Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /var/www/vhosts/3-min.info/httpdocs/index.php:1) in /var/www/vhosts/3-min.info/httpdocs/wp_201802/wp-includes/feed-rss2.php on line 8 Trends – Informiert im Gesundheitswesen https://3-min.info Aktuelle Themen im Gesundheitswesen auf kritische, aber akzentuiert kommentierte Art nähergebracht. Tue, 10 Jul 2018 06:27:48 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://www.3-min.info/wp_201802/wp-content/uploads/2018/03/icon.png Trends – Informiert im Gesundheitswesen https://3-min.info 32 32 Referenzpreissystem – Sparen am falschen Ort https://3-min.info/2018/07/10/referenzpreissystem-sparen-am-falschen-ort/ https://3-min.info/2018/07/10/referenzpreissystem-sparen-am-falschen-ort/#respond Tue, 10 Jul 2018 06:22:44 +0000 https://www.3-min.info/?p=11098 Die NZZ am Sonntag vom 19. Juni titelte: «Das Gesundheitssystem bereitet den Schweizern Sorgen – obwohl hohe Prämien breit akzeptiert sind.» Im Gesundheitsmonitor 2018 steht die Gesundheitspolitik mit Platz vier auf dem Sorgenbarometer weit vorne.

Keine Frage, es muss etwas geschehen. Das Festbetragssystem, das Alain Berset entgegen aller Einwände durchboxen will, ist jedoch ganz bestimmt keine Lösung. Die Schweizer fordern gemäss einer Umfrage des GfS nicht tiefere Prämien. Sie wollen einen umfassenden Leistungskatalog und die beste Medizin. Dazu gehören die freie Arztwahl und der Zugang zu neuen Medikamenten.  

Die Bevölkerung könnte aber bald den Zugang zu ganz alltäglichen Medikamenten verlieren, wenn es Berset, Stefan Meierhans und Co. gelingt, das Festpreissystem durchzudrücken. In Fachkreisen ist klar, dass diese Billigstpreisstrategie die Medikamentenversorgung gefährdet (Lieferengpässe sind bereits an der Tagesordnung) und die Qualität des Gesundheitssystems beschädigt, weil Patienten gezwungen werden, auf Billigstpräparate zu wechseln.

Und dieser massive Versorgungssicherheits- und Qualitätsverlust würde nicht einmal helfen, Kosten zu sparen!

Generika verursachen 11% der Medikamentenkosten bzw. minimale 1% der Gesamtkosten. Man muss kein Rechengenie sein, um auf einen Blick zu sehen, dass Einsparungen in diesem Bereich absolut nichts bringen. Im Gegenteil. Müssen Patienten auf Ausweichmedikamente umgestellt werden, kostet das ein Vielfaches an Arztbehandlungen. Und wenn Generika wegen staatlich verordneter, unverantwortlicher Billigstpreispolitik ganz vom Markt verschwinden (oder nur noch ein Monopolanbieter das Preismassaker überlebt hat und dann den Preis allein bestimmt), sind die Ausweichprodukte meistens einiges teurer. Dazu gibt es genügend Beispiele aus den USA.

Das Tiefstpreissystem lässt ausgerechnet jenen Bereich unberührt, der sowohl dem Gesundheitsminister als auch dem Preisüberwacher sehr viel Kopfzerbrechen bereiten müsste: die hochpreisigen Medikamente (ex-factory über CHF 880). Berechnet auf die Anzahl Packungen machen sie zwar nur 0,6% des SL-Marktes aus. Diese wenigen Packungen verschlingen aber 31% der Medikamentenkosten! Tendenz steigend. Der Hochpreisbereich ist seit 2005 um mehr als 558 Mio. Franken gewachsen, und er wird es weiter tun.

Haben Alain Berset und der Preisüberwacher hier eine Antwort? Nein, haben sie offensichtlich nicht. Die forschende Industrie unterstützt diese Vernebelungsaktion aus nachvollziehbaren Gründen. Sie schweigen bzw. lenken vom eigentlichen Problem ab, indem sie mit ihrem Tiefstpreissystem durchs Land tingeln.

