/10/31/leistungsstarke-gebuehrenmaschine-beim-bag/#respond Thu, 31 Oct 2019 10:00:04 +0000 https://www.3-min.info/?p=11975 Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat eine hoch effiziente Gebührenmaschine. Diese haben sie in den letzten 10 Jahren so auf Vordermann gebracht, dass deren Einnahmen fast verdoppelt wurden: Beliefen sich diese im Jahr 2008 noch auf 7.4 Millionen Franken, waren es letztes Jahr stolze 14 Millionen Franken! (Link zu medinside Artikel)

Ursache seien die starken Zunahmen von Gesuchen in diversen Bereichen, begründet das BAG die massive Steigerung. Der IFAK Verein staunt nicht schlecht über diese Argumentation. Für die Apotheken gelten hier offenbar andere Regeln.

Seit der Einführung der Leistungsorientierten Abgeltung (LOA) im Jahr 2001 sind die Tarife für die Arbeit des Apothekers nämlich nie angepasst worden. Die Rahmenbedingungen haben sich aber auch hier stark verändert. Der Aufwand des Apothekers hat in den letzten Jahren massiv zugenommen: Immer umfangreichere Vorschriften bei der Abgabe und Lagerung von Medikamenten führen zu hohem administrativem und personalintensivem Aufwand. Zusammen mit den Preissenkungen der letzten Jahre hat dies bereits vermehrt zu Margenkürzungen geführt.

Bundesrat und BAG fordern trotzdem nach wie vor weitere Preissenkungen bei den Medikamenten und werden nicht müde, die Preise immer wieder mit denen im Ausland zu vergleichen. Und santésuisse verlangt den Preisvergleich mit dem Ausland jährlich, anstatt alle drei Jahre.

Der IFAK Verein ist der Meinung, dass mit diesem Preisvergleich Äpfel mit Birnen verglichen werden. Hier liesse sich sicher eine Menge Geld sparen. Solche Studien sind ja bekanntlich nicht billig.

 

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