Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /var/www/vhosts/3-min.info/httpdocs/index.php:1) in /var/www/vhosts/3-min.info/httpdocs/wp_201802/wp-includes/feed-rss2.php on line 8 Preisüberwacher – Informiert im Gesundheitswesen https://3-min.info Aktuelle Themen im Gesundheitswesen auf kritische, aber akzentuiert kommentierte Art nähergebracht. Mon, 04 May 2020 07:09:31 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://www.3-min.info/wp_201802/wp-content/uploads/2018/03/icon.png Preisüberwacher – Informiert im Gesundheitswesen https://3-min.info 32 32 Appell an Monsieur Prix – aus den Erfahrungen lernen und die richtigen Schlüsse ziehen https://3-min.info/2020/05/04/appell-an-monsieur-prix-aus-den-erfahrungen-lernen-und-die-richtigen-schluesse-ziehen/ https://3-min.info/2020/05/04/appell-an-monsieur-prix-aus-den-erfahrungen-lernen-und-die-richtigen-schluesse-ziehen/#respond Mon, 04 May 2020 07:09:31 +0000 https://www.3-min.info/?p=12167 Es machte eigentlich den Anschein, dass die Corona Krise die Schweiz zum Umdenken bewegte (Link auf 3-min Artikel).

Trotzdem gibt es auch hier Ausnahmen. So äusserte sich jüngst Monsieur Prix, Stefan Meierhans, in einem Artikel über Preise für Generika-Medikamente (Link auf Artikel). Und dies mit der ewig gleichen, alten Leier. Der Preisüberwacher hat seine Äusserungen nicht den aktuellen Krisen-Erfahrungen und Entwicklungen angepasst. Im Gegenteil. Er legt die aktuellen Geschehnisse so aus, dass er an seiner bisherigen Referenzpreis Politik festhalten kann.

 

Besonders überholt ist Meierhans Behauptung, dass man auch mit einem Referenzpreissystem den heilenden Wirkstoff in jedem Fall bekommen würde und es normalerweise auch eine Auswahl von Präparaten mit dem benötigten Wirkstoff geben werde. Die bereits vor Covid-19 bedenklich hohe Zahl an nicht lieferbaren Medikamenten ist Beweis genug, dass sich ein solches System und der konstante Preisdruck auf die ohnehin schon günstigen Generika nur kontraproduktiv auswirken würde. Ganz zu schweigen davon, was jetzt passiert ist, wenn Fabriken in China geschlossen werden, die alleinige Hersteller von Wirkstoffen sind.

 

Betrachtet man das Geschehen rund um das «Maskentheater», wird schnell klar was passiert, wenn der Markt spielt. Die Preise für die Masken sind in absurde Dimensionen gestiegen. Und was passiert im Gegenzug auf einem Markt, bei dem die Preise vom Staat festgelegt werden, wie dies bei den Medikamenten der Fall ist? Dort kann der Markt nicht spielen. Die Tiefpreispolitik führt hier dazu, dass sich die Anbieter vom Markt zurückziehen und genau diese Versorgungsengpässe entstehen.

 

Dass Generika Hersteller Produkte aus Rentabilitätsgründen vom Markt nehmen, dafür gibt es heute schon viele Beispiele. Dies zeigt auch der Verzicht der Mepha Pharma AG auf die Vermarktung eines Hydroxichloroquin Generikum, weil der vom BAG verfügte Preis dafür so tief war, dass eine solche nicht mehr rentabel war. Das Medikament wird seit dem Corona Virus auf Intensivstationen für Covid-19 Erkrankte vermehrt nachgefragt ist aber kaum erhältlich. Bei einer Referenzpreis Einführung würde genau das passieren, dazu braucht es keine Experten oder Studien, um dies vorauszusagen, die Realität hat es gezeigt.

 

Auch Monsieur Prix Aussage, dass Generika in der Schweiz doppelt so teuer sind wie im Ausland, ist unqualifiziert und reine Effekthascherei. Nicht nur Indonesien zahlt aktuell weit höhere Preise als Europa, um an Wirkstoffe zu gelangen. Es gab auch hier bereits vor Corona viele Beispiele, wo die Preise von Produkten ‑ welche in der Schweiz nicht lieferbar waren ‑ im Ausland bedeutend höher waren als die in der Schweiz vom Staat festgelegten Preise.

 

Aufgrund der aktuellen Gegebenheiten und Entwicklungen sollte auch Herr Meierhans seine überholten Argumente einem Refresh unterziehen. Wir appellieren auch an ihn, für die Zukunft aus den jetzigen Erfahrungen zu lernen und die Schlüsse richtig zu ziehen.