Dabei gibt es reale Beispiele, was dieses Modell auslöst. In Schweden stieg der Anteil an Generika erst, nachdem das Referenzpreissystem abgeschafft wurde. In Finnland führte die Einführung des Festbetragssystems zu einer zusätzlichen Mengenausdehnung. Auch in anderen Ländern zeigt sich, dass das Billigstpreissystem die Generikaquote tief hält. Länder ohne Referenzpreissystem dagegen verzeichnen eine hohe Generikaquote, welche die Kosten auch senken würde ohne die Strukturen zu zerstören.

Der IFAK Verein ist bereit, Unterschriften zu sammeln und sich aktiv gegen die Einführung des Referenzpreissystems einsetzen. Die Schweizer Bevölkerung will keine Billigstmedizin, sondern Versorgungssicherheit, Qualität und Wahlfreiheit!

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Börsengang Galenica Santé – unabhängige Apotheker, kauft Aktien! https://3-min.info/2017/03/31/boersengang-galenica-sante-unabhaengige-apotheker-kauft-aktien/ https://3-min.info/2017/03/31/boersengang-galenica-sante-unabhaengige-apotheker-kauft-aktien/#respond Fri, 31 Mar 2017 12:36:42 +0000 http://www.3-min.info/3min/?p=9800 Businessman runs quickly with laptop leaving fire trails. Fast business concept

Unabhängige Apotheker müssen jetzt handeln. Noch bis zum 6. April läuft die Angebotsfrist für die Zeichnung von Aktien der neuen Galenica Santé. Bisherige Aktionäre haben dieser Tage einen Brief zur bevorzugten Zuteilung erhalten. Dieses Angebot sollte jeder Aktionär unbedingt bis zum Maximum seiner Möglichkeiten nutzen! Auch Apotheker, die bisher keine Aktionäre sind, sollten die Gelegenheit ergreifen und jetzt Aktionär werden. Ob sie Kunde von Galexis oder Aktionär von Galenica Holding sind, spielt keine Rolle.

Diese Empfehlung an alle unabhängigen Apothekern hat der IFAK Verein, der die Interessen von mehr als 300 unabhängigen Apotheken vertritt, an seiner letzten Vorstandsitzung beschlossen. «Es ist für die Zukunft Schweizer Pharmazie essentiell, dass die Apotheker weiterhin ein gewichtiges Wort mitreden können. Wenn beim Grossisten mit dem grössten Marktanteil und mit der grössten Apothekenkette nur noch Finanzorganisationen oder Grossverteiler beteiligt sind und somit das alleinige Sagen haben, sehen wir der Entwicklung der neuen Firma mit Besorgnis entgegen», sagt IFAK-Präsident Dr. Claus Hysek, selbst unabhängiger Apotheker und seit Jahrzehnten unermüdlicher Kämpfer für einen selbstbestimmten und unabhängigen Berufsstand.

Weiter hält der IFAK Vorstand fest, er habe diesen Entscheid nach gewissenhafter Analyse der neuen Situation, die sich mit dieser Börseneinführung ergibt, getroffen. Seine Empfehlung sei weder als eine  Bevorzugung der neuen Firma noch als eine Benachteiligung der anderen in der Schweiz tätigen Grossisten zu verstehen. «Wir sind überzeugt mit dieser Empfehlung den übergeordneten Interessen der Schweizer Pharmazie zu dienen», betont Claus Hysek und fügt an: «Wir hatten in dieser Angelegenheit weder Diskussionen mit den Grossisten, der Galenica Santé oder der Galenica Holding noch mit den Apothekerverbänden. Diese Empfehlung ist eine freie Meinungsäusserung von IFAK».

