Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /var/www/vhosts/3-min.info/httpdocs/index.php:1) in /var/www/vhosts/3-min.info/httpdocs/wp_201802/wp-includes/feed-rss2.php on line 8
Im besagten Artikel wird eine Graphik gezeigt, wo sich die Schweiz mit 23 Prozent Generikaanteil an letzter Stelle befindet. Es wird aber nicht erwähnt, dass es sich dabei um keine standardisierte Statistik der OECD handelt, so dass deren Vergleichbarkeit nicht a priori gegeben ist. In ihren Publikationen weist die OECD selbst auf diese Problematik auch immer wieder hin.
Um dies auf einfache Weise zu veranschaulichen, was das bedeutet, kann man den Vergleich der täglichen Covid-19 Ansteckungen der Schweiz und Deutschland nehmen. Deutschland verzeichnet am 2. Oktober 2’673 neue Ansteckungen, die Schweiz 552. Wie gut wir Schweizer doch sind!
Bei diesem Vergleich würde wohl fast keiner reinfallen, weil klar ist, dass es in Deutschland ca. 10-mal mehr Einwohner hat und das Ganze dadurch relativiert wird. Aber auch diese Zahlen lassen sich nicht direkt vergleichen, weil auch die Anzahl Tests, welche in beiden Ländern gemacht werden, auf einen Vergleich Einfluss haben.
Man sieht an diesem Beispiel gut, dass es nicht einfach ist, Zahlen zu vergleichen, wenn die Voraussetzungen der Basis, etc. nicht gleich und standardisiert sind. Die Grafik von santésuisse ist im übertragenen Sinn wie eine Grafik, die die beiden Zahlen 2‘673 und 552 gegenüberstellen und vergleichen würde.
Die Voraussetzungen zwischen den einzelnen Ländern im Generikavergleich sind ungleich komplexer und widersprüchlich. In den verglichenen Ländern gibt es verschiedene Generikadefinitionen, unterschiedliche Abgrenzungen, differenzierte referenzierte Märkte, andere Messkonzepte, unterschiedliche Anteile des Generika fähigen Marktes, etc.
Auf das ewige Gejammer über die doppelt so hohen Preise in der Schweiz gegenüber Deutschland wollen wir an dieser Stelle gar nicht erst eingehen. Nur eines sei hier angemerkt: Herr Brand verdient in der Schweiz sicher doppelt so viel wie sein Amtskollege in Deutschland. Auch das zahlt der Prämienzahler.
Weiter geht es dann aber auch im Artikel mit der Manipulation: „Für viele patentabgelaufene Arzneimittel stehen seit Jahren Generika mit einem identischen Wirkstoff zur Verfügung. So ist beispielsweise der schmerzlindernde Wirkstoff Paracetamol sowohl im teuren Dafalgan als auch im wesentlich kostengünstigeren «Paracetamol Sandoz» enthalten. Durch den konsequenten Einsatz von Generika könnten pro Jahr mehrere Millionen Franken eingespart werden – ohne Qualitätseinbussen.“
Es wird hier nicht der Vergleich zwischen einem patentabgelaufenen Arzneimittel und einem Generikum gemacht, sondern einer zwischen zweie Generika. Schaut man sich die Sache noch etwas genauer an, ist der Sachverhalt folgendermassen:
Für die kleinste Packung Dafalgan 1 Gramm Tabletten bezahlt man 7.20 Franken, für die Packung Paracetamol Sandoz 7.65 Franken. Nach dem Muster von santésuisse, müssten wir dem Leser jetzt unterschlagen, dass es sich beim Dafalgan um eine 16er Packung und bei Sandoz um eine 20er Packung handelt. Berücksichtigt man das, kostet die einzelne Tablette 0.45 Franken für Dafalgan, bzw. 0.385 Franken für die Sandoz Tablette. Wobei es sich beim Dafalgan um eine Filmtablette handelt, welche wesentliche Vorteile hat, also eigentlich nicht direkt vergleichbar wäre. Genau genommen kommt es die Versicherungen sogar noch günstiger, da ja Packungsweise verkauft wird und die Dafalgan Packung günstiger ist.
Um beim Dafalgan zu bleiben: Ob es sinnvoll ist, den vom Staat festzulegenden Preis, für eine Packung Schmerzmittel Dafalgan 500 mg, auf 2.45 Franken vorzuschrieben (also Billiger als eine Packung Ricola!), ist eine andere Geschichte.