 

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Mister Prezzi und seine Pflästerlipolitik https://3-min.info/2019/03/20/mister-prezzi-und-seine-pflaesterlipolitik/ https://3-min.info/2019/03/20/mister-prezzi-und-seine-pflaesterlipolitik/#respond Wed, 20 Mar 2019 08:56:45 +0000 https://www.3-min.info/?p=11687 Als @MisterPrezzi gibt unser Schweizer Preisüberwacher neuerdings auch auf Twitter seine marktschreierischen Parolen zu «Preisen und preisrelevanten Themen» zum Besten. Aber nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch in der offiziellen Medienmitteilung verbreitet er einmal mehr seine Meinung zu den Gesundheitskosten.

Herr Meierhans, gestatten Sie uns die – zugegeben provokative – Frage:

«Wollen Sie die Gesundheitskosten senken und wirklich etwas verändern, oder vielleicht doch nur Ihren Posten rechtfertigen?»

Wieso wir darauf kommen?

In seiner Medienmittelung schreibt Meierhans über «…die fortschreitende Kostenentwicklung im Gesundheitswesen…», dass «…Preise und Tarife der wichtigste Kostentreiber…» sind.

Ist diese Aussage fundiert oder einfach mal so in den Raum gestellt?

Ganz allgemein gilt: Kosten = Menge x Preis.

In den undifferenzierten Aussagen von Preisüberwacher und auch von santésuisse, ist im Zusammenhang mit den Kosten aber immer nur vom Preis die Rede. Nie von der Menge. Ok, er ist ja auch Preis- und nicht Mengenüberwacher. Tatsache ist, die Kosten der Medikamente sind in den Jahren 2014 bis 2018 um 22.8 Prozent gestiegen.

Wie klingt nun die perfekte Schlagzeile aus den Amtsstuben und wird als Massnahmen-paket von Preisüberwacher und von santésuisse propagiert? Die Leistungserbringer verdienen zu viel, deshalb müssen die Margen gesenkt und der Referenzpreis für Generika eingeführt werden.

Wenn man sich die Sache als objektiver Analyst oder Ökonom genau anschauen und versuchen würde, der Wahrheit auf den Grund zu gehen – um wirklich nachhaltig etwas zu bewegen – würde das differenzierter daherkommen.

Die Gesamtmarge der Apotheken beträgt ein Prozent der gesamten Gesundheitskosten. An der Marge der Apotheken herumzuschrauben, ist also weder effizient noch nachhaltig.

Nebenbei: Gesamtmarge bedeutet NICHT Verdienst, für diejenigen die das nicht wissen.

Die Apothekerschaft zu schwächen ist kurzfristig gedacht und dumm. Wie sollen die Apotheken in die Zukunft investieren, wenn ihnen die Lebensgrundlage weggenommen wird? Auch das BAG gesteht den Apotheken eine Eigenkapitalrendite von lächerlichen 0.1 Prozent zu, was es so in keiner anderen Branche gibt.

 

Würde man sich die Zahlen genauer anschauen, so könnte man sehen, dass in den unteren Preisklassen (unter 70 Franken) in den Jahren 2014 bis 2018 eine Mengenausweitung von 10.33 Prozent und eine Zunahme des Publikumspreises von 10.5 Prozent erfolgte. Dies entspricht einer reellen Zunahme von 0.17 Prozent. Bei den Apotheken war hier sogar ein Margen Rückgang von 0.41 Prozent zu verzeichnen. Mengenmässig haben die Medikamente dieser Preisklasse einen Anteil von 90 Prozent und verursachen einen Kostenanteil von 40 Prozent.

Dem gegenüber weisen die Medikamente der Preisklasse über 70 Franken einen Mengenanteil von 10 Prozent aus, verursachen aber 60 Prozent der Kosten!

Das Preismodell vom Bundesrat senkt aber gerade bei den Produkten unter 70 Franken die Marge des Apothekers, und gefährdet dadurch dessen Existenz. Auch der Referenzpreis trifft mehrheitlich die Produkte der unteren Preisklassen bis 70 Franken, 86 Prozent der Generika befinden sich nämlich in dieser Preisklasse. Auch damit wird die Grundversorgung massiv gefährdet.

Würde man bei der Preisklasse über 70 Franken den Ex-Factory Preis um sechs Prozent reduzieren, würde die Einsparung 200 Millionen – also Vier mal mehr – betragen. Und dies ohne die Grundversorgung zu gefährden.

Mister Prezzi, wir müssen zugeben, ihr Selbstmarketing haben Sie ganz gut im Griff. Aber Sie sind nun einmal nicht im Marketing tätig, sondern haben das offizielle Amt als Preisüberwacher inne. Und da gehören solche unwürdigen Aussagen nicht hin.

Wenn Sie wirklich etwas verändern und die Gesundheitskosten in den Griff bekommen wollen, dann müssen alle Faktoren auf den Tisch gelegt und die Ursachen objektiv beurteilt werden. Erst dann können die notwendigen Massnahmen vorgeschlagen und getroffen werden. Bis jetzt hat man aber meistens einfach an den Medikamentenpreisen herumgeschraubt. Das ist ja auch einfach – und lässt sich vermarkten, sehr gut sogar! Schön wäre aber, wenn man endlich aufhören würde mit dieser Pflästerlipolitik und dem «umeschrübele», nur um sagen zu können, dass man «etwas» gemacht hat.