IFAK Vorstand, Biel 30.03.17

http://www.galenica.com/de/ipo/private/ipo-galenica-sant-.php

http://ifakverein.ch/

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Zürcher Kantonsapotheke, Neubau vom Feinsten https://3-min.info/2017/03/13/zuercher-kantonsapotheke-neubau-vom-feinsten/ https://3-min.info/2017/03/13/zuercher-kantonsapotheke-neubau-vom-feinsten/#respond Mon, 13 Mar 2017 10:21:31 +0000 http://www.3-min.info/3min/?p=9787 Schatulle mit PerlenMan kann verstehen, dass sich der Leiter der Kantonsapotheke Zürich freut. Er bezieht einen nigelnagelneuen Bau in Schlieren, den die Gewerbe- und Handelszentrum Schlieren AG erstellt hat und dem Kanton nun zu einem jährlichen Mietzins von 4,9 Millionen Franken vermietet. 15,7 Millionen Franken hat der Kanton einmalig in das neue Gebäude investiert für neue Gerätschaften. Wenn der Vollbetrieb der Kantonsapotheke im Herbst startet, arbeiten auf den 9300 Quadratmetern Fläche 80 Mitarbeiter. Im Winterthurer Regionalblatt Der Landbote wird das Projekt präsentiert als Spitalapotheke des Unispitals Zürich und des Kantonsspitals Winterthur sowie als «Belieferin und Beraterin weiterer Spitäler im und ausserhalb des Kantons». Ausserdem müsse die Kantonsapotheke, die bis 2019 in eine eigenständige AG umgewandelt werden soll, «sicherstellen, dass der Kanton auch in Notlagen mit den wichtigsten Heilmitteln versorgt ist – damit ergänzt sie auf kantonaler Ebene, wofür die Armeeapotheke auf nationaler Ebene zuständig ist.»

Kein Wort davon, dass im Kanton Zürich auch noch rund 240 öffentliche Apotheken, verteilt über das ganze Kantonsgebiet, existieren. Und natürlich auch kein Gedanke dazu, dass sie die Bevölkerung in einer Notsituation wahrscheinlich schneller und effizienter mit Medikamenten versorgen könnten als die Kantonsapotheke. Die Aufgabe und Bedeutung der Kantonsapotheke soll nicht geschmälert werden, aber es ist immer wieder stossend, wie die öffentliche Hand millionenteure Bauten erstellt, sie dann in Quasi-Unternehmen umwandelt und dabei die Leistung der Privatwirtschaft nicht nur ignoriert, sondern zunehmend auch in Konkurrenz zur ihr tritt. Man erinnere sich an das logistische Debakel im Zusammenhang mit der Schweine- bzw- Vogelgrippe vor einigen Jahren. Da glaubte der Bund auch, er müsse das Rad selbst erfinden, und beauftragte die Kantone, Logistikkonzepte für die Verteilung von Tamiflu an die Bevölkerung zu entwickeln. Zum Glück kam die Grippepandemie nicht. Für die Stadt Zürich wäre damals die Kantonsapotheke zuständig gewesen als Abgabestelle. Es braucht nicht viel Fantasie, sich vorzustellen, welches Verkehrschaos entstanden wäre, wenn auch nur ein Teil der mehr als 360‘000 Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt zur Kantonsapotheke geströmt wäre. Wie viel einfacher und mit Sicherheit auch kostengünstiger wäre es gewesen, die Apotheken einzubeziehen, deren Logistik seit Jahrzehnten hervorragend funktioniert und die in den Quartieren bestens hätten Grippemittel abgeben können, auch wenn es bei dem zu erwartenden Ansturm sicherlich auch dort etwas chaotisch zu und hergegangen wäre.

In dieselbe Kategorie gehören die zunehmend zu öffentlichen Apotheken ausgebauten gewöhnlichen Spitalapotheken, die alle Vorteile einer von der öffentlichen Hand betriebenen Institution geniessen, aber ungehemmt in Konkurrenz zu den bestehenden privaten Apotheken treten. Das ist stossend und trägt sicher nicht zur Kostendämpfung bei. Mehr als 100 Quadratmeter Fläche pro Mitarbeiter wie die Kantonsapotheke Zürich kann sich eine private Apotheke jedenfalls nicht leisten.

