Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /var/www/vhosts/3-min.info/httpdocs/index.php:1) in /var/www/vhosts/3-min.info/httpdocs/wp_201802/wp-includes/feed-rss2.php on line 8

Auch der IFAK Verein thematisiert dieses Thema regelmässig in 3-min.info und äussert sich in den Tageszeitungen mit Leserbriefen, um die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. In der NZZ vom 9. Dezember 2019 ist ein Artikel über die Rekord hohen Lieferengpässe erschienen. Der Präsident des IFAK Vereins, Dr. Claus Hysek, hat dazu einen Leserbrief geschrieben, welcher erfreulicherweise, am 20. Dezember 2019 dann auch in der NZZ veröffentlicht wurde. Gerne möchten wir diesen unseren Lesern hier publizieren. Wir sind gespannt, ob sich die Situation der Lieferengpässe im 2020 etwas entspannen wird und unsere Politiker endlich erwachen oder ob es weiterhin ein besorgniserregender Dauerbrenner bleibt?
von Dr. Claus Hysek, Apotheker, Schwadernau
Hunderte von Medikamenten fehlen
In ihrem Artikel beschreibt Frau Lahrtz ein heute wirklich besorgniserregendes, in Zukunft noch zunehmendes Problem (NZZ 9. 12. 19). Unsere Politiker scheinen den Ernst der Lage aber offensichtlich noch nicht erfasst zu haben. Sie plädieren immer noch unermüdlich für die Einführung eines Referenzpreissystems. Damit wird sich das Problem aber noch verschärfen. Derzeit gibt es schon unzählige Beispiele von Generika, welche von den Herstellern aus Rentabilitätsgründen vom Markt genommen wurden. Nicht selten erreichen sie bei diesen Billigstprodukten die Mindestabsatzmenge – die minimale Menge, die sie bestellen müssen, damit sie überhaupt beliefert werden – nicht mehr. Der Marktrückzug ist die Folge davon. Ein Referenzpreissystem verschärft aber genau diese Problematik. Der zunehmende Preisdruck, dass genau diese ohnehin schon sehr billigen Medikamente noch billiger werden sollen, eröffnet den Teufelskreis. Die Verhältnismässigkeit bei der Preisbildung der Medikamente im Vergleich zu anderen Produkten ist völlig aus der Balance geraten. Ein CB12-Kaugummi kostet heute pro Stück im Einkauf 37 Rappen. Eine Tablette eines Generikums gegen Schlafstörungen kostet weniger als die Hälfte – so zum Beispiel beträgt der Zolpidem-Preis pro Tablette 17 Rappen. Eine Amoxicillin-Tablette, ein Antibiotikum, ist mit 25 Rappen ebenfalls rund 30 Prozent günstiger als der Kaugummi. Dasselbe Bild bei den Schmerzmitteln: Dafalgan kostet pro Tablette 8 Rappen. Zum Preis eines Kaugummis erhalten wir also 4,5 Tabletten Dafalgan. Die Auflagen für die Markteinführung eines Kaugummis sind aber bei weitem nicht die gleichen wie jene für Medikamente. Wie also soll sich dieser Verhältnisblödsinn rechtfertigen? Ich hoffe sehr, dass unsere Politiker erwachen, bevor es zu spät ist.
© Image by Adobe Stock
]]>
Ursache seien die starken Zunahmen von Gesuchen in diversen Bereichen, begründet das BAG die massive Steigerung. Der IFAK Verein staunt nicht schlecht über diese Argumentation. Für die Apotheken gelten hier offenbar andere Regeln.
Seit der Einführung der Leistungsorientierten Abgeltung (LOA) im Jahr 2001 sind die Tarife für die Arbeit des Apothekers nämlich nie angepasst worden. Die Rahmenbedingungen haben sich aber auch hier stark verändert. Der Aufwand des Apothekers hat in den letzten Jahren massiv zugenommen: Immer umfangreichere Vorschriften bei der Abgabe und Lagerung von Medikamenten führen zu hohem administrativem und personalintensivem Aufwand. Zusammen mit den Preissenkungen der letzten Jahre hat dies bereits vermehrt zu Margenkürzungen geführt.
