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Ähnlich wie beim Maskentheater ist die Haltung des BAG und der Swissmedic hier aber nicht konsequent. So gradlinig und professionell wie sich das zuständige Bundesamt sonst in der Bekämpfung der Krise gezeigt hat, so widersprüchlich verhält es sich nun in der Frage der Testung.
Gemeinsam beschliessen nämlich das BAG und Swissmedic – gestützt auf das Epidemiengesetz – dass COVID-19 Tests in der Schweiz nur von Laboratorien mit Bewilligung durchgeführt werden dürfen. Laut diesem Gesetz erfolgt die Einschränkung um das Missbrauchspotential im Umgang mit solchen Tests zu vermindern und übertragbare Krankheiten zielgerichtet zu bekämpfen. Ausgenommen von der Bewilligungspflicht sind einzig mikrobiologische Analysen der Grundversorgung. Für die COVID-19 Testung besteht zurzeit aber keine solche Ausnahmeregelung.
Konkret heisst das für Apotheken und Ärzte, dass sie keine Corona-Tests durchführen dürfen.
Eine Regelung um den Missbrauch vorzubeugen ist nachvollziehbar. Aber diese müsste dann auch konsequent umgesetzt werden. Und genau das scheint nicht der Fall zu sein.
Im Vergleich zum Corona-Test sind HIV-Tests nämlich seit Juni 2018 für den Verkauf als Schnelltest zugelassen und können ganz einfach, wie der Schwangerschaftstest auch, beim Wocheneinkauf in der Migros ins Wägeli gepackt und zu Hause selber durchgeführt werden (3-min berichtete: Link auf Artikel). Folglich würde also ein HIV-Test unter die Grundversorgung fallen, nicht so aber ein Corona-Test?
Noch erstaunlicher, dass seit Ende April bei Amorana.ch neben Dildos und Dessous auch ein Corona Antikörpertest im Sortiment ist. Diesen kann man sich bequem nach Hause liefern lassen.
Wie war das nochmal mit dem Missbrauch und der zielgerichteten Bekämpfung der übertragbaren Krankheiten, liebes BAG?
Wir sind der Meinung, dass eine Apotheke hier als Verkaufsstelle doch weitaus zielführender wäre: Einfach zugänglich mit einheitlicher, qualitativ hochstehender Abwicklung sowie Beratung durch wissenschaftlich fundiert geschultes Personal und flächendeckender elektronischer Dokumentation. Selbstverständlich ebenfalls in Zusammenarbeit mit Swissmedic-zertifizierten Labors und validierten Antikörpertests.
Ein ähnliches Dilemma haben wir seitens BAG bereits bei den Schutzmasken erlebt. Nach dem zuerst das Tragen einer Solchen als unnütz propagiert wurde, dürfen diese nun überall verkauft werden, ohne Kontrolle und Prüfung auf Qualität und Zertifizierung. Ebenso fehlen diese Kontrollen für den Verkauf von Desinfektionsmittel.
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]]>Bemerkenswert an diesem Zeitungsartikel ist, dass für einmal nicht nur auf den Medikamentenpreisen herumgehackt wird.
Blamabel ist der Auftritt der Krankenkassen tatsächlich. Deren Bosse kassieren zwar Saläre wie Manager von grösseren Unternehmen, legen aber einen ausgesprochen mageren Leistungsausweis vor. Allen voran die Chefin von Santésuisse, die bei öffentlichen Auftritten dem Publikum zu verstehen gibt, dass sie nicht interessiert zu sein scheint an einer ernsthaften Bemühung um Verbesserungen. Ihr Repertoire beschränkt sich auf die Präsentation von zweifelhaften Studien mit hanebüchenen Auslandpreisvergleichen und aus der Luft gegriffenen dreistelligen Millionenbeträgen als angebliche Sparmöglichkeiten.
Dabei wäre ein griffiges Qualitätsmanagement wichtig für das gesamte Gesundheitswesen, aber dazu braucht es Kompetenz. Diese könnte man sich gemeinsam mit den Partnern holen. Stattdessen wird immer noch wenig von Qualitätsmanagement geredet, sondern nur von Rabatten.