http://www.kantonsapotheke.zh.ch/internet/gesundheitsdirektion/kaz/de/home.html 

13. März 2017

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Mengenausweitung – so funktioniert sie ganz unauffällig https://3-min.info/2017/01/25/mengenausweitung-so-funktioniert-sie-ganz-unauffaellig/ https://3-min.info/2017/01/25/mengenausweitung-so-funktioniert-sie-ganz-unauffaellig/#respond Wed, 25 Jan 2017 10:20:19 +0000 http://www.3-min.info/3min/?p=9754 dog food in circle stainless bowlSeit einigen Jahren können Krampfadern durch innere Verödung entfernt werden. Der grosse Vorteil: Die Behandlung kann ambulant in der Praxis eines Venenspezialisten ausgeführt werden. Der Patient verlässt den Behandlungsraum auf eigenen Beinen und kann sich nach zwei, drei Tagen Schonung wieder seiner normalen Alltagsbeschäftigung widmen. Er trägt noch ein paar Tage lang Kompressionsstrümpfe und geht zwei Mal in die Nachkontrolle. Fertig. Grosser Knackpunkt: Was soll diese Behandlung kosten? Und solange dies nicht klar war, zahlten die Krankenkassen nicht. Grundversicherte, die Krampfadern trotzdem auf die moderne Weise entfernen lassen wollten, mussten in die eigene Tasche greifen. Oder sie nahmen wohl oder übel den Gang ins Spital auf sich, mit allem Drum und Dran, das dort dazugehört. Narkose, zwei Tage bleiben, Pflege, alles in der Fallpauschale enthalten und entsprechend teuer. Für ein stationäres Stripping erhält ein Spital 5500 bis 7300 Franken. Und: Der Patient wird zwei Wochen krankgeschrieben.

Inzwischen haben sich die verschiedenen Akteure geeinigt. Die Hitzebehandlung wird nun voraussichtlich mit 2000 bis 2500 Franken pro Bein vergütet. Alles bestens? Naja, kommt darauf an, wie man es betrachten will, denn jetzt setzt die Entwicklung ein, die immer wieder zu beobachten ist. Die Behandlung wird einfacher, kostet weniger – und wird häufiger angewendet. Einerseits weil es mehr Anbieter gibt, andererseits weil auch die Versicherten unter den erleichterten Bedingungen schneller bereit sind, sich einer Krampfaderentfernung zu unterziehen. Und die Krankenkasse wird bezahlen. Der Kniff ist einfach und etabliert: Auch nicht problematische Krampfadern werden zu relevanten Gesundheitsrisiken hochstilisiert und entfernt. Und dies durchaus mit dem Segen – oder gar der Forderung – der Versicherten. Da drehen die wahren Kostenspiralen aus. Und wohin schauen Bundesrat, BAG, Krankenkassenvertreter und sonstige «Experten»? Auf die Preise der Medikamente, die zum grössten Teil jetzt schon tief sind. Es wäre wirklich Zeit, allmählich etwas grundsätzlichere Gedanken zu wälzen.

Die Sendung Puls vom 23. Januar zeigt, wie der Mechanismus funktioniert.

http://www.srf.ch/sendungen/puls/krampfadern-herausnehmen-oder-veroeden

24. Januar 2017

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Die Apotheker als neue Grundversorger? https://3-min.info/2016/10/24/die-apotheker-als-neue-grundversorger/ https://3-min.info/2016/10/24/die-apotheker-als-neue-grundversorger/#respond Mon, 24 Oct 2016 08:28:26 +0000 http://www.3-min.info/3min/?p=9691 View of a Medical team working at the hospital all together

Unter diesem Titel fand im Studio von Santemedia.ch  eine Diskussion mit Ruth Humbel, CVP-Nationalrätin Kt. Aargau und Mitglied der Gesundheitskommission, Fabian Vaucher, Präsident von Pharmasuisse, und Philippe Luchsinger, Vizepräsident Haus- und Kinderärzte Schweiz, statt. Ruth Humbel hat ein Postulat eingereicht mit der Forderung, dass Apotheker mehr Kompetenzen in der Grundversorgung erhalten sollen. Im breiten Apothekennetz und in der guten Ausbildung der Apotheker sieht sie ein grosses Potential. Sie nennt als Beispiele Messungen etwa von Cholesterin, Impfungen und die Abgabe von Medikamenten bei klarer Diagnose. Fabian Vaucher weist darauf hin, dass auch die Behandlung komplexer geworden ist. Viele Patienten gehen zu mehreren Spezialisten, das Medikamentenmanagement ist sehr viel anspruchsvoller geworden. Auch da könnten die Apotheker als Schaltstelle zwischen den verschiedenen Ärzten einen wesentlichen Beitrag zur Grundversorgung leisten. Am meisten Zurückhaltung hatte Philippe Luchsinger. Aber selbst er sieht ein, dass eine vermehrte Zusammenarbeit mit den Apothekern letztlich unumgänglich ist. Aus seiner Sicht muss jedoch noch ausgehandelt werden, wie weit die Kompetenzen der Apotheker tatsächlich gehen sollen. Fabian Vaucher brachte es auf den Punkt: Die Bevölkerung entscheidet, wo sie wann welche Leistungen beziehen will. In diesem Bereich kann die Apotheke vor allem auch jenen Teil der Bevölkerung erreichen, der keinen Hausarzt hat und trotzdem eine Impfung oder eine andere medizinisch-pharmazeutische Dienstleistung in Anspruch nehmen will, ohne viel Zeit investieren zu müssen.