Bundesrat und BAG fordern trotzdem nach wie vor weitere Preissenkungen bei den Medikamenten und werden nicht müde, die Preise immer wieder mit denen im Ausland zu vergleichen. Und santésuisse verlangt den Preisvergleich mit dem Ausland jährlich, anstatt alle drei Jahre.
Der IFAK Verein ist der Meinung, dass mit diesem Preisvergleich Äpfel mit Birnen verglichen werden. Hier liesse sich sicher eine Menge Geld sparen. Solche Studien sind ja bekanntlich nicht billig.
© Image by Adobe Stock
]]>Von links bis rechts, von liberal bis konservativ, kein einziger Parteipräsident, keine einzige Parteipräsidentin, hat als Ursache für die Kosten im Gesundheitswesen die Medikamentenpreise genannt.
Trotzdem beharren Bundesrat Berset und das BAG fortan auf Sparmassnahmen, welche auf weiteren Senkungen der Medikamentenpreise beruhen, beispielsweise die Einführung des Referenzpreissystems und die Senkung der Margen bei den Apotheken.
Die bis heute erfolgte Einsparung von über einer Milliarde Franken bei den Medikamenten, hat den Prämienanstieg für 2020 massiv gemildert. Gerade deshalb ist es nicht akzeptabel, dass beim aktuellen Massnahmenpaket erneut die Apotheken einbüssen sollen.
Wenn für alle klar ist, dass die Medikamente nicht die Kostentreiber sind, warum ergreifen unsere Politiker die Massnahmen nicht dort, wo die eigentlichen Ursachen sind?
An eine nachhaltige Senkung der Gesundheitskosten glauben sie nicht. Wahrscheinlich deshalb nicht, weil sie wissen, dass wir die wirklichen Kostentreiber eben nicht mit den eingeleiteten Massnahmen in den Griff bekommen werden. Auch Stefan Felder, Gesundheitsökonom, sagt in einem Interview, dass die alten Aufschläge bei den Prämien wieder zurückkommen werden. Dies, weil die Menschen die Gesundheit hochschätzen und dass bei Herr und Frau Schweizer die Nachfrage nach Gesundheit, dank positiver Einkommensentwicklung, angestiegen ist. (Link zum Artikel)
Um die Kosten in den Griff zu bekommen, müssen also andere Massnahmen ergriffen werden als gefährliche, regulative Experimente mit dem Referenzpreis. Sparwut bei den Medikamenten, welche nur gerade 4,4 Prozent der Gesundheitskosten ausmachen, ist nicht zielführend, aber ganz sicher gefährlich für die Versorgungssicherheit.
© Image by Adobe Stock
Beratung bei Diabetes kaum noch möglich
IFAK Analyse beweist:
Einsparungen auf dem Buckel der Prämienzahler
Der IFAK Verein fordert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und den Bundesrat auf, Massnahmen zu beschliessen, um die unhaltbaren Zustände im Markt für Blutzuckerteststreifen zu ändern. Dies muss passieren bevor eine erneute Senkung der Höchstvergütungsbeträge in der MiGeL per 01.01.2019 in Kraft tritt.
Als Vertreter unabhängiger Apotheken hat der IFAK Verein eine Analyse der Marktentwicklung für Blutzuckerteststreifen im Zeithorizont 2016 – 2018 vorgenommen. Denn nach den massiven Preissenkungen der letzten Jahre entstehen im Apothekenalltag tiefgreifende, weitführende Probleme in Bezug auf Preise und Margen dieser Produktkategorie.
Mit dem Einkauf von Blutzuckerstäbchen ist es heute in der Schweiz für die Leistungserbringer schlicht nicht mehr möglich, eine betriebswirtschaftlich notwendige Bruttomarge zu generieren, wenn der Apotheker dem Kunden, den dafür in der MiGeL vorgesehenen Höchstvergütungsbetrag, verrechnet.
Trotzdem versprechen das BAG und santésuisse mit erneuten Preissenkungen auf Blutzuckerteststreifen in der MiGeL Einsparungen von zehn Millionen Franken pro Jahr. Und diese, wie sie behaupten: zu Gunsten der Prämienzahler.