Noch mehr gefördert werden sollten zum Beispiel die bereits an etlichen Orten existieren Qualitätszirkel zwischen Ärzten und Apothekern. Und es braucht Pilotprojekte zur weiteren Qualitätsverbesserung und zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Leistungserbringern. Doch ausgerechnet da sind die Krankenkassen ausgesprochen geizig, obwohl für solche Projekte ein Fonds besteht. Es wird immer noch blockiert und die vorhandenen Gelder werden nicht gesprochen. Auch Studien zu innovativen Projekten zum Gesundheitsmanagement und zur Verbesserung der Betreuung der Patienten werden immer wieder torpediert. Diese Haltung ist unverständlich und zeugt vom mangelnden Willen und wohl von auch mangelnder Sachkenntnis bei den Kassenwarten. Sie machen lieber Werbung für den unsäglichen Postversand von Medikamenten und fördern damit den unkontrollierten (keinerlei Beratung durch eine Fachperson) und übermässigen Konsum (Kickbacks der Versandhändler an die verschreibenden Ärzte) von Arzneimitteln.
24. April 2018
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«Umstrittener Bluttest entzweit Ärzte und Apotheker» titelt die zu Tamedia gehörende Zürichsee-Zeitung am 19. September. Bei dem Bluttest handelt es sich um die Messung der Entzündungswerte, CRP, die eine Apotheke in Wädenswil (Kt. Zürich) und eine Apotheke in Rapperswil (Kt. St.Gallen) anbieten. Die Apothekerin und der Apotheker nutzen den Test als Bestandteil ihrer Triagefunktion. Sie entlasten damit Notfallstationen der Spitäler und Hausärzte von Patienten, die mit einem Medikament aus der Apotheke gut, sicher und zuverlässig behandelt werden können und tragen auch dazu bei, dass nicht bei jeder gewöhnlichen Erkältung Antibiotika geschluckt werden.
Und wie reagieren die Ärzte? Mit genereller und grundsätzlicher Abwehr, wie üblich. Man könne «diese Komplexität» unmöglich an «nicht-ärztliche Stellen» auslagern, behaupten sie gegenüber der Zeitung. Zu einer zuverlässigen Diagnose gehöre mehr als der CRP, und es sei «riskant», den CRP in der Apotheke zu messen. Es ist die übliche Leier. Die Ärzte wollen einfach nicht zur Kenntnis nehmen, dass die Apotheker durchaus dafür ausgebildet sind, einfache Erkrankungen von möglichen Notfällen zu unterscheiden, und ihrer Verantwortung bewusst sind. Was die Politik längst erkannt hat, nämlich dass die Apotheken wertvolle Dienstleister der Grundversorgung sind und viel zur Entlastung von Notfallstationen und Hausärzten beitragen können, ignorieren die Ärzte mit einer Arroganz, die nicht zu überbieten ist. Es wäre angebracht, wenn die Damen und Herren Mediziner endlich zur Kenntnis nähmen, dass Apotheker Medizinalpersonen mit einer Spezialausbildung sind. Die Apotheker ergänzen mit ihrem Fachwissen das Grundversorgungsangebot ideal. Nutzen wir es. Sollen die Ärzte in ihrer anachronistischen Haltung verharren. Das wird die Apotheker nicht daran hindern, den CRP, Impfungen und noch vieles mehr anzubieten.
19. September 2017
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Migros und Coop lobbyieren intensiv dafür, Medikamente verkaufen zu dürfen. Sie preisen ihr Anliegen an mit verbesserter Zugänglichkeit zu Medikamenten (als ob es die angesichts der Apothekendichte in der Schweiz brauchte) und locken mit tieferen Preisen (als ob das bei einem Medikament das einzig erstrebenswerte Kriterium wäre). Lassen wir uns nichts vormachen! Wenn die Grossverteiler Medikamente verkaufen wollen, dann geht es ihnen einzig und allein um einen zusätzlichen Umsatzträger auf den Regalen. Die Gesundheit der Bevölkerung liegt nicht im Fokus, wenn sich jeder nach Belieben den Einkaufswagen mit Abführmitteln und anderen Produkten mit einem gewissen Missbrauchspotential füllen kann.
Das Motto Umsatz ist Umsatz dürfte auch dem Verkauf von Hanfzigaretten zugrunde liegen, für den sich Coop entschieden hat. Ab 24. Juli sollen die THC-haltigen Glimmstängel dort erhältlich sein.