Die Diskussion ist sehenswert. Grossen Applaus verdient Fabian Vaucher. Er ist ein hervorragender Kommunikator, seine Argumente überzeugen, und es gelingt ihm wie keinem vor ihm, aus festgefahrenen Gleisen herauszufinden und sowohl der Apothekerschaft neue Wege zu weisen, als auch Ärzten und  Politikern mit innovativen Vorschlägen Möglichkeiten aufzuzeigen, die allen dienen. Dank gebührt auch Ruth Humbel. Sie hat das Potential der Apotheker erkannt und vertritt ihren Standpunkt mit plausiblen, überzeugenden Argumenten. Danke, Frau Humbel!

http://www.santemedia.ch/de/gesundheitspolitische-sendungen.1194/2011-12-13.1273/apotheken-die-neuen-grundversorger.2608.html

24. Oktober 2016

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Impfen in der Apotheke jetzt auch im Kanton St. Gallen https://3-min.info/2016/10/10/impfen-in-der-apotheke-jetzt-auch-im-kanton-st-gallen/ https://3-min.info/2016/10/10/impfen-in-der-apotheke-jetzt-auch-im-kanton-st-gallen/#respond Mon, 10 Oct 2016 11:26:25 +0000 http://www.3-min.info/3min/?p=9673 FamilienzeitAb November kann sich die Bevölkerung des Kantons St. Gallen auch in der Apotheke gegen Grippe impfen lassen. Auch Folgeimpfungen, zum Beispiel gegen FSME, sind neu ebenfalls in der Apotheke möglich. Damit wird ein weiterer Kanton vom weissen zum grünen Fleck auf der Schweizer Landkarte. Die Apotheker entlasten mit ihrer neuen Dienstleistung die Hausärzte und tragen wesentlich zur besseren Impfrate bei, weil das niederschwellige Impfangebot in der Apotheke auch Leute erreicht, die gesund sind und möglicherweise gar keinen Hausarzt haben, aber durchaus bereit sind, sich impfen zu lassen, wenn dies ohne langwierige Suche nach einem Arzt und ohne langes Warten auf einen Termin möglich ist.

http://www.impfapotheke.ch/

9. Oktober 2016

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Spitäler erweitern ihr Angebot, Kosten Nebensache https://3-min.info/2016/09/30/spitaeler-erweitern-ihr-angebot-kosten-nebensache/ https://3-min.info/2016/09/30/spitaeler-erweitern-ihr-angebot-kosten-nebensache/#respond Fri, 30 Sep 2016 09:47:08 +0000 http://www.3-min.info/3min/?p=9662 In advanced operating room with lots of equipment, patient and working surgical specialists