Für uns ist klar: wenn man mit manipulativen Argumenten einen Systemwechsel zum Referenzpreis erzeugen will, hat man scheinbar keine guten Argumente – weil es für die Schweiz dafür keine Argumente gibt.
© Image by Adobe Stock
]]>
Leider schreiben Journalisten immer wieder Zahlen und Informationen von Quellen ab, ohne diese zu hinterfragen. Auch in diesem Artikel schrieb Journalist Renz die Zahlen von santésuisse einfach ab. Der IFAK Verein hat deshalb einen Brief an Herrn Renz persönlich und einen Leserbrief an diverse Tageszeitungen geschrieben, um auf die falschen Zahlen und die fehlende Differenzierung aufmerksam zu machen. Unsere Argumente und Darlegungsweise möchten wir hier unseren Lesern ebenfalls aufzeigen:
Im Artikel steht, dass Atorvastatin in der Schweiz 6,5-mal teurer ist als in Deutschland. In der Tabelle ist es dann noch das 3-fache. Wir sind der Meinung, dass es die Aufgabe eines Journalisten ist, solche Zahlen zu überprüfen, bevor er sie veröffentlicht.
Auch der von santésuisse mit 23 Prozent propagierte Generika Anteil in der Schweiz wird einfach immer wieder abgeschrieben. Tatsache ist, dass es in der Schweiz gar nicht so viele Generika gibt. Warum wohl? Der reale Generika Anteil liegt in der Schweiz bei 50 Prozent. Also weit weg von den Zahlen, die veröffentlicht werden.
Der Fabrikabgabepreis ist vom Staat festgelegt und in der Schweiz höher als in Deutschland. Warum wohl? Die Kosten für die in Verkehr Setzung eines Generikums fallen in der Schweiz an, zu Schweizer Kosten. Es ist zudem ein Unterscheid, ob ein Produkt für eine Bevölkerung von acht Millionen oder für eine von 80 Millionen zur Verfügung gestellt wird.
Macht man sich vertieft Gedanken zu den Preisunterscheiden in der Schweiz gegenüber dem Ausland und vergleicht diese, wird einem schnell klar, dass die 400 Millionen Franken Ersparnis, santésuisse bei den Generikakosten propagiert, aus der Luft gegriffen sind. Denn dafür müssten die Generikapreise um fast 50 Prozent gesenkt werden. Total unrealistisch ist, wenn man sich um einige Beispiele bewusst ist:
| Vergleichsgegenstand | Kosten Schweiz | Kosten Ausland | Faktor |
| Freiland Ei | Euro 0.59 | Euro 0.18 (Deutschland) | 3,2 |
| Starbucks Kaffee | Euro 6.33 | Euro 3.85 (Deutschland)
Euro 1.34 (Brasilien) |
1,6
4,7 |
| Teller Spaghetti Bolognese | Euro 23 (Zürich) | Euro 8.50 (München) | 2,7 |
| 3-Zimmer Wohnung (100m2) | Euro 2’272 (Zürich) | Euro 950 (Frankfurt) | 2,3 |
| Lohn Journalist (Bandbreite) | Euro 4’578 – 6’912 | Euro 2’600 – 4’200 (Deutschland) | 1,8 |
Es wäre schön, wenn sich Journalisten zu diesem Thema auch einmal um andere Quellen bemühen, differenziert und kritisch hinterfragen würden, was gesagt und geschrieben wird.
© Image by Adobe Stock
]]>
Wichtig für diese Thematik, sich in Erinnerung zu rufen, dass nicht der Markt die Medikamentenpreise bestimmt, sondern, dass diese in der Schweiz vom Staat festgelegt werden. Fehlende Medikamente hingegen, werden vom Markt bestimmt. Mit einem Referenzpreissystem will der Staat jetzt noch mehr eingreifen und regulieren. Dass der Markt darauf reagieren wird, ist klar. Wahrscheinlich aber nicht so, wie sich das die Damen und Herren von santésuisse vorstellen.
© Image by Adobe Stock
]]>
Was geschieht, wenn solche tendenziösen Meldungen platziert werden? Und was will Curafutura damit erreichen?