Klar ist, dass Medikamente nicht in dieses Umfeld gehören. Der Verkauf von Medikamenten muss den dafür vorgesehenen Fachgeschäften vorbehalten bleiben. Selbstmedikation ist nur dann sinnvoll und kostengünstig, wenn sie unter fachlicher Begleitung erfolgt. Apotheker intervenieren, wenn sie Missbrauch vermuten, und verweigern unter Umständen den Verkauf auch von an sich freiverkäuflichen Medikamenten. Sie haben den fachlichen Background, um Alternativen vorzuschlagen. Sie können Gespräche in einem abgeschirmten Beratungsraum anbieten und Kontakte zu einem Arzt oder zu anderen medizinisch ausgebildeten Fachleuten herstellen, wenn ein Kunde weiterführende Hilfe braucht. Apotheker haben zudem in der Regel den Überblick über alle Medikamente, die ein Kunde anwendet, auch jene, die im Zusammenhang mit einer ärztlichen Behandlung stehen, oder können sich diesen Überblick mit gezielten Fragen verschaffen. Wenn wir Medikamentensicherheit ernst nehmen, ist die Schlussfolgerung klar: Medikamente gehören nicht zwischen Alkoholika und Hanfzigaretten auf die Regale von Grossverteilern!
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/standard/Coop-verkauft-jetzt-HanfZigaretten/story/27430359
12. Juli 2017
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Die vernünftigere Strategie wäre, sich auf die kostengünstigen Möglichkeiten der Grundversorgung zu besinnen. Dazu gehören aus verschiedenen Gründen auch die Apotheken. Bagatellen sollten wenn immer möglich niederschwellig und kostengünstig in der Apotheke behandelt und nicht in Notfallstationen von Spitälern durch jeden Scanner, der dort herumsteht, geschleust und zu potentiellen Risikofällen aufgebauscht werden. Ebenfalls hinreichend erwiesen ist, dass die Apotheke insbesondere bei der Prävention auch die gesunde Bevölkerung erreicht. Nicht zuletzt gehört die Apotheke ins Netzwerk der Grundversorger als Schaltstelle für die sichere Medikamententherapie. Dazu gehören Polymedikations-Check, Verbesserung der Therapietreue, Vier-Augen-Prinzip bei Verschreibungen und andere Dienstleistungen mehr. Dafür müssen die Apotheker adäquat bezahlt werden. Sie werden auch dann immer noch mit Anstand die kosteneffizientesten Partner im Gesundheitswesen bleiben.
14. Juni 2017
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Diese Empfehlung an alle unabhängigen Apothekern hat der IFAK Verein, der die Interessen von mehr als 300 unabhängigen Apotheken vertritt, an seiner letzten Vorstandsitzung beschlossen. «Es ist für die Zukunft Schweizer Pharmazie essentiell, dass die Apotheker weiterhin ein gewichtiges Wort mitreden können. Wenn beim Grossisten mit dem grössten Marktanteil und mit der grössten Apothekenkette nur noch Finanzorganisationen oder Grossverteiler beteiligt sind und somit das alleinige Sagen haben, sehen wir der Entwicklung der neuen Firma mit Besorgnis entgegen», sagt IFAK-Präsident Dr. Claus Hysek, selbst unabhängiger Apotheker und seit Jahrzehnten unermüdlicher Kämpfer für einen selbstbestimmten und unabhängigen Berufsstand.
Weiter hält der IFAK Vorstand fest, er habe diesen Entscheid nach gewissenhafter Analyse der neuen Situation, die sich mit dieser Börseneinführung ergibt, getroffen. Seine Empfehlung sei weder als eine Bevorzugung der neuen Firma noch als eine Benachteiligung der anderen in der Schweiz tätigen Grossisten zu verstehen. «Wir sind überzeugt mit dieser Empfehlung den übergeordneten Interessen der Schweizer Pharmazie zu dienen», betont Claus Hysek und fügt an: «Wir hatten in dieser Angelegenheit weder Diskussionen mit den Grossisten, der Galenica Santé oder der Galenica Holding noch mit den Apothekerverbänden. Diese Empfehlung ist eine freie Meinungsäusserung von IFAK».