Beides stimmt nicht, wie die IFAK Analyse belegt. Das Gegenteil ist der Fall: Einsparungen werden AUF DEM BUCKEL DER VERSICHERTEN gemacht. Und egal welche Berechnungsgrundlage man verwendet, «Einsparungen» von zehn Millionen Franken, sind Wunschdenken und wohl einmal mehr rein politisch motiviert. Gleichzeitig verunmöglichen die Preissenkungen, eine oft zeitaufwendige – aber Gesundheit relevante und nötige – Beratung in der Apotheke. Das ist unverantwortlich bei einer Volkskrankheit wie Diabetes.
In seiner Analyse legt der IFAK Verein dar, dass sich der Markt den Preissenkungsmassnahmen nicht anpasst, weil es die Rahmenbedingungen einfach nicht zu lassen. Deshalb haben die Sparmassnahmen bis heute auch fast keinen Einfluss auf die Preisgestaltung der Industrie.
Lesen Sie in der Analyse auch, warum beispielsweise die neue Generation von Blutzuckersensoren eine geradezu paradoxe Marktsituation verursacht. Gerne stellen wir Ihnen, liebe Leser, die vollständige «Analyse der Marktentwicklung für Blutzuckerteststreifen 2016 – 2018» zur Verfügung.
Bestellen Sie diese jetzt unter: info@ifakverein.ch
]]>Der IFAK Verein teilt die Meinung, dass die Schweiz die aufgrund der immer teurer werdenden Behandlungen und steigenden Lebenserwartung wachsenden Gesundheitskosten in den Griff bekommen muss. Die vorgeschlagene Methode ist aber der falsche Weg.
Zusammengefasst lehnt der IFAK Verein die Modelle des BAG aus den folgenden Gründen ab:
Der IFAK Verein hat in seiner Stellungnahme die Ablehnung begründet und schlägt anstelle des Kahlschlags, nachhaltige und lösungsorientierte Anpassungen, resp. Massnahmen vor. Gerne stellen wir unseren Lesern die vollständige Stellungnahme zur Verfügung.
Bestellen Sie diese jetzt unter: info@ifakverein.ch
Die Mitglieder des IFAK Vereins engagieren sich seit 1991 für die Interessen der unabhängigen Apotheke und der Apotheker, die eine wichtige Rolle im Gesundheitswesen spielen und wesentliche Aufgaben der Grundversorgung wahrnehmen können.
]]>«Medikamente: hohe Mehrkosten wegen fehlender Preisüberprüfung. Das BAG hat die regelmässige Preisüberprüfung der Medikamente nach einem dreijährigen Unterbruch erst per Ende 2017 wieder aufgenommen. Die fehlende Preisüberprüfung schlug sich im Anstieg der Medikamentenkosten pro Kopf um 4,6 Prozent (Vorjahr +5,4 Prozent) nieder. Dank der regelmässigen Überprüfung der Medikamente, die in den Jahren 2013 bis 2015 vorgenommen wurde, blieben diese Ausgaben konstant. Danach war wiederum ein starker Anstieg zu verzeichnen.»
Dazu präsentiert santésuisse diese Grafik:

Wie eine nicht vorgenommene Preisüberprüfung, sprich Preissenkung, für die Preiserhöhung bei den Medikamenten verantwortlich sein soll, ist schleierhaft.
Tatsache ist, dass im tiefen Preissegment keine Preiserhöhung stattgefunden hat.
Tatsache ist, dass in der Klasse der preiswertesten Medikamente (unter CHF 15.00), der Wert zu ex-factory von 2016 auf 2017 um 3.2 Mio. CHF, also 0.65 % zurück gegangen ist.
Tatsache ist, dass in der Klasse der teuersten Medikamente (über CHF 2’570.00), der Wert zu ex-facotry von 2016 auf 2017 um 58.7 Mio. CHF, also um 10.25% gestiegen ist.
