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Meier fordert für das Schaffen in Spitälern: verbindliche Qualität, messbare Kontrolle und wenn das nicht hilft, Konsequenzen für die behandelnden Ärzte.
Dass die Krankenkassen kein Interesse für eine strikte Überprüfung des Nutzens einer Behandlung zeigen, erstaunt den Basler Professor. Es scheint aber leider so, dass Krankenkassen beim Thema Kostensenkung lieber mit populistischen Rundumschlägen gegen die Marge der Apotheker wettern, als auf zielführende Lösungsvorschläge einzugehen (Link zu Artikel in der BaZ).
Seit Jahren versucht pharmaSuisse mit santésuisse für alle akzeptable Lösungen zu finden. Aber es ist halt einfacher, populistische Millionenbeträge als Sparpotential in den Raum zustellen, als konstruktive Lösungen zu suchen.
Wie wäre es mit einer Einheitskasse? Dann bräuchte man santésuisse nicht mehr. Auch das spart sicher Geld.
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]]>Bemerkenswert an diesem Zeitungsartikel ist, dass für einmal nicht nur auf den Medikamentenpreisen herumgehackt wird.
Blamabel ist der Auftritt der Krankenkassen tatsächlich. Deren Bosse kassieren zwar Saläre wie Manager von grösseren Unternehmen, legen aber einen ausgesprochen mageren Leistungsausweis vor. Allen voran die Chefin von Santésuisse, die bei öffentlichen Auftritten dem Publikum zu verstehen gibt, dass sie nicht interessiert zu sein scheint an einer ernsthaften Bemühung um Verbesserungen. Ihr Repertoire beschränkt sich auf die Präsentation von zweifelhaften Studien mit hanebüchenen Auslandpreisvergleichen und aus der Luft gegriffenen dreistelligen Millionenbeträgen als angebliche Sparmöglichkeiten.
Dabei wäre ein griffiges Qualitätsmanagement wichtig für das gesamte Gesundheitswesen, aber dazu braucht es Kompetenz. Diese könnte man sich gemeinsam mit den Partnern holen. Stattdessen wird immer noch wenig von Qualitätsmanagement geredet, sondern nur von Rabatten.
Noch mehr gefördert werden sollten zum Beispiel die bereits an etlichen Orten existieren Qualitätszirkel zwischen Ärzten und Apothekern. Und es braucht Pilotprojekte zur weiteren Qualitätsverbesserung und zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Leistungserbringern. Doch ausgerechnet da sind die Krankenkassen ausgesprochen geizig, obwohl für solche Projekte ein Fonds besteht. Es wird immer noch blockiert und die vorhandenen Gelder werden nicht gesprochen. Auch Studien zu innovativen Projekten zum Gesundheitsmanagement und zur Verbesserung der Betreuung der Patienten werden immer wieder torpediert. Diese Haltung ist unverständlich und zeugt vom mangelnden Willen und wohl von auch mangelnder Sachkenntnis bei den Kassenwarten. Sie machen lieber Werbung für den unsäglichen Postversand von Medikamenten und fördern damit den unkontrollierten (keinerlei Beratung durch eine Fachperson) und übermässigen Konsum (Kickbacks der Versandhändler an die verschreibenden Ärzte) von Arzneimitteln.
24. April 2018
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]]>Neuestes Beispiel: Novartis kauft für 8,7 Milliarden US-Dollar die Firma AveXis. Damit gehört Novartis unter anderem ein Medikament zur Behandlung von spinaler Muskleatrophie (SMA), einer genetischen Krankheit. Die Kosten für die Behandlung liegen im Bereich 800‘000 US-Dollar. Machen wir die Rechnung zu diesem milliardenschweren Business:
Gemäss Schätzungen gibt es derzeit weltweit 375‘000 Patienten, die an SMA leiden. Jedes Jahr kommen rund 23‘500 Neugeborene mit diesem Gendefekt dazu. Und diese Zahl wird sich halten, denn man rechnet damit, dass etwa 150 Millionen Menschen Überträger des Gens sind. Würde man allein die Neugeborenen alle behandeln, ergibt das einen Umsatz von 18,8 Milliarden Dollar. 300 Milliarden Dollar sind es, wenn man das gesamte Potential an Patienten betrachtet.