IFAK Vorstand, Biel 30.03.17
http://www.galenica.com/de/ipo/private/ipo-galenica-sant-.php
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So ist es. Die Stärkung der Apotheke liegt angesichts der hohen Kosten von Spitälern und deren Notfallstationen auf der Hand und ist auch sinnvoll, um die Selbstverantwortung bezüglich der eigenen Gesundheit wieder zu fördern. Es ist nicht tolerierbar, dass jedes Jahr tonnenweise Medikamente ungenutzt im Abfall landen, weil die Patienten sie nicht einnehmen, weil sie Angst vor Nebenwirkungen haben, den Nutzen der Therapie nicht einsehen, die unerwünschten Nebeneffekte zu gross sind oder auch weil sie mehrere Ärzte aufsuchen und diese voneinander möglicherweise nichts wissen. Die Folge ist, dass Patienten von mehreren Ärzten Medikamente erhalten, womöglich für dieselbe Indikation. Die SD verschärft diese Situation noch zusätzlich, denn wenn der Arzt Medikamente verkauft, gibt es keine Stelle, die Doppelspurigkeiten und Interaktionen bemerkt. Der Mechanismus ist bekannt: Die Patienten wagen nicht, Medikamente, die ihnen der Arzt in die Hand drückt, zurückzuweisen. Zu Hause landen die Packungen in einer Ecke, und eines Tages entsorgen dann Angehörige ganze Säcke voll unangetasteter, von den Krankenkassen bezahlter Grosspackungen.
Dieser Verschwendung könnte man ohne jegliche Qualitätsminderung und Versorgungseinschränkung Einhalt gebieten, indem man den Apothekern die zentralere Rolle in der Grundversorgung endlich gibt. Sie haben genügend Fachwissen, um leichte Erkrankungen und Verletzungen abschliessend behandeln zu können. Das entlastet Notfallstationen und Hausarztpraxen und ist noch dazu kostengünstig. Ausserdem verfügen Apotheker über genügend Fachkompetenz und das nötige Verantwortungsbewusstsein, um Patienten zum Arzt zu schicken, wenn dies nötig erscheint. Worauf warten wir noch!
7. März 2017
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Was für eine Erfolgsgeschichte! Bereits in seinem dritten Jahr hat PharmaDavos die 600er Marke geknackt. 339 Kongressteilnehmer, 62 Studenten und mehr als 200 Vertreter von Industrie, Berufsverbänden und anderen Partnern trafen sich vom 5. bis 10. Februar in Davos zu einem pharmazeutischen Fachkongress, der von allen Seiten grosses Lob erhält. Die Vorträge und Workshops werden von den Kongressteilnehmern durchwegs als hochstehend und dennoch praxisrelevant beurteilt. Die Industriepartner schätzen den direkten Kontakt mit den Apothekern und sind entsprechend zahlreich und mit Mitgliedern des obersten Kaders vertreten. Viel Anklang finden auch die gesellschaftlichen Anlässe, die ein Who-is-Who der Apothekenbranche darstellen, denn wer sich beruflich engagiert, besucht mindestens während ein paar Tagen den Kongress in Davos.
Claus Hysek, Verantwortlicher für Sponsoring und Finanzen, zeigt sich denn auch hochzufrieden. «Für unsere Partner ist PharmaDavos eine geniale Plattform, um ihr Zielpublikum zu erreichen», sagt er. Die Partner seien die ideale Ergänzung zum Kongress, um die Vernetzung zwischen Industrie und Teilnehmern zu gewährleisten. Ausserdem seien sie wichtige Pfeiler für die Finanzierung. Viele der Sponsoren hätten bereits für kommendes Jahr gebucht.
Stark ausgebaut wurden die Workshops, die teilweise sogar parallel stattfanden und sowohl bei den Kongressteilnehmern als auch bei den Partnern sehr gut ankamen. Auch mit der Trägerschaft ist Claus Hysek zufrieden: «Die Kombination zwischen dem wissenschaftlichem Teil, den das CAP hervorragend macht, und der IFAK für die Organisation hat sich bestens bewährt und soll so beibehalten werden.»