Auch santésuisse kommen solche Zahlen sehr gelegen, sie passen perfekt in ihr Konzept, in dem sie unermüdlich immer wieder die viel zu teuren Medikamente in der Schweiz (gemeint sind dann jeweils die Generika) anschwärzen.
Die Journalisten schiessen sich ebenfalls auf solche Mitteilungen ein. Am 21. Januar titelte beispielsweise die Liberté auf der ersten Seite über die Curafutura Meldung: «La facture du pharmacie fait mal».
Als ob der Apotheker für das Wachstum der Medikamentenkosten etwas dafür könnte. Für diese Zunahme sind nämlich die hochpreisigen Medikamente im Spital verantwortlich. Sie machen zwei Prozent der abgebebenen Medikamente aus und verursachen 60 Prozent der Kosten.
Im Gegensatz dazu verursachen fast die Hälfte aller abgegebenen Medikamente nur gerade knapp sechs Prozent der Kosten. Dabei handelt es sich um jene Medikamente der Preisklassen unter CHF 5 zu ex-factory, welche vor allem über den Apotheken-Kanal vertrieben werden.
Diese Differenzierung scheint aber die Krankenkassenverbände und Journalisten wenig zu interessieren. Es wäre aber doch weitaus seriöser, wenn sie mit Fakten an die Öffentlichkeit gehen würden, zum Beispiel, dass:
Man müsste die hochpreisigen Medikamente sowieso aus der allgemeinen Rechnung nehmen und separat finanzieren, wie über eine Rückversicherung. Dann wäre die Rechnung der Medikamentenkosten ehrlicher und den Tatsachen entsprechend.
Warum macht man hier nicht zwei Rechnungen und vermischt stattdessen alles zu einem irreführenden Einheitsbrei? Ganz einfach, weil sich diese Fakten nicht eignen, um die politische Botschaft für die Einführung des Referenzpreissystems zu propagieren. Auch, dass bei diesem System – wonach nur das günstigste Medikament von den Versicherungen vergütet werden soll – der Patient für die Differenz selbst in die Tasche greifen muss, wird einfach verschwiegen.
Das Problem der steigenden Medikamentenkosten kann, so wie heute argumentiert und propagiert wird, nicht gelöst werden. Im Gegenteil, die unangetasteten, nicht in Frage gestellten Verursacher – die hochpreisigen Medikamente – werden diese weiter ansteigen lassen. Ein nicht bewährtes Referenzpreissystem lenkt den Fokus ab und wird zu weiteren Problemen führen, unter anderem das verbreitete und nicht gelöste Problem der Lieferengpässe noch verstärken.
© Image by IFAK Verein
]]>
Auch der IFAK Verein thematisiert dieses Thema regelmässig in 3-min.info und äussert sich in den Tageszeitungen mit Leserbriefen, um die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. In der NZZ vom 9. Dezember 2019 ist ein Artikel über die Rekord hohen Lieferengpässe erschienen. Der Präsident des IFAK Vereins, Dr. Claus Hysek, hat dazu einen Leserbrief geschrieben, welcher erfreulicherweise, am 20. Dezember 2019 dann auch in der NZZ veröffentlicht wurde. Gerne möchten wir diesen unseren Lesern hier publizieren. Wir sind gespannt, ob sich die Situation der Lieferengpässe im 2020 etwas entspannen wird und unsere Politiker endlich erwachen oder ob es weiterhin ein besorgniserregender Dauerbrenner bleibt?