In der Schweiz sind schätzungsweise 500 Patienten von SMA betroffen. Novartis schafft sich also allein mit diesem Medikament das Potential von 400 Millionen Franken zu Lasten unserer sozialen Krankenversicherung. Und das ist nur eines von zahlreichen anderen ähnlich teuren Medikamenten für seltene Krankheiten. CAR-T zur gentherapeutischen Therapie von Leukämie bei Kindern kostet 475‘000 Dollar pro Behandlung, die Behandlung einer genetisch bedingten Blindheit kostet 850‘000 Dollar etc.
Die Liste lässt sich um weitere exorbitant teure Medikamente verlängern, und die Pharmaindustrie wird alles daran setzen, diese Liste zu ergänzen. Schon heute verursachen 0,7% der Packungen, die zu Lasten der Krankenversicherungen abgerechnet werden, 25% der Kosten! Tendenz massiv steigend. Man muss kein Rechengenie sein, um zu sehen, dass die Pharmaindustrie unsere Sozialversicherungen in Kürze aushöhlen wird.
Und was machen Bundesrat, Santésuisse, Preisüberwacher und weitere so genannte «Experten»? Sie suchen das Heil im Festbetrag für Generika! Damit zerstören sie die Versorgungssicherheit in unserem Land:
· 63% der zu Lasten der OKP verkauften Medikamentenpackungen haben schon heute einen Ex-factory-Preis von weniger als 15 Franken. Werden in diesem Bereich die Preise weiter gedrückt, wird die Produktion zuerst auf einen oder zwei Standorte in Billiglohnländer verlegt und – wenn selbst dann keine Rendite mehr erzielt werden kann – dann verschwinden bewährte Präparate vom Markt, weil es sich schlicht nicht mehr lohnt, sie herzustellen.
· Der Festpreis wird diese Entwicklung massiv beschleunigen, denn der Billigstanbieter erhält quasi das Monopol für einen Wirkstoff. Das akzentuiert die Konzentration auf eine minimale Anzahl Produktionsstätten. Kleinere Pharmafirmen können bei diesem staatlich verordneten Preisdumping nicht mithalten. Sie stellen die Produktion ein. Übrig bleiben die Grossen. Die warten, bis die Konkurrenz aus dem Weg geschafft ist, und dann bestimmen sie die Preise. Dass sie diesbezüglich keinerlei Hemmungen zeigen, demonstrieren sie mit ihrer Preispolitik bei Medikamenten für seltene Krankheiten.
· Der Zwang stets das billigste Medikament schlucken zu müssen, bedeutet für Patienten, immer wieder das Produkt wechseln zu müssen. Für die Medikamentensicherheit sind solche Wechsel ein Desaster. Die Therapietreue sinkt, die Gefahr von Verwechslungen und Doppelmedikation steigt.
· Gerade beim Wechsel von Medikamenten wäre die Beratung des Patienten durch eine Vertrauensperson wie den Apotheker wichtig. Doch die Schleuderpreispolitik degradiert Medikamente zur Wegwerfware. Bereits die Logistik solcher Billigstprodukte wird für den Apotheker zum Verlustgeschäft. Von ihm dann auch noch zu verlangen, dass er bei deren Verkauf aufwendige Beratungsgespräche führt, zeugt von der zynischen Gleichgültigkeit, die gut bezahlte Bundesbeamte und Kassenfunktionäre leider immer wieder an den Tag legen.
Sicher, Menschen mit einer seltenen Krankheit haben oft ein schweres Los, und es ist lobenswert, dass unsere Pharmaindustrie die Möglichkeit bietet, mit neuen Gentherapien solche Krankheiten zu heilen. Es darf aber nicht sein, dass die Pharmaindustrie die sozialen Krankenversicherungen durch exorbitant hohe Preise für solche Spezialbehandlungen derart ausgehöhlt, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr mit ihren bewährten Medikamenten gegen Diabetes, Hypertonie, Arthrose und weitere weit verbreitete Krankheiten behandelt werden kann, weil für sie das Tiefstpreisdiktat gilt. Solidarität ja, aber sie hat eine Schmerzgrenze.
10. April 2018
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Wollen wir das? Sicher nicht. Der massive Preisdruck auf die Apotheken ist kontraproduktiv. Deshalb sollte die Politik die Schliessung der Quartierapotheke in Basel ernst nehmen und endlich umdenken. Apotheker müssen fair abgegolten werden, damit das kostengünstige, hochqualifizierte Dienstleistungsangebot der öffentlichen Apotheke weiterexistieren kann.