Der Kongress steht somit nach nur drei Jahren auf so soliden Beinen, dass die Organisatoren die Kongressräumlichkeiten für die kommenden zehn Jahre gemietet haben. Woche 7 wird zum fixen Termin der Pharmabranche.
Erstmals dabei waren Studentinnen und Studenten der Universität Basel. 62 junge Frauen und vereinzelte Männer folgten einem auf sie zugeschnittenen Programm. Nach ihren Eindrücken befragt, meinten drei Studentinnen: «Wir finden es cool, und alles ist gut organisiert.» Die Kosten für Kongressteilnahme und Unterkunft wurden von verschiedenen Industriepartnern übernommen, so dass die finanzielle Eigenleistung der jungen Leute ins Studentenbudget passte.
Alle drei befragten Studentinnen orientieren sich Richtung Offizin. Vor dem Wandel im Detailhandel fürchten sie sich nicht. «Wir sind Digital Natives», meinen sie gelassen. Konkrete Pläne für die Zukunft haben sie allerdings noch nicht. Alle drei hoben hervor, dass sie eine Familie gründen und dann Teilzeit arbeiten möchten. Ein verständlicher Wunsch. Für den Berufsstand ist der hohe Frauenanteil allerdings eine Herausforderung.
Und diese wird gross sein. Daran liess Fabian Vaucher, Präsident von Pharmasuisse, in seinem mehr als zwei Stunden dauernden Referat keinen Zweifel. Aufgaben für die Apotheker gäbe es genügend. Allein die Therapieuntreue koste die Schweiz Milliardenbeträge, weil die Hälfte der chronisch Kranken, die immerhin 80 Prozent der Kosten verursachen, ihre Therapie nicht oder nur ungenügend einhalten. Ein konsequenterer Einbezug der Apotheker in die Grundversorgung könnte nicht nur bei der Verbesserung der Compliance, sondern auch in vielen anderen Bereichen einen wesentlichen Beitrag für einen effizienteren Einsatz der Ressourcen leisten. Aber gratis können diese Dienstleistungen nicht erbracht werden. Und da liegt die Krux. In vielen Köpfen beim BAG, bei den Krankenkassen und auch beim Bundesrat herrscht die Meinung, die Apotheker könnten ihr Einkommen ja durch den Verkauf der Medikamente generieren. Und das sagen dieselben Kreise, die die Preise unter die wirtschaftlich verträgliche Grenze gedrückt haben und noch weiter nach unten drücken und auch bei den Margen auf weitere Kürzungen drängen!
Aufgerüttelt hat auch das Referat von Thomas Rudolph, Direktor des Forschungszentrums Handelsmanagement der Universität St. Gallen. Er wies darauf hin, dass Schweizer Konsumenten durchschnittlich eine 50 Kilometer lange Fahrt auf sich nehmen, um im Ausland einzukaufen, und auch der Online-Handel sei für den Apothekenmarkt relevant, denn anders als Frischprodukte könnten Medikamente ohne weiteres gelagert und somit zeit- und ortsunabhängig gekauft werden. Rudolph warnte davor, neue Geschäftsmodelle zu unterschätzen. Ein Blutdruckmesser im Smartphone könne man heute belächeln, doch sei es durchaus möglich, dass eine künftige Blutdruck-App brauchbare Werte liefere. Bereits heute gebe es 3,4 Milliarden Nutzer von Gesundheits-Apps. Die Digitalisierung werde auch den Versandapotheken in die Hände spielen, und Apple, Google und IBM würden in Zukunft eine grössere Rolle im Gesundheitsmarkt spielen. Die Apothekenkunden erwarteten mehr Service- und Onlineangebote.
Unter den älteren Apothekern war die Zurückhaltung aufgrund solcher Szenarien spürbar. Wer sich in absehbarer Zukunft aus dem Berufsleben zurückziehen will, möchte sich in den verbleibenden zwei, drei Jahren in der Apotheke nicht noch in digitale Abenteuer stürzen. Es wird neue Geschäftsmodelle geben müssen, und wie immer bei solchen fundamentalen Marktveränderungen verschwinden Angebote, weil sie nicht mehr attraktiv erscheinen. Im Gegenzug ergeben sich auch zahlreiche Chancen für Neues. So stark der Gegenwind für die Apotheker sein mag, sie werden auch in Zukunft eine zentrale Rolle im Gesundheitswesen spielen. Erste Ansatzpunkte sind da.