Wie kann ein seriöser Verband solche Tatsachen einfach ignorieren und Behauptungen in den Raum setzen, die jegliche Zusammenhänge zur gesetzten Behauptung vermissen lassen?
Unsere Zahlen sind aus einer Präsentation von IQVIA von Juni 2018, welche auszugsweise im Anhang wiedergegeben sind
]]>Das BAG betreibt damit Totengräberei ausgerechnet in jenem Bereich, der in den vergangenen Jahren bereits sehr viel zur kostengünstigen Gesundheitsversorgung beigetragen hat und dies dank ihrer Präsenz in Dörfern und Quartieren und ihrem niederschwelligen, allgemein zugänglichen Angebot weiterhin sollten tun können: die Apotheke.
Unter Druck geraten auch Generikahersteller. Die fixe Idee der BAG-Theoretiker, mit Festpreisen liesse sich der Anteil der Generikaverschreibungen staatlich diktieren, werden auch sie bald ums Überleben kämpfen. Die Folgen dieser unseligen Festpreisutopie hat 3-min.info schon verschiedentlich dargelegt. Sie führt zu Monopolisierung, Verdrängung kleinerer Hersteller, Lieferengpässen, Verlust der Medikamentenvielfalt und zwangsläufig zu einer Kostensteigerung, weil Tiefpreisprodukte, die durch ruinösen Preisdruck vom Markt gedrängt werden, durch teure Alternativen ersetzt werden.
Aber all das wollen die Funktionäre im BAG nicht sehen. Sie gaukeln der Bevölkerung vor, mit den genannten Massnahmen liessen sich die Kosten im Gesundheitswesen senken. Das ist fahrlässig und unverantwortlich. Aber wie es aussieht, sind die Totengräber vom BAG nur schwer zu stoppen.
Gespannt können wir sein was die Journalisten davon über die heutige Medienkonferenz in den Medien verbreiten.
]]>Keine Frage, es muss etwas geschehen. Das Festbetragssystem, das Alain Berset entgegen aller Einwände durchboxen will, ist jedoch ganz bestimmt keine Lösung. Die Schweizer fordern gemäss einer Umfrage des GfS nicht tiefere Prämien. Sie wollen einen umfassenden Leistungskatalog und die beste Medizin. Dazu gehören die freie Arztwahl und der Zugang zu neuen Medikamenten.
Die Bevölkerung könnte aber bald den Zugang zu ganz alltäglichen Medikamenten verlieren, wenn es Berset, Stefan Meierhans und Co. gelingt, das Festpreissystem durchzudrücken. In Fachkreisen ist klar, dass diese Billigstpreisstrategie die Medikamentenversorgung gefährdet (Lieferengpässe sind bereits an der Tagesordnung) und die Qualität des Gesundheitssystems beschädigt, weil Patienten gezwungen werden, auf Billigstpräparate zu wechseln.
Und dieser massive Versorgungssicherheits- und Qualitätsverlust würde nicht einmal helfen, Kosten zu sparen!
Generika verursachen 11% der Medikamentenkosten bzw. minimale 1% der Gesamtkosten. Man muss kein Rechengenie sein, um auf einen Blick zu sehen, dass Einsparungen in diesem Bereich absolut nichts bringen. Im Gegenteil. Müssen Patienten auf Ausweichmedikamente umgestellt werden, kostet das ein Vielfaches an Arztbehandlungen. Und wenn Generika wegen staatlich verordneter, unverantwortlicher Billigstpreispolitik ganz vom Markt verschwinden (oder nur noch ein Monopolanbieter das Preismassaker überlebt hat und dann den Preis allein bestimmt), sind die Ausweichprodukte meistens einiges teurer. Dazu gibt es genügend Beispiele aus den USA.
Das Tiefstpreissystem lässt ausgerechnet jenen Bereich unberührt, der sowohl dem Gesundheitsminister als auch dem Preisüberwacher sehr viel Kopfzerbrechen bereiten müsste: die hochpreisigen Medikamente (ex-factory über CHF 880). Berechnet auf die Anzahl Packungen machen sie zwar nur 0,6% des SL-Marktes aus. Diese wenigen Packungen verschlingen aber 31% der Medikamentenkosten! Tendenz steigend. Der Hochpreisbereich ist seit 2005 um mehr als 558 Mio. Franken gewachsen, und er wird es weiter tun.