von Dr. Claus Hysek, Apotheker, Schwadernau
Hunderte von Medikamenten fehlen
In ihrem Artikel beschreibt Frau Lahrtz ein heute wirklich besorgniserregendes, in Zukunft noch zunehmendes Problem (NZZ 9. 12. 19). Unsere Politiker scheinen den Ernst der Lage aber offensichtlich noch nicht erfasst zu haben. Sie plädieren immer noch unermüdlich für die Einführung eines Referenzpreissystems. Damit wird sich das Problem aber noch verschärfen. Derzeit gibt es schon unzählige Beispiele von Generika, welche von den Herstellern aus Rentabilitätsgründen vom Markt genommen wurden. Nicht selten erreichen sie bei diesen Billigstprodukten die Mindestabsatzmenge – die minimale Menge, die sie bestellen müssen, damit sie überhaupt beliefert werden – nicht mehr. Der Marktrückzug ist die Folge davon. Ein Referenzpreissystem verschärft aber genau diese Problematik. Der zunehmende Preisdruck, dass genau diese ohnehin schon sehr billigen Medikamente noch billiger werden sollen, eröffnet den Teufelskreis. Die Verhältnismässigkeit bei der Preisbildung der Medikamente im Vergleich zu anderen Produkten ist völlig aus der Balance geraten. Ein CB12-Kaugummi kostet heute pro Stück im Einkauf 37 Rappen. Eine Tablette eines Generikums gegen Schlafstörungen kostet weniger als die Hälfte – so zum Beispiel beträgt der Zolpidem-Preis pro Tablette 17 Rappen. Eine Amoxicillin-Tablette, ein Antibiotikum, ist mit 25 Rappen ebenfalls rund 30 Prozent günstiger als der Kaugummi. Dasselbe Bild bei den Schmerzmitteln: Dafalgan kostet pro Tablette 8 Rappen. Zum Preis eines Kaugummis erhalten wir also 4,5 Tabletten Dafalgan. Die Auflagen für die Markteinführung eines Kaugummis sind aber bei weitem nicht die gleichen wie jene für Medikamente. Wie also soll sich dieser Verhältnisblödsinn rechtfertigen? Ich hoffe sehr, dass unsere Politiker erwachen, bevor es zu spät ist.
© Image by Adobe Stock
]]>
Der IFAK Verein hat in der Vergangenheit immer wieder davor gewarnt, dass der Markt in der kleinen Schweiz für ein Referenzpreissystem viel zu klein ist. Der Generikamarkt wird dadurch ausgehöhlt und verwässert. Die Befürworter haben dies unermüdlich schöngeredet: Angstmacherei sei es, der Markt werde das schon richten. Welcher Markt?, muss man sich da fragen. Dort wo die Preise durch den Gesetzgeber bestimmt werden, existiert kein Markt!
Es gibt zahlreiche Beispiele, die heute schon vor Augen führen, was passiert, wenn der Preisdruck auf die ohnehin schon günstigen Generika erhöht wird. So wie es mit dem Referenzpreissystem passieren wird. Als Exempel kann man den Fall Lasix® und seine Generika nehmen.

Das Original Produkt Lasix® und das Co-Marketing Produkt Furosemide® sind im Handel erhältlich. Zwei andere Hersteller haben ihre Generika, Fursol® und Furodrix®, mittlerweile aus dem Markt genommen, da sie bei diesen Billigstprodukten die Mindestabsatzmengen – die minimale Menge, die sie bestellen müssen, damit sie überhaupt beliefert werden – nicht mehr erreicht haben.
Die Firma Mepha hat ihr Produkt Oedemex® momentan nach wie vor im Handel. Die Frage ist, wie lange noch? Im Gegensatz zu den anderen Produkten könnte Mepha hier aber den Preis selbst bestimmen, da es nicht aus der Grundversicherung vergütet wird.
Würde auch das Mepha Produkt vom Markt verschwinden, hat Sanofi keine Konkurrenz mehr, kann den Markt verknappen und anschliessend das Produkt nicht mehr zu diesem Preis anbieten. Die Schönredner werden sicher auch hier sagen das stimme nicht und dies sei unmöglich. Der Sirup des Antibiotikums Bactrim® hat genau dies schon vorgemacht. Weitere Beispiele werden folgen.
Wir appellieren genau deshalb immer und immer wieder an santésuisse und die Politiker: seid nicht blauäugig, glaubt nicht, im Referenzpreissystem das Zaubermittel gefunden zu haben. Vergleicht nicht die Schweiz mit dem «immer viel billigeren Ausland». Wir bekommen damit noch ernsthaftere Versorgungsprobleme.
Es gibt übrigens heute schon Medikamente, welche in der Schweiz aufgrund von Lieferengpässen nicht mehr erhältlich sind, in Deutschland aber lieferbar sind, zu einem höheren Preis als der Schweizer Preis (Link auf 3-min Artikel).
© Image by Adobe Stock
]]>Constella® ist zurzeit in der Schweiz nicht lieferbar. Bis auf Weiteres. Und ist damit in bester Gesellschaft mit rund 600 anderen Produkten, die sich auf der Liste der Medikamente mit Versorgungsengpässen befinden (www.drugshortage.ch / Stand 25.09.2019)
Eine Situation, die es so gar nicht gibt. So Berset und santésuisse. Gemäss ihnen haben nämlich die politischen Sparmassnahmen bei den Medikamenten, etwa der permanente Preisdruck auf die tiefpreisigen Medikamente, keinerlei Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit.