9. Januar 2018
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Auch dieser Versuch wird scheitern, denn der Ansatz liegt in der Herdplatte, und das sind die Versicherten. Sie müssen lernen, nicht gleich bei jedem Bobo in die Notfallstation des nächsten Spitals zu rennen, sich die Medikamente für die Ferienapotheke vom Arzt verschreiben zu lassen, ungehindert von Arztpraxis zu Arztpraxis zu pilgern und sich aus dem übergrossen Katalog der Pflichtleistungen frei zu bedienen. Da muss der Hebel angesetzt werden. Die Krankenversicherung muss wieder zu dem werden, was sie ursprünglich sein sollte: eine Versicherung, die dafür sorgt, dass niemand wegen Krankheit in den finanziellen Ruin getrieben wird.
Eine Studie von einem Regierungsamt der USA (2) zeigt, dass 5 Prozent der Patienten fast 50 Prozent der Kosten verursachen. Die überwiegende Mehrheit von 80 Prozent der Patienten beanspruchen dagegen weniger als 8 Prozent. Das sind amerikanische Zahlen. Sie geben aber einen guten Hinweis, auf welchen Bereich der Fokus auch bei uns gerichtet werden müsste.
Laut dem Bericht der vom Bundesrat eingesetzten Expertengruppe lagen die Gesamtausgaben für die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) im Jahr 2015 bei 27.5 Milliarden Franken. Unter der Annahme, dass 80 Prozent der Versicherten 8 Prozent davon beanspruchen, heisst das, dass die Krankenkassen für 6,72 Millionen Versicherte lediglich 2,2 Milliarden Franken ausgeben.
Wenn Sparmassnahmen greifen sollen, muss ein für alle Mal die Betreuung jener 5 Prozent der Patienten, die 50 Prozent der Kosten verursachen, optimiert werden. Da gibt es sofort umsetzbare Massnahmen, die ohne jegliche Qualitätseinbusse helfen, Kosten zu sparen:
Die nachgewiesene Überversorgung ist eines der grossen Probleme, denen Einhalt geboten werden muss. Jede überflüssige Operation, die nur des (Spital-)Umsatzes wegen vorgenommen wird, kostet zehntausende Franken. Da wirkt es ziemlich weltfremd, wenn BAG, Gesundheitsminister, Preisüberwacher und Konsumentenschützer weiterhin ihr Mantra von den angeblich viel zu teuren Generika herunterbeten. Die wahren Probleme liegen bei den Spitalkosten, dem unkontrollierten Zugang zu teuren Notfallstellen, der medizinischen Überversorgung und den übermässigen Administrationskosten der Krankenkassen. Diese sind doppelt so hoch wie die gesamten Vergütungen an die Apotheken! Man sollten von einer vom Bundesrat eingesetzten Expertengruppe erwarten dürfen, dass sie eine ganzheitliche Sicht an den Tag legt und sich nicht mit realitätsfernen, oberflächlichen, einseitig zu Lasten der Apotheker gehenden Vorschlägen begnügt, die nichts zur Problemlösung beitragen.
Link Bericht Expertengruppe:
https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/50084.pdf
(1) Link Medicaid “A Small Share of Enrollees Consistently Accounted for a Large Share of Expenditures”:
http://www.gao.gov/assets/680/670112.pdf
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Dieses Geschäftsmodell ist absolut unanständig und verwerflich. Wenn sich dieses Gebaren durchsetzt, gerät das Gesundheitswesen in kürzester Zeit völlig aus den Fugen, weil solche Kosten schlicht nicht mehr tragbar sind. Und mehr noch: Wenn solche Dreistigkeit toleriert wird, werden andere die pervertierte Argumentation der Pharmafirmen übernehmen. Was darf zum Beispiel ein lebensrettender Ambulanzeinsatz kosten, wenn er nach Abwägung von «Nutzen und kommerzieller Tragfähigkeit» festgelegt wird? Wann kostet eine Dosis Polio-Impfstoff, deren Preis heute bei knapp 20 Franken liegt, plötzlich ebenfalls eine horrende Summe, weil die Pharmabosse der Meinung sind, die «kommerzielle Tragfähigkeit» sei noch nicht ausgeschöpft?