 

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Was könnte man aus einer Studie über die Wertschöpfungskette von Weissbrot lernen? https://3-min.info/2019/03/13/was-koennte-man-aus-einer-studie-ueber-die-wertschoepfungskette-von-weissbrot-lernen/ https://3-min.info/2019/03/13/was-koennte-man-aus-einer-studie-ueber-die-wertschoepfungskette-von-weissbrot-lernen/#respond Wed, 13 Mar 2019 15:19:29 +0000 https://www.3-min.info/?p=11672 Kürzlich publizierte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) eine Studie (Link zur Studie), die aufzeigt, weshalb die meisten Produkte in der Schweiz viel teurer sind als im Ausland. Illustriert wurde dieser Befund in der Presse am Beispiel von Weissbrot. Das Fazit der Studie: Es ist nicht in erster Linie die Landwirtschaft, die der Kostentreiber ist. Es ist der Detailhandel der Schweiz, welcher die Nahrungsmittelpreise in die Höhe treibt, da dieser in der Schweiz zu Schweizer Löhnen stattfindet. Und wen sollte das jetzt wundern?

Wenn man sich die in der Studie publizierten Tabellen anschaut, sind die Preise in der Schweiz überall höher als im Vergleich zu Europa: Die Kosten für Bildung und Spital sind in der Schweiz mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt der EU-Länder. Das Fleisch ist doppelt so teuer und auch Milchprodukte sind rund 60 Prozent teurer als in unseren Nachbarländern.

Bundesrat, Preisüberwacher und die Damen und Herren von santésuissse, bitte lesen Sie die Studie und schauen Sie sich die Parallelen zum Medikamenten-Markt an. Es sind also nicht einfach die bösen Apotheker, welche zu hohe Margen absahnen und deshalb für die hohen Medikamentenkosten verantwortlich gemacht werden können.

Heinz Brand, VR-Präsident von santésuisse, wirft den Apothekern zu hohe Verdienste vor, santésuisse macht immer wieder unzulässige Margenvergleiche und der Preisüberwacher sieht in seiner letzten Medienmitteilung die grössten Kostentreiber beim Preis! Nein, so ist es eben nicht. Herr Meierhans, Kosten sind immer Menge mal Preis.

Wir müssen uns den Rahmenbedingungen bewusst sein und wenn wir etwas ändern wollen, dann müssen wir die gesamte Schweiz umkrempeln. Einfach bei den Apothekern die Marge reduzieren bei den vom Staat festgelegten Medikamentenpreisen, ist ganz bestimmt der falsche Weg. Mit Hetzjagd auf Einzelne wurden noch nie gute und nachhaltige Lösungen gefunden und Partner haben keine Möglichkeit, Spielräume für solche zu schaffen.

Die Infrastruktur der Apotheken zu zerstören, um damit das Problem der hohen Gesundheitskosten in der Schweiz zu lösen, ist, wie wenn man das Plastik-Problem in den Weltmeeren lösen will, indem man Plastik-Trinkhalme verbietet.

 

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Nein zur Einführung eines Referenzpreissystem bei Arzneimitteln https://3-min.info/2018/12/11/nein-zur-einfuehrung-eines-referenzpreissystem-bei-arzneimitteln/ https://3-min.info/2018/12/11/nein-zur-einfuehrung-eines-referenzpreissystem-bei-arzneimitteln/#respond Tue, 11 Dec 2018 13:34:18 +0000 https://www.3-min.info/?p=11475 Nach der Stellungnahme zur Anpassung des Vertriebsanteils hat der IFAK Verein nun ebenfalls fristgerecht seine Stellungnahme zur Einführung eines Referenzpreissystem für Arzneimitteln beim Bundesrat eingereicht.

Der IFAK Verein teilt die Meinung, dass die Schweiz die aufgrund der immer teurer werdenden Behandlungen und steigenden Lebenserwartung wachsenden Gesundheitskosten in den Griff bekommen muss. Die vorgeschlagene Methode ist aber der falsche Weg.

 

Zusammengefasst lehnt der IFAK Verein die Modelle des BAG aus den folgenden Gründen ab:

  • Generika sind keine Kostentreiber – vermeintlich gespart wird am falschen Ort. Ein Festbetragssystem führt zu einer eigentlichen Generikastrafe. Billig ist nicht immer günstig.
  • Es entstehen Mehraufwand und -kosten durch schlechtere Therapietreue.
  • Es führt zu einer Einschränkung in der Therapie- und Wahlfreiheit für Ärzte, Patienten und Leistungserbringer.
  • Es gefährdet die Versorgungssicherheit durch vermehrte Lieferengpässe.
  • Auslandpreisvergleiche sind unzulässig und falsch – in der Schweiz gibt es rund 200 generikafähige Wirkstoffe weniger als beispielsweise in Deutschland. Der Markt und die Produktionsmengen sind bei uns viel kleiner, die Zulassungsverfahren aufwendig und kostspielig, die Vorschriften und Rahmenbedingungen ganz anders als in der EU.