Haben Alain Berset und der Preisüberwacher hier eine Antwort? Nein, haben sie offensichtlich nicht. Die forschende Industrie unterstützt diese Vernebelungsaktion aus nachvollziehbaren Gründen. Sie schweigen bzw. lenken vom eigentlichen Problem ab, indem sie mit ihrem Tiefstpreissystem durchs Land tingeln.
Dabei gibt es reale Beispiele, was dieses Modell auslöst. In Schweden stieg der Anteil an Generika erst, nachdem das Referenzpreissystem abgeschafft wurde. In Finnland führte die Einführung des Festbetragssystems zu einer zusätzlichen Mengenausdehnung. Auch in anderen Ländern zeigt sich, dass das Billigstpreissystem die Generikaquote tief hält. Länder ohne Referenzpreissystem dagegen verzeichnen eine hohe Generikaquote, welche die Kosten auch senken würde ohne die Strukturen zu zerstören.
Der IFAK Verein ist bereit, Unterschriften zu sammeln und sich aktiv gegen die Einführung des Referenzpreissystems einsetzen. Die Schweizer Bevölkerung will keine Billigstmedizin, sondern Versorgungssicherheit, Qualität und Wahlfreiheit!
]]>IFAK und 3-min.info weisen schon seit Jahren darauf hin, dass der staatliche Preisdruck unverantwortlich ist, weil dadurch die Wirtschaftlichkeit tiefpreisiger Medikamente – und dazu gehören fast zwei Drittel der Packungen, die über die obligatorische Krankenkasse abgerechnet werden! – untergraben wird. Medikamente verschwinden vom Markt, und es gibt immer mehr Wirkstoffe nur noch von einem einzigen Hersteller. Fällt dieser aus, muss bei Tausenden von Patienten die Therapie angepasst werden. Sie müssen auf andere Wirkstoffe umstellen, was eine enge medizinische und pharmazeutische Begleitung mit einer Vielzahl von zusätzlichen Arztbesuchen und grossem Recherchenaufwand bei den Apothekern bedingt. Ganz abgesehen von der hohen Verunsicherung, die solche durch Lieferlücken provozierte Therapieänderungen bei den Patienten verursacht!
«Spitäler schlagen Alarm» heisst es in der Schweiz am Wochenende vom 17. Juni. In einem breit angelegten Artikel werden die Hintergründe der Engpässe aufgezeigt. Kompliment dem Journalisten, der sich offensichtlich mit dem Thema auseinandergesetzt hat! Auch er kommt zum Schluss, dass der Ursprung der Lieferengpässe in vielen Fällen bei der ungenügenden Rentabilität durch den massiven staatlichen Preisdruck zu suchen ist.
Als weiteren Faktor nennt er Naturkatastrophen. Hurrikan Maria zum Beispiel hinterliess vergangenen September auf der Karibikinsel Puerto Rico grosse Schäden. So auch an den dort angesiedelten rund 50 Pharmawerken. Sie konnten nicht mehr produzieren, es kam zu einschneidenden Versorgungslücken in den USA. Ähnliches passierte 2016, als in China ein Werk explodierte, das als einziges auf der ganzen Welt ein bestimmtes Antibiotikum herstellt. Es belieferte zwar mehrere Pharmafirmen, aber das nützt wenig, wenn sie alle auf einen einzigen Hersteller angewiesen sind. Die Auswirkungen waren auch in der Schweiz spürbar.
Naturkatastrophen sind jedoch nur vordergründig ein zusätzlicher Grund für Lieferengpässe. Warum wohl gibt es für immer mehr Wirkstoffe weltweit nur noch ein einziges Werk, und warum wohl stehen diese Werke in Ländern mit tiefen Lohnkosten? Weil die Produktion nur noch so einigermassen wirtschaftlich aufrecht erhalten werden kann.