Eine Situation, die aber in Tat und Wahrheit alltäglich ist – hier und heute, bei uns, in der Schweiz! Man braucht keine Glaskugel, um zu erahnen was passieren wird, wenn nun der Bundesrat und die Politiker das Referenzpreissystem einführen. 3-min.info hat schon unzählige Male darüber berichtet.
Zurück zu Constella® und zu jenen, die unter den direkten Auswirkungen dieses Lieferengpasses leiden: die Patientinnen und Patienten. Als wären sie mit ihren Beschwerden nicht schon genug gestraft. Es muss für sie eine Alternative her, um die Zeit des Engpasses zu überbrücken. In der Schweiz gibt es kein wirkstoffgleiches Medikament. In Deutschland ist Linaclotidum erhätlich – und auch LIEFERBAR.
Wer jetzt denkt, dies sei des Problems Lösung, der irrt sich. Denn hier geht das Problem erst richtig weiter. Die Krankenkasse (im aktuellen Fall die KPT), will für die Kosten des Deutschen Alternativproduktes nicht aufkommen! Dafür muss der Patient nun selbst in die Tasche greifen. Und dies kommt ihn teuer zu stehen. Eine Kapsel Constella® kostet in der Schweiz im Einkauf CHF 1.88. In Deutschland kostet eine Kapsel CHF 2.43.
Aber auch das, eine Situation die es so gar nicht gibt. So Berset und santésuisse. Medikamente sind im Ausland immer viel günstiger. Sagen sie.
© Image by Adobe Stock
]]>Nun häufen sich die Negativschlagzeilen und der Unmut über santésuisse auch aus anderen Kreisen. (Link auf medinise Artikel 1, Link auf medinside Artikel 2)
Dass satnésuisse an der Ausarbeitung des neuen Ärztetarifs Tardoc nicht mitarbeitete, ist längst bekannt. Nun kritisieren sie aber die von Curafutura und FMH eingereichte neue Tarifstruktur mit schlicht falschen Einwänden und entgegen der Tatsachen. Genauso wie es santésuisse bei den Apotheken macht, blockieren sie auch bei den Ärzten. Sie zeigen mit dem Finger immer auf die anderen und tragen damit nichts zu Lösungen im Gesundheitswesen bei, im Gegenteil, sie sind Verhinderer konstruktiver Zusammenarbeit.
Und so geht es munter weiter mit dem unsäglichen Verhalten des Krankenversicherungsverbandes. Sauber sind deren Hände offensichtlich nicht, wenn man folgende Tatsache anschaut:
An der Pressekonferenz im Juni informiert santésuisse einmal mehr über das Wachstum bei den Medikamenten, notabene mit fragwürdigen Zahlen. Im ersten Diagramm wird die Steigerung der Medikamentenkosten mit 4.4 Prozent angegeben. Auf der gleichen Seite, in einem anderen Diagramm, ist dann die Steigerung der Medikamentenkosten mit 1.5 Prozent, also fast drei Mal weniger, angegeben. (Link auf 3-min Artikel)
Damals verurteilte der Verband das Medikamentenwachstum und verlangte wie gewohnt, als Gegenmittel müssten die Margen bei den Apotheken gesenkt werden. Das angeprangerte Medikamentenwachstum betrug, gemäss den Zahlen von santésuisse, in den Jahren 2015 bis 2017 11.9 Prozent.

Nun wurde auf medinside.ch das Wachstum der Verwaltungskoten der Krankenkassen publiziert. (Link auf medinside Artikel) In der gleichen Zeitspanne (2015 bis 2017, um Gleiches mit Gleichem zu vergleichen) verzeichnen diese einen Anstieg von 9 Prozent!

Die Steigerung der Medikamentenkosten wird ausschliesslich durch die hochpreisigen Medikamente verursacht. Diese nahmen seit dem Jahr 2005 um 1000 Prozent zu! Bei diesen Medikamenten ist die Marge so gering, dass der Apotheker nichts mehr daran verdient. Darüber verliert santésuisse nie ein Wort.