Der IFAK Verein hat in seiner Stellungnahme die Ablehnung begründet und schlägt anstelle des Kahlschlags, nachhaltige und lösungsorientierte Anpassungen, resp. Massnahmen vor. Gerne stellen wir unseren Lesern die vollständige Stellungnahme zur Verfügung.

Bestellen Sie diese jetzt unter: info@ifakverein.ch

 

Die Mitglieder des IFAK Vereins engagieren sich seit 1991 für die Interessen der unabhängigen Apotheke und der Apotheker, die eine wichtige Rolle im Gesundheitswe­sen spielen und wesentliche Aufgaben der Grundversorgung wahrnehmen können.

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Wenn schon Auslandspreisvergleiche – dann bitte für alle https://3-min.info/2018/11/15/wenn-schon-auslandspreisvergleiche-dann-bitte-fuer-alle/ https://3-min.info/2018/11/15/wenn-schon-auslandspreisvergleiche-dann-bitte-fuer-alle/#respond Thu, 15 Nov 2018 20:08:51 +0000 https://www.3-min.info/?p=11393 Sie kommen so sicher, wie das Amen in der Kirche, so regelmässig wie Weihnachten aber mit der Kadenz einer Sonntagspredigt: die Auslandspreisvergleiche. Die Krankenversicherer begründen damit alle Jahre wieder, warum sie die Prämien erhöhen müssen.

Egal ob es um Generika, Margen oder Leistungen im Gesundheitswesen geht: Schuld ist immer einer der Leistungserbringer, weil dasselbe im Ausland ja viel günstiger zu erhalten sei.

Das BAG, der Preisüberwacher und auch der Bundesrat stossen ins gleiche Horn.

Sind sich diese Prediger wohl bewusst, dass im immer wieder gerne zitierten Ausland alle Lohnempfänger – auch die Beamten – nur einen Bruchteil dessen verdienen, was sie erhalten?

Einen Preisüberwacher auf Staatskosten sparen sich die meisten Länder übrigens gänzlich. Wie die Handelszeitung kürzlich zeigte, verdient beispielsweise Gesundheitsminister Alain Berset mehr als doppelt so viel als der französische Präsident Emmanuel Macron.

Wer Auslandspreisvergleiche heranzieht, sollte zuerst vor der eigenen Türe kehren. Wenn die Damen und Herren der Regierung die Margen senken wollen, dann bitte überall und bei allen, die Geld kosten. Mit Auslandpreisvergleichen kann man dem Problem der Kostenexplosion im Gesundheitswesen ganz sicher nicht entgegenwirken – auch wenn man es gebetsmühlenartig immer wieder wiederholt. Amen.

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Margen sind keine Pfründe! https://3-min.info/2018/11/09/margen-sind-keine-pfruende/ https://3-min.info/2018/11/09/margen-sind-keine-pfruende/#respond Fri, 09 Nov 2018 07:15:43 +0000 https://www.3-min.info/?p=11379 Der Titel des Saldo-Artikels vom 6.11. 2018: «Ärzte und Apotheker behalten ihre Pfründe», ist falsch und unwahr. Er unterstellt, dass sowohl Apotheker als auch Ärzte Geld verdienen, ohne dafür eine adäquate Leistung zu erbringen.

Denn das Wort «Pfründe» bedeutete ursprünglich: Ein sicheres Einkommen aus einem katholischen Kirchenamt zu erhalten, ohne dass man dafür arbeiten muss. Im Unterschied zum Mittelalter werden heute in der Regel allerdings eher Staatsbedienstete damit in Verbindung gebracht. Aber damals wie heute ist das Wort «Pfründe» negativ konnotiert.

Dass mit dem Begriff «Pfründe» in besagtem Artikel letztlich aber nichts anders gemeint ist, als die Vertriebsmarge auf Medikamente, welche einem Leistungserbringer gesetzlich zustehen, ist unhaltbar und für uns – als Apotheker – nicht nur kredit- und geschäftsschädigend, sondern beleidigend.

Das können wir nicht unkommentiert lassen. Im Artikel steht beispielsweise: «… Beim Hepatitis-C-Mittel Harvoni für rund 14’500 Franken, sind das für den Apotheker 240 Franken.» Stimmt und entspricht damit einer Marge von 1,6 Prozent.