Und was macht der Bund? Er stockt Pflichtlager auf und zwingt die Pharmafirmen, Listen von Medikamenten, deren Lieferung gefährdet sein könnte, zu führen. Einmal mehr wird das Pferd am Schwanz aufgezäumt. Wie sinnvoll Pflichtlager sind, wissen wir spätestens seit der Vogel- und Schweinegrippepanik, als der Bund Tamiflu und Grippeimpfstoff bunkerte, die zwei Jahre später, weil abgelaufen, zum millionenteuren Abfall wurden! Hören wir auf mit dieser nutzlosen Bürokratie! Schluss mit der Billigstpreispolitik! Diese kurzsichtige Politik gefährdet die Gesundheit der Patienten und provoziert Millionen an zusätzlichen Kosten durch Therapieumstellungen, aufwendige Recherchen und erzwungene Wechsel auf andere, meist teurere Medikamente.
Medikamente müssen einen fairen Preis haben, dann klappt es auch mit der Versorgungssicherheit. Es ist unsinnig und verantwortungslos, bei den tiefpreisigen Medikamenten weiterhin auf den Preis zu drücken. 63,8% aller den Krankenkassen belasteten Medikamentenpackungen kosten weniger als 15.00 Franken. Ihr Durchschnittspreis liegt bei 5 Franken 60 (!) und sie machen nur gerade 10,2% der gesamten Kosten aus! Und ausgerechnet da wollen Preisüberwacher, Santésuisse und der Gesundheitsminister die Preise weiter nach unten drücken.
Der Tiefstpreiswahnsinn ist eine billige populistische PR-Masche. Es wäre schön, wenn die Erkenntnis, dass Tiefstpreise Lieferengpässe und Lieferausfälle fördern und dadurch Menschenleben aufs Spiel gesetzt werden, sich endlich durchsetzen würde. Wenn die Damen und Herren schon bei den Medikamentenpreisen bleiben wollen, dann sollten sie dort ansetzen, wo die Pharmaindustrie zunehmend hemmungslos zugreift: bei den «seltenen Krankheiten», deren Behandlung für jeden einzelnen Fall hohe sechsstellige Beträge kostet. 0.1% der Packungen in diesem Bereich verschlingen schon heute 12.8% der Medikamentenkosten. Tendenz steigend!
https://www.schweizamwochenende.ch/
22. Juni 2018
Foto © alisseja Fotolia.com
]]>Schauen wir doch mal, was hier genau passiert:
In den letzten Preissenkungsrunden für Blutzuckerteststreifen hat sich für den Apotheker der Einkaufspreis praktisch nicht verändert. Die Hersteller sehen sich in den vom BAG angeordneten Senkungsrunden (bis jetzt zumindest) ausserhalb des Spielfelds.
Der Apotheker hat nun also zwei Möglichkeiten:
Entweder belässt er die Verkaufspreise auf einem für ihn wirtschaftlichen Niveau. Damit muss der Patient die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und dem von der Kasse vergüteten Höchstbetrag selber berappen. Dies führt verständlicherweise zu einem Unverständnis der Patienten. Und die richtige Schlagzeile müsste dann heissen:
Millionenbeträge AUF DEM BUCKEL der Prämienzahlerinnen und -zahler eingespart!
Oder aber der Apotheker senkt die Verkaufspreise auf den vom BAG vorgegebenen Höchstbetrag. Damit wird er auf dem Verkauf von Blutzuckerteststreifen Verluste einfahren. Bereits heute gibt es Beispiele, wo der Einkaufspreis für die Apotheke höher ist als der von der Krankenkasse vergütete Höchstbetrag: FreeStyle Libre Sensor von Abbott (nur direkt bei Abbott beziehbar, keine alternativen Bezugsquellen), Einkaufspreis CHF 65.10 (+ CHF 25.00 Kleinmengenzuschlag), Höchstvergütungsbetrag CHF 65.30.
Wenn schon in solch tiefgreifender Weise am Endergebnis geschraubt wird, dann sollte das BAG auch mal die Spielregeln hinterfragen. Wir sind jedenfalls gespannt, wie sich die Hersteller in dieser Runde verhalten und ob sie ihre Verantwortung wahrnehmen!
]]>