Die gute Stimmung an PharmaDavos liessen sich die Teilnehmer nicht verderben. Sie unterhielten sich angeregt in den Pausen, und die gesellschaftlichen Anlässe waren so gut besucht, dass sie teilweise an die Grenzen des Machbaren gerieten. Es besteht kein Zweifel, PharmaDavos hat sich nur drei Jahre nach dem Start etabliert und ist zur festen Grösse in der Agenda der Apotheker und der Industrie geworden. Hut ab vor den Initianten und Organisatoren!
Der nächste PharmaDavos-Kongress findet vom 12. bis 17. Februar 2018 statt oder ganz einfach: Woche 7!
13. Februar 2017
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Im Bezirk Meilen (rechtes Zürichseeufer) ist die Nachfrage nach der Grippeimpfung in Apotheken gross. Dies meldete die Zürichsee-Zeitung Anfang Januar. Sechs Apotheken bieten sie im Bezirk Meilen bereits an, 85 Impf-Apotheken sind es gemäss dem kantonalen Apothekerverband insgesamt im Kanton Zürich. Verbandspräsident Lorenz Schmid, der an zentraler Lage in Zürich eine Apotheke besitzt, hat gemäss eigenen Angaben allein 400 Personen geimpft. Gegenüber der Zeitung meinte er, davon hätten wahrscheinlich nur etwa 50 einen Arzt aufgesucht. Auch eine zentral gelegene Winterthurer Apotheke verzeichnet mehr als 300 Grippeimpfungen
Mit dem Angebot in der Apotheke kann demnach die Impfrate deutlich erhöht werden. Der Zürcher Apothekerverband will sich nach diesem erfolgreichen Start dafür einsetzen, dass im Kanton Zürich neben Grippe, FSME und Hepatitis-Folgeimpfungen weitere Impfungen in der Apotheke verabreicht werden dürfen.
Viele Ärzte sind nach wie vor skeptisch gegenüber der Impfung in der Apotheke. Auch die offizielle Ärzteschaft tut sich offensichtlich schwer mit der Anerkennung der neuen Dienstleistung in der Apotheke. FMH-Präsident Jürg Schlup sagte gegenüber der Zürichsee-Zeitung: «Aus Sicht der FMH ist es durchaus innovativ, dass in Apotheken gewisse Impfungen verabreicht werden können.» Haben Sie es gemerkt? Schlup nennt die Dienstleistung der Apotheker «innovativ» nicht etwa «gut» oder «sinnvoll». Zu mehr als diesem nichtssagenden Allerweltsbegriff konnte er sich nicht durchringen. Und er schiebt, wie jeder Arzt, der sich zu diesem Thema irgendwo zitieren lässt, den Satz nach: «Impfungen bei akutkranken Menschen, bei chronisch kranken Patienten sowie bei Kindern sollen dagegen in der Verantwortung eines Arztes erfolgen.» Als ob davon je die Rede gewesen wäre! Der Weg zu einer vernünftigen Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker ist offensichtlich noch lang. Und das liegt nicht an den Apothekern.
17. Januar 2017
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In der Politik ist man etwas weitsichtiger geworden. Dort hat man erkannt, dass die Apotheker einen wertvollen Beitrag zur Gesundheitsversorgung der Bevölkerung beitragen können. Im revidierten HMG erhalten die Pharmazeuten eine deutlich prominentere Rolle im Gesundheitswesen. Es wäre angebracht, wenn man in den allmählich reichlich muffig riechenden Büros von Santésuisse, Preisüberwacher, Redaktionen und Konsumentenschützern die Fenster aufreissen, frische Luft hereinlassen und den Blick etwas schweifen lassen würde. Falls das angesichts der derzeit nicht ganz stubenwarmen Aussentemperaturen zu viel verlangt ist: Greifen Sie doch mal zur kleinen Broschüre von Pharmasuisse mit dem Titel «Fakten und Zahlen – Schweizer Apotheken 2016» und lesen Sie das Büchlein unvoreingenommen mal durch. Schon klar, dass man lieb gewordene Vorurteile nicht so ohne weiteres aufgeben will. Versuchen Sie es wenigstens.
30. Dezember 2016
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