Wir fragen uns, welche andere Branche mit einer solchen Minimarge leben muss und kann? Diese teilt sich der Apotheker übrigens noch mit dem Grossisten. Von «Pfründen» kann also nicht die Rede sein. Zum Vergleich: der Staat kassiert an besagtem Beispiel über 350 Franken Mehrwertsteuer.

Mit reisserischen Schlagzeilen Kasse machen zu wollen, hilft einzig, die Löhne der Journalisten zu sichern. Dass sich Preisüberwacher Stefan Meierhans im gleichen Artikel mit unqualifizierten Aussagen auf dasselbe Niveau herunterlässt, ist bedenklich, muss indes politisch motiviert sein.

Wir finden den Artikel und die Anmerkungen von Meierhans inakzeptabel.

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Die Totengräber vom BAG https://3-min.info/2018/09/19/die-totengraeber-vom-bag/ https://3-min.info/2018/09/19/die-totengraeber-vom-bag/#respond Wed, 19 Sep 2018 10:17:30 +0000 https://www.3-min.info/?p=11261 Margenmassaker, Festpreiswahnsinn, Preissenkungskeule. Das sind die Ideen, die Gesundheitsminister Alain Berset mit seinen Funktionären im BAG und seinem getreuen Echo Stefan his masters voice Meierhans der Bevölkerung zur vermeintlichen Rettung des Gesundheitswesens präsentieren. Diese Massnahmen zeigen vor allem eines: Diese Leute haben sich offensichtlich noch nie in die Niederungen des gelebten Alltags in Apotheken begeben. Sie schwadronieren davon, wie die Pharma-Assistentin beim Anblick eines Rezepts angeblich sofort zum teuersten Produkt greift (als ob sie dies könnte, selbst wenn sie wollte!) und orten allen Ernstes Fehlanreize bei einer preisbezogenen Marge von 12 Prozent auf Produkte, deren Verkaufspreis zu einem überwiegenden Teil bei 5 bis 15 Franken liegt! 12 Prozent von 15 Franken sind 1 Franken 80. Dies für Logistikkosten, Lagerhaltung, Apothekeninfrastruktur, Miete, hochqualifiziertes Fachpersonal etc. Diese in den Augen der BAG-Funktionäre fehlanreizsensible Marge soll nun um 25 Prozent auf 9 Prozent gesenkt werden. Das heisst, Logistikkosten, Lagerhaltung, Apothekeninfrastruktur, Miete, hochqualifiziertes Fachpersonal etc. werden neu für ein Medikament von 15 Franken mit 1 Franken 35 abgegolten. Und diese müssen dann auch noch mit dem Grossisten geteilt werden. Das höhlt jegliche wirtschaftliche Basis aus und wird zum Verschwinden zahlreicher Apotheken führen.

Das BAG betreibt damit Totengräberei ausgerechnet in jenem Bereich, der in den vergangenen Jahren bereits sehr viel zur kostengünstigen Gesundheitsversorgung beigetragen hat und dies dank ihrer Präsenz in Dörfern und Quartieren und ihrem niederschwelligen, allgemein zugänglichen Angebot weiterhin sollten tun können: die Apotheke.

Unter Druck geraten auch Generikahersteller. Die fixe Idee der BAG-Theoretiker, mit Festpreisen liesse sich der Anteil der Generikaverschreibungen staatlich diktieren, werden auch sie bald ums Überleben kämpfen. Die Folgen dieser unseligen Festpreisutopie hat 3-min.info schon verschiedentlich dargelegt. Sie führt zu Monopolisierung, Verdrängung kleinerer Hersteller, Lieferengpässen, Verlust der Medikamentenvielfalt und zwangsläufig zu einer Kostensteigerung, weil Tiefpreisprodukte, die durch ruinösen Preisdruck vom Markt gedrängt werden, durch teure Alternativen ersetzt werden.

Aber all das wollen die Funktionäre im BAG nicht sehen. Sie gaukeln der Bevölkerung vor, mit den genannten Massnahmen liessen sich die Kosten im Gesundheitswesen senken. Das ist fahrlässig und unverantwortlich. Aber wie es aussieht, sind die Totengräber vom BAG nur schwer zu stoppen.

Gespannt können wir sein was die Journalisten davon über die heutige Medienkonferenz in den Medien verbreiten.