Doch was hört man diesbezüglich vom Preisüberwacher oder von der kürzlich von Bundesrat Berset eingesetzten Expertengruppe, die nach Sparmöglichkeiten suchen sollte? Kein Wort! Nach wie vor klauben die «Experten» an den heute schon für den grössten Teil der Medikamente tiefen Preisen herum. Dass vor ihren Augen ohne jegliche Skrupel alles ausgehebelt wird, was bisher den Krankenversicherungsgedanken ausmachte, blenden sie einfach aus. Sie leisten dem dreisten Geschäftsgebaren der grossen Pharmafirmen sogar noch Vorschub. Bundesrat Berset träumt immer noch von einem Festbetragsmodell, das nachweislich kleine Firmen nach und nach vom Markt verdrängt, weil nur die grossen Firmen den finanziellen Schnauf haben, um die von der Politik geforderten unwirtschaftlichen Preise halten zu können. Die Grossen brauchen bei diesem Modell nur zu warten, bis die Kleinen in den Ruin getrieben sind oder die betroffenen Produkte vom Markt nehmen müssen. Sobald sie die Monopolstellung erreicht haben, sind sie alleiniger Herr im Haus und lassen die Preise nach oben schnellen. Reale Beispiele dafür gibt es bereits heute genügend.
Wann endlich öffnen die Damen und Herren «Experten» die Augen! Es braucht den politischen Willen, solche unverschämten Geschäftsmodelle nicht einfach hinzunehmen, sondern zu ächten und dagegen vorzugehen. In der sozialen Krankenversicherung soll die ganze Bevölkerung adäquate Gesundheitsdienstleistungen erhalten. Es darf nicht toleriert werden, dass einzelne Behandlungen derart viel Geld verschlingen, dass für die grosse Mehrheit der Versicherten keine Mittel mehr übrig bleiben. Es darf kein Geschäftsmodell «medizinischer Nutzen und kommerzielle Tragfähigkeit» geben!
30. Oktober 2017
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]]>Die Studie untermauert, was jedem objektiven Beobachter auch so ins Auge sticht (oder auffallen müsste, falls man es denn wahrhaben will): Kaum ein Patient, der nicht mit einem gut gefüllten Sack voll Medikamente aus der Sprechstunde eines SD-Arztes entlassen wird.
Die Reaktion der FMH kommt prompt und in alter Manier. Die Studie sei fragwürdig und unvollständig, heisst es da. «Ärzte haben eine bessere Kontrolle darüber, wie viele Medikamente sie verschreiben, ob die Patienten die Medikamente richtig einnehmen und wie sie wirken», wird Urs Stoffel, Vorstandsmitglied der FMH im Blick zitiert. Damit bestätigt er, was Kritiker schon lange sagen: Die Ärzte haben die Kontrolle darüber, wie viele Medikamente sie verschreiben – und steigern damit kräftig ihren Umsatz.
Dass die Ärzte auch die richtige Einnahme unter Kontrolle haben, darf mit Fug bezweifelt werden. In der Schweiz werden jährlich Medikamente im Wert von 500 Millionen Franken weggeworfen. Die Verhinderung der Medikamentenüberversorgung ist eine der Massnahmen, die dieser Verschwendung entgegenwirken würde. Darum: Schafft endlich die SD ab! Sie ist teuer, schadet den Patienten und verhindert das Vieraugenprinzip, das für die Medikamentensicherheit zwingend ist.
25. Oktober 2017
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]]>https://www.infonlinemed.ch/bilder_allgemein/bilder_artikel/Jetzt_fangt_es_an_richtig_weh_zu_tun.pdf
5. Oktober 2017
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]]>· Anzahl Spezialärzte: +19,5%
· Anzahl Arztkonsultationen: + 14% (indexiert)
· Kosten pro Arztkonsultation: + 13 % (indexiert)
· Spital ambulant: + 23,5 %
· Spital stationär: + 11,7 %
· Physiotherapeuten: + 53 %
· Medikamente: + 9%
Die Medikamente kamen an der Medienkonferenz von Santésuisse zwar vor, wurden aber nicht massgeblich für die Kostensteigerung verantwortlich gemacht wie in den vergangenen Jahren. Das ist erfreulich. In den Medien ist die Botschaft allerdings noch nicht angekommen. Dort standen nach altem Muster trotzdem wieder die Medikamente im Vordergrund, was einiges über die einseitige Wahrnehmung der Medienschaffenden aussagt.
Wer sich die Mühe nehmen möchte, erhält vom IFAK Verein eine differenzierte Analyse zu den Medikamentenpreisen. Unter dem Titel «Darum laufen Preissenkungen in die Sackgasse» liefert IFAK anhand von aktuellen Marktdaten Fakten. In der Analyse werden die in der SL aufgelisteten Medikamente nach Fabrikabgabepreis (FAP) in sechs Preisklassen aufgeteilt. Diese Auflistung zeigt, dass 63,4% der Medikamente sich in den drei untersten Preisklassen befinden und weniger als CHF 14.99 kosten. Ihr Anteil an den gesamten von den Krankenkassen vergüteten Medikamenten liegt bei 15,9%. Fast zwei Drittel aller von der Krankenkasse bezahlten Medikamente kosten also weniger als 15 Franken!