Im Gegensatz dazu spielen diese teuren Medikamente bei den Verwaltungskosten keine Rolle, denn der administrative Aufwand für ein günstiges oder ein teures Medikament ist immer der Selbe. Ebenso sollten eigentlich höhere Umsätze im Gesundheitswesen (weil die Apotheker vermeintlich zu hohe Margen hätten) auf die Verwaltungskosten keinen Unterschied machen. Trotzdem steigen die administrativen Kosten der Krankenkassen jedes Jahr parallel zu den Gesamtkosten. Und dafür will man den Apotheker mit tieferer Marge bestrafen?
Ob sauber oder nicht – man kann nicht nur mit dem Finger auf die anderen zeigen.
© Image by Adobe Stock
]]>Glücklicherweise sind die einzelnen Krankenkassen da etwas realistischer unterwegs und analysieren lieber die realen Gegebenheiten als die Glaskugel zu kontaktieren. So sind beispielsweise die Helsana und die CSS überzeugt, dass es im Jahr 2020 eine neutrale Prämienrunde geben wird oder die Prämien teilweise sogar gesenkt werden können. Vernünftig finden wir. Und schön wäre es, wenn auch die Journalisten hier etwas vernünftiger wären und die Zahlen von santésuisse mit den Kaffeesatzexperimenten von Frau Nold kritisch hinterfragen würden. Der IFAK Verein hat diese bereits mehrmals analysiert, korrigiert und auch dokumentiert. Sie wären ebenfalls allen Journalisten jederzeit zugänglich.
© Image by Adobe Stock
]]>
Ausgangspunkt des Artikels war, dass santésuisse erstmals die Kosten für Krebsmedikamente offenlegte. Aber Anstelle die Zahlen korrekt einzuordnen, nutze santésuisse einmal mehr die Gelegenheit, ihre alte, undifferenzierte Leier von der Erhöhung der Medikamentenkosten abzuspielen.
Kein Wort davon, dass das grundlegende Problem darin besteht, dass in den vergangenen Jahren der Absatz von hochpreisigen Medikamenten stark zugenommen hat, während die Ausgaben für tiefpreisige Medikamente über Jahre stabil geblieben sind. Doch genau diese Zahlen* wären interessant und würden so manches erklären:
Die Mehrkosten will man nun aber lieber wieder bei den tiefpreisigen Medikamenten einsparen. Auch in keiner Zeile war im Artikel zu lesen, dass die Preissenkungen der vergangenen zwei Jahre Einsparungen von jährlich doch 350 Millionen bedeuten. Diese Einsparungen wurden vor allem zu Lasten der tiefpreisigen Medikamente erlangt. Sie werden aber durch den erhöhten Absatz von hochpreisigen Produkten abgefedert.
Und der Bundesrat? Er plant derweil, wie er mit Referenzpreisen und Co. zukünftig noch mehr Druck auf die tiefpreisigen Medikamente und günstigen Generika ausüben kann. Um die Kernproblematik der hochpreisigen Medikamente wird auch hier ein grosser Bogen gemacht. Es ist halt billiger (und einfacher), bei den Billigen zu schrauben.
Und dann ist da noch ein weiterer Aspekt: Die Kosten der hochpreisigen Medikamente werden bisher auf alle Prämienzahler abgewälzt – mit der bekannten Folge, dass jedes Jahr die Prämien steigen. Die grosse Zahl der Prämienzahler deckt damit die hohen Einzelfallkosten. Auf Dauer wird dies jedoch keine Lösung sein, denn der solidarische Gedanke wird vergiftet, wenn die Prämien für immer mehr Personen unbezahlbar werden, an bereits günstigen Medikamenten gespart und gleichzeitig hochpreisigen Medikamenten kein Einhalt geboten wird.
Novartis-Chef Vas Narasimhan setzt der Diskussion die Krone auf, indem er sagt, die Preise der hochpreisigen Krebsmedikamente würden durch deren Nutzen bestimmt und gerechtfertigt. Es ist sehr fraglich, ob Herr Narasimhan unter «Nutzen» auch Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit meint. Dieses Trio wird nämlich in der Schweiz für die Vergütung aus der Grundversicherung herangezogen. Wahrscheinlich nicht. Eine solche Aussage ist ein absoluter Affront.
*Quelle: IQVIA, MAT 02/19
© Image by Adobe Stock
]]>