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Bei den Margen sind Auslandvergleiche Unsinn https://3-min.info/2018/09/17/bei-den-margen-sind-auslandvergleiche-unsinn/ https://3-min.info/2018/09/17/bei-den-margen-sind-auslandvergleiche-unsinn/#respond Mon, 17 Sep 2018 06:43:15 +0000 https://www.3-min.info/?p=11249 Auf medinside.ch ist am 13. September ein Artikel von Gesundheitsökonom Pius Gyger zum Thema Medikamentenmargen und Auslandvergleiche erschienen, welchen wir unseren Lesern heute gerne publizieren möchten.
Link zum Artikel:
https://www.medinside.ch/de/post/bei-den-margen-sind-auslandvergleiche-unsinn

Viel ist derzeit von überhöhten Medikamentenpreisen und Vertriebsmargen die Rede. Laut Pius Gyger sind Auslandwerte für die Abgeltung der administrierten Medikamentenmargen ökonomischer Unsinn.
Gesundheitsleistungen in der Grundversicherung werden entweder nach staatlich bewilligungspflichtigen Tarifen oder staatlich festgelegten Preisen vergütet. Diese sollen so festgelegt werden, dass eine gute Gesundheitsversorgung gesichert und gleichzeitig effizient erbracht wird. Was das Effizienzziel betrifft, werden bei der Festsetzung hilfsweise Verfahren hinzugezogen, die einen funktionierenden Wettbewerb simulieren.

Medikamentenpreise sind länderübergreifend vergleichbar
Bei Originalmedikamenten werden beispielsweise Auslandspreisvergleiche angestellt, auf deren Basis die Preise in der Schweiz verhandelt werden. Der Grundgedanke ist einfach: Die Wertschöpfung der Produktion findet zwar im jeweiligen Herstellerland statt, Medikamente sind aber international handelbar und deshalb sind die Preise identischer Produkte auch länderübergreifend vergleichbar.

Bei Arztleistungen finden Auslandvergleiche keine Anwendung
Bei den übrigen Dienstleistungen im Gesundheitswesen findet das Instrument des Auslandvergleichs keine Anwendung. So zum Beispiel bei den Arzttarifen, Spitaltarifen, Physiotherapietarifen bis zur Abgeltung der Chiropraktiker und Ernährungsberater.
Das hat seine Gründe. Die Dienstleistungen sind international nicht handelbar, weil sie vor Ort – also in der Schweiz – erbracht werden müssen. Die Wertschöpfung erfolgt zwingend im Inland. Es gibt also keinen wirksamen Wettbewerbsdruck aus dem Ausland. Aus diesem Grund ist auch noch niemand ernsthaft auf die Idee gekommen, die Spital- oder Arzttarife in der Schweiz auf Basis von Auslandtarifen herzuleiten.

Ökonomie der Vergleiche mit dem Ausland
Dasselbe gilt für den Vertrieb und die Abgabe von Medikamenten. Die Lieferung an Apotheken und Arztpraxen bis zur Beratung und Abgabe findet zwangsläufig in der Schweiz statt. Diese Leistungen sind also international nicht handelbar, ja sie müssen unter Bedingungen in der Schweiz erbracht werden.
Die Patienten werden wohnortsnah versorgt, die Wertschöpfung erfolgt vollumfänglich im Inland. Entgelte auf international nicht handelbare, zwangsläufig vor Ort zu erbringende Dienstleistungen auf Basis internationaler Werte fehlt daher jegliche ökonomische Logik und wäre daher regulatorischer Unsinn.

Vom Preisüberwacher befeuert
Die gegenwärtigen Diskussionen um die Medikamentenmargen werden nicht zuletzt befeuert von den Versicherern und dem Preisüberwacher. Sie weisen regelmässig auf die hohen Margen im internationalen Vergleich hin. Und sie ignorieren die Tatsache, dass Abgeltungen gemäss gesetzlichen Grundlagen die effiziente und qualitativ hochstehende Versorgung in der Schweiz sicherstellen muss.
Nicht zuletzt auf Basis dieser regelmässigen Skandalisierungen macht sich das Eidgenössische Departement des Innern nun daran, die Medikamentenmargen neu festzulegen. Und zwar mit Sparzielen, wie die Versicherer und der Preisüberwacher das fordern.

Fazit
Auslandwerte für die Abgeltung der administrierten Medikamentenmargen für die Vertriebs- und Versorgungsleistungen heranzuziehen, ist ökonomischer Unsinn. Mit Medikamentenmargen wie im Ausland könnte der Medikamentenvertrieb von Grossisten bis zu Apotheken und Ärzten auf keinen Fall geleistet werden. Bleibt zu hoffen, dass das Eidgenössische Departement des Innern sich nicht durch einzelne Akteure im Gesundheitswesen irreführen lässt, die unabhängig der Leistungen eine reine Sparpolitik betreiben wollen.

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Geiz und Gier sorgen dafür, dass manche Medikamente nicht lieferbar sind https://3-min.info/2018/07/26/geiz-und-gier-sorgen-dafuer-dass-manche-medikamente-nicht-lieferbar-sind/ https://3-min.info/2018/07/26/geiz-und-gier-sorgen-dafuer-dass-manche-medikamente-nicht-lieferbar-sind/#respond Thu, 26 Jul 2018 12:27:21 +0000 https://www.3-min.info/?p=11123 Die Sonntagszeitung vom 22. Juli 2018 hat extensiv über die Problematik der Lieferengpässe von lebenswichtigen Medikamenten in der Schweiz berichtet. Wir erlauben uns den Teil der auf Seite 16 als „Standpunkt“ publiziert wurde hier wiederzugeben:

 

Geiz und Gier sorgen dafür, dass manche Medikamente nicht lieferbar sind

Martina Frei findet es skandalös, dass wegen der Versorgungslücken Menschen um ihre Gesundheit bangen müssen und Ärzte fatale Fehler machten. 