Da stellt sich die Frage, wohin der Rest des Geldes fliesst. Die Antwort ist so einfach wie schockierend. Die zwei höchsten Preisklassen, d.h. Medikamente ab einem FAP von CHF 880.00 bzw. 2570.00 haben zwar einen mengenbezogenen Anteil an den gesamten Medikamentenkosten von lediglich 0,6%, verschlingen aber 23,1% des Budgets. Tendenz steigend. Man denke nur an das neueste Medikament von Novartis, ein Produkt gegen Leukämie, das unverschämte 475’000 US-Dollar pro Behandlung kosten soll.
Diese höchst bedenkliche Entwicklung bei neuen Medikamenten ist ganz sicher nicht mit weiteren Preissenkungen im Niedrigpreissegment zu stoppen, und auch Billigstfixpreise bei den Generika sind mit Sicherheit keine Lösung. Es braucht Korrekturen dort, wo die Kosten durch Mengenausweitung, Übertherapie und ungebremsten Angebotsausbau hochgetrieben werden.
Es ist erfreulich, dass bei Santésuisse ein Umdenken stattzufinden scheint. Im Interview in der Sendung 10 vor 10 wies Santésuisse-Direktorin Verena Nold explizit auf die Problematik der hochpreisigen Medikamente hin, was sich mit der Analyse des IFAK Vereins deckt. Hoffentlich öffnen allmählich auch BAG, Preisüberwacher und Medien die Augen. Es wäre wirklich an der Zeit, die wahren Probleme anzupacken statt mit fragwürdigen Attacken Medikamente mit einem FAP von weniger als 15 Franken mit weiterem Preis- und Margendruck vom Markt zu drängen.
Link zur Analyse «Darum laufen Preissenkungen in die Sackgasse» des IFAK Vereins:
27. September 2017
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«Umstrittener Bluttest entzweit Ärzte und Apotheker» titelt die zu Tamedia gehörende Zürichsee-Zeitung am 19. September. Bei dem Bluttest handelt es sich um die Messung der Entzündungswerte, CRP, die eine Apotheke in Wädenswil (Kt. Zürich) und eine Apotheke in Rapperswil (Kt. St.Gallen) anbieten. Die Apothekerin und der Apotheker nutzen den Test als Bestandteil ihrer Triagefunktion. Sie entlasten damit Notfallstationen der Spitäler und Hausärzte von Patienten, die mit einem Medikament aus der Apotheke gut, sicher und zuverlässig behandelt werden können und tragen auch dazu bei, dass nicht bei jeder gewöhnlichen Erkältung Antibiotika geschluckt werden.
Und wie reagieren die Ärzte? Mit genereller und grundsätzlicher Abwehr, wie üblich. Man könne «diese Komplexität» unmöglich an «nicht-ärztliche Stellen» auslagern, behaupten sie gegenüber der Zeitung. Zu einer zuverlässigen Diagnose gehöre mehr als der CRP, und es sei «riskant», den CRP in der Apotheke zu messen. Es ist die übliche Leier. Die Ärzte wollen einfach nicht zur Kenntnis nehmen, dass die Apotheker durchaus dafür ausgebildet sind, einfache Erkrankungen von möglichen Notfällen zu unterscheiden, und ihrer Verantwortung bewusst sind. Was die Politik längst erkannt hat, nämlich dass die Apotheken wertvolle Dienstleister der Grundversorgung sind und viel zur Entlastung von Notfallstationen und Hausärzten beitragen können, ignorieren die Ärzte mit einer Arroganz, die nicht zu überbieten ist. Es wäre angebracht, wenn die Damen und Herren Mediziner endlich zur Kenntnis nähmen, dass Apotheker Medizinalpersonen mit einer Spezialausbildung sind. Die Apotheker ergänzen mit ihrem Fachwissen das Grundversorgungsangebot ideal. Nutzen wir es. Sollen die Ärzte in ihrer anachronistischen Haltung verharren. Das wird die Apotheker nicht daran hindern, den CRP, Impfungen und noch vieles mehr anzubieten.
19. September 2017
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