Wer auf Bienen- oder Wespengift schwer allergisch ist, bekommt in der Schweiz eine Fertigspritze für den Ernstfall. Das heisst: Er würde sie bekommen. Doch derzeit sind diese Adrenalinspritzen nicht erhältlich. Wer Glück hat, ergattert vielleicht noch eine für Erwachsene in Deutschland. Kinder gehen leer aus.

Die Schweiz hat ein Pflichtlager von 500 Tonnen Kaffee – aber Ärzte und Apotheker können zur Bienen- und Wespen-Hochsaison keine lebensrettenden Fertigspritzen abgeben. Das ist unglaublich.

Die Lieferung von Spritzen ist nur einer von vielen Lieferengpässen bei Medikamenten, die bei uns längst die Regel sind. Schuld daran sind meist Geiz und Gier. Wir wollen möglichst wenig zahlen. Also kosten etwa zwölf Beutel Dafalganpulver für Kinder 1.40 Franken. Rund 60 Rappen davon erhalten Apotheker und Grossist, 75 Rappen der Hersteller. Alle drei müssen dafür unzählige Vorschriften erfüllen, weil wir beste Qualität fordern. Das kann nicht aufgehen.

Auf der anderen Seite sind die Pharmafirmen. Bei teuren Medikamenten kommt es kaum zu Lieferproblemen. Bei billigen aber immer öfter, weil die Produktion auf wenige Fabriken konzentriert wurde, meist in Schwellenländern. Fehlende Produktionsreserven, starre Produktionspläne, zu kleiner Notvorrat tun ein Übriges.

Wegen Versorgungslücken sind Menschen gestorben, haben Ärzte fatale Fehler gemacht, haben Patienten vermehrt an Nebenwirkungen gelitten, mussten Ärzte entscheiden, wer vom wertvollen Restbestand bekommt und wer nicht.

Schweizer Patienten sind diesem globalen Dilemma ausgeliefert. Sie können nur einen kleinen Beitrag leisten: indem sie bloss die Medikamente beziehen, die sie auch wirklich nehmen wollen. Den Rest müssen Politiker, Behörden und Pharmafirmen erledigen. Was ist wichtiger: die Aktienkurse oder die Kranken?

Quelle: Sonntagszeitung vom 22.07.2018

 

Die Meinung von IFAK dazu:

Der Preisdruck der seit Jahren ohne Unterlass auf die Generika und die patentabgelaufenen Medikamente ausgeübt wird stammt hauptsächlich von zwei Akteuren:

  • Der Preisüberwacher (PUE): „Der diesjährige Preisvergleich zeigt die starke Überhöhung der Schweizer Preise einmal mehr deutlich auf. Die Resultate ähneln denjenigen der Auslandpreisvergleiche der letzten Jahre. Dies zeigt, dass bisher zu wenig gegen die zu hohen Schweizer Medikamentenpreise unternommen wurde.“
    Quelle: Auslandpreisvergleich von Generika und patentabgelaufenen Originalmedikamenten: Weiterhin stark überhöhte Schweizer Preise.
  • Santésuisse: „Die Preise sollen den tatsächlich vergüteten Preisen des Länderkorbs entsprechen (Einbezug von gesetzlichen Rabatten, erstatteten Preisen, Rabattverträge).“
    Quelle: Medienkonferenz vom 31. Mai 2018 Medikamenten-Auslandpreisvergleich 2017 (Frau Nold, Folie 29). 

Diese Forderungen gefährden die Medikamentenversorgung und damit das Leben des Patienten!

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Santésuisse würgt kostensparendes Vorzeigemodell eiskalt ab https://3-min.info/2018/07/16/santesuisse-wuergt-kostensparendes-vorzeigemodell-eiskalt-ab/ https://3-min.info/2018/07/16/santesuisse-wuergt-kostensparendes-vorzeigemodell-eiskalt-ab/#respond Mon, 16 Jul 2018 07:43:54 +0000 https://www.3-min.info/?p=11106 Im Kanton Freiburg belaufen sich im Jahr 2016 die Medikamentenkosten in Pflegeheimen auf durchschnittlich CHF 4.80 pro Bewohner. Der Schweizer Durchschnitt liegt bei CHF 8.55.

Da fragt man sich natürlich, wie das geht. Die Antwort darauf liegt im Freiburger Modell, das im Jahr 2002 eingeführt wurde und seither bestens funktioniert. Die Medikamentenkosten gingen seit der Einführung des Modells in den Alters- und Pflegeheimen des Kantons Freiburg um satte 30% zurück. Die gesamten Einsparungen belaufen sich dank der pharmazeutischen Betreuung auf rund 80 Millionen Franken. Wohlgemerkt: nur für einen einzigen Kanton!

Und so geht’s:

  1. Medikamente (so viel wie möglich Generika) werden gemeinsam von den Heimen in Grossmengen zum Fabrikabgabepreis gekauft.
  2. Apotheker verkaufen keine Medikamente, gewährleisten aber die pharmazeutische Betreuung. Die Abgeltung erfolgt über eine zweifache, mit den Versicherern ausgehandelte Pauschale: Eine für die Medikamente und eine für die pharmazeutische Beratungstätigkeit.
  3. Interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Apotheken und Pflegepersonal.
  4. Keine Verschwendung von Medikamenten, da bei Behandlungsänderungen oder Tod eines Bewohners die übrig gebliebenen Medikamente anderen Bewohnern verabreicht werden.

Dieses System ist effizient, zweckdienlich und wirtschaftlich – ein Vorzeigemodell seit seiner Einführung im Jahr 2002. Solidarisch verfügen die Heime über einen gemeinsamen Finanzierungstopf, der von Heimen mit «günstigen» Patienten gespeist wird. Profitieren können Heime mit Patienten, die sehr teure Medikamente brauchen.

Das Modell entspricht genau den Massnahmen des Bundesrates gegen steigende Gesundheitskosten und erhielt von verschiedenen Experten schon vor Jahren Bestnoten.

 

Santésuisse verhindert  die Weiterführung des Modells!

Anstatt das leistungsfähige System auf andere Kantone und Bereiche auszuweiten, hat es nun ein Ende. Grund dafür ist die Anpassung eines Gesetzes: der Risikoausgleich. Ziel: Wer viele alte und kranke Patienten versichert, erhält einen Zustupf, wer mehr junge hat, muss zahlen. Die Anpassungen der neuen Verordnung implizieren, dass seit dem 1. Juli 2018 genaue Daten bezüglich der Medikamenteneinnahme jedes einzelnen Versicherten an die Krankenversicherungen geliefert werden müssen. Dies, damit der Risikoausgleich zwischen den Versicherern berechnet werden kann. Das Freiburger Flatrate-System kann die genannten Daten derzeit nicht zur Verfügung stellen. Die Vertreter der Apotheken im Kanton Freiburg waren bereit, die Anpassungen an ihrem System vorzunehmen, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Aber ausgerechnet santésuisse, die sich seit Jahren mit zweifelhafter Zahlenakrobatik hervortut, bezweifelt die Qualität der Daten und verweigert deren Verarbeitung mit der Begründung, sie erzeuge Mehraufwand.

Selbst das BAG setzte sich für den Erhalt des Freiburger Modells ein. Santésuisse lehnte jeglichen Lösungsvorschlag rundweg ab. Der Kassenverband schlug zwar alternative Modelle vor. Diese erwiesen sich jedoch allesamt als teurer als das bisherige Modell bzw. als undurchführbar.

Unglaubliches Fazit aus dieser Arroganz von santésuisse: Seit dem 1. Juli 2018 werden die Freiburger Pflegeheime gezwungenermassen mit Medikamenten aus öffentlichen Apotheken zu öffentlichen Preisen und ohne pharmazeutische Unterstützung beliefert. Einige Medikamente, die bisher dank dem gemeinsamen Finanzierungstopf in die Leistungen eingeschlossen waren, müssen jetzt sogar den Bewohnern in Rechnung gestellt werden. Die Folge wird sein, dass die Medikamentenkosten auf den Schweizer Durchschnitt von CHF 8.55 ansteigen werden. Das entspricht einer Kostenzunahme von 78%. Bei 2’600 Heimbewohnern im Kanton Freiburg resultieren somit  jährlich zusätzliche Kosten von rund CHF 3.6 Millionen.

Es ist nicht zu fassen. Santésuisse erlaubt sich, eine innovative, interdisziplinäre Lösung, die seit 2002 erfolgreich betrieben wird, nachweislich zu Einsparungen in Millionenhöhe führt und ausserdem in jeder Hinsicht den Anforderungen des vom Bund und den Kantonen unterstützten Projekt «Koordinierte Versorgung» entspricht, mit fadenscheinigen Begründungen abzuwürgen. Und weder das BAG noch sonst jemand schreitet ein.

Und warum? Die Risikoausgleichszahlungen, die santésuisse von anderen Versicherern erhält, fallen höher aus als die Einsparungen aus dem Kanton Freiburg. Statt sich also dafür einzusetzen, dass das Freiburger Erfolgsmodell in der ganzen Schweiz eingeführt wird, legt santésuisse eiskalt das Messer an. So etwas nennt man Fehlanreiz, und man fragt sich, wo da der Preisüberwacher bleibt!

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