Immer mehr Spitäler gliedern ihrem Betrieb neue Geschäftsfelder an: Fachärztezentrum in Wallisellen (Kantonsspital Winterthur), Frauen-Permanence am Bahnhof Stadelhofen in Zürich (Spital Zollikerberg), Praxis für Urologie (Kantonsspital Basel-Land), Walk-in-Praxis am Bahnhof Thun (Spital STS AG), Gesundheitszentrum in einer Grossüberbauung (Luzerner Kantonsspital) etc. etc. Die Entwicklung ist nachvollziehbar. Es gibt immer mehr Ärztinnen, und die wollen mehr als ihre männlichen Kollegen Teilzeit arbeiten. Beide Geschlechter ziehen häufiger als früher ein Angestelltenverhältnis der eigenen Praxis vor. Hausärzte sterben aus. Und nicht zuletzt sind die Konsumenten anspruchsvoller geworden. Man will alles zu jeder Tageszeit und subito. Auch medizinische Leistungen. Prämienschock hin oder her. Wenn um 11 Uhr nachts der Darm zwickt, will man sofortige Abklärung. Wer weiss, was sonst daraus entstehen könnte! Und der freundliche – möglicherweise auch bereits bonusgesteuerte – Arzt in der Walk-in-Praxis vom Kantonsspital XY kennt auch gleich die Lösung. Die teuren Röntgen-, Ultraschall, Kernspin-, Infrarot- und Positronen-Emission-Geräte des Spitals, dem die Praxis angeschlossen ist, müssen ja schliesslich amortisiert werden. Eine Darmspiegelung – nur zur Sicherheit – kann auch nicht schaden und, äh, «Sie hinken? Schauen wir das Knie auch gleich noch an, wenn Sie schon da sind.» Alles im Dienste des Patienten. Wer wagte es, etwas anderes zu denken.
Sie halten das für übertrieben? Wir zitieren gerne aus dem Aktionärsbrief eines Regionalspitals: «Ab Mai kam es jedoch zu einem unerwarteten, länger anhaltenden Abfall bei der Auslastung, der auch von anderen Spitälern vermeldet wurde….» Na, da sollten wir uns doch eigentlich alle freuen. Offenbar geht es der Bevölkerung gut, die Leute sind weniger krank und brauchen deshalb weniger medizinische Betreuung. Aber so denkt ein Spitaldirektor nun mal nicht. Und die Aktionäre (meist die öffentliche Hand!) auch nicht. «Wir arbeiten nun noch aktiver daran, die vorhandenen Betten- und OP-Kapazitäten durch gezielte Massnahmen besser auszulasten», lautet die Lösung des «Problems» mit der gesunden Bevölkerung. Wie? Ausbau Akutgeriatrie, Eröffnung eines Adipositaszentrums, neue 3D-Kamera für Operationen, alles evidence-based und im Dienste der Bevölkerung. Klar doch!
Prämienschock? Jaja, den haben wir natürlich alle auch. Aber da ist der Sündenbock ja schon seit langem gefunden. Wir empören uns über den exorbitanten Preis von 7.25 Franken für ein Generikum, schreien Hochpreisinsel für Medikamente – und spazieren wegen ein bisschen Verstopfung in die Permanence des Spitals YZ. Kosten? Mit etwas Glück für den Patienten, für die Krankenkassen und die Allgemeinheit bleibt es bei einem dreistelligen Frankenbetrag für die Konsultation. Röntgen-, Ultraschall, Kernspin-, Infrarot- und Positronen-Emission-Geräte und Überzeugungsgeschick des Arztes sei Dank lässt sich die Rechnung aber sicher in vielen Fällen in den vierstelligen Frankenbereich heben. Ausschliesslich nach rein medizinischen Gesichtspunkten und ausschliesslich im Dienste des Patienten selbstverständlich.

https://www.medinside.ch/de/post/auch-das-luzerner-kantonsspital-plant-ein-gesundheitszentrum  

30. September 2016

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Der neue Apotheker https://3-min.info/2016/08/29/der-neue-apotheker/ https://3-min.info/2016/08/29/der-neue-apotheker/#respond Mon, 29 Aug 2016 10:10:23 +0000 http://www.3-min.info/3min/?p=9628

apotheker zeigen daumen hoch

«Die Ärzte können die medizinische Grundversorgung nicht mehr allein gewährleisten.» Dieser Satz steht in der «Tages Woche» vom 25. August. Der Artikel widmet sich dem neuen Berufsbild des Apothekers, der künftig eine sehr viel aktivere Rolle in der Grundversorgung übernehmen wird. Man geht nämlich neu bei kleinen Gesundheitsbeschwerden zum Apotheker, nicht zum Arzt. Darin sieht der Journalist etliche positive Aspekte: Man muss nicht warten, bis man beim Arzt in den Terminkalender passt, man sitzt auch nicht mehr gefühlte Stunden im Wartezimmer, sondern man kann sein Anliegen dann, wenn es einem passt, dem Apotheker oder der Apothekerin vortragen und erhält gleich ein passendes Medikamente, bei manchen Indikationen auch ein rezeptpflichtiges.

Hier geht es zu dem fundierten, sachlichen Artikel von Andreas Schwald von der Tages Woche:

http://www.tageswoche.ch/de/2016_35/schweiz/727925/Zum-Apotheker-statt-zum-Arzt-%E2%80%93-die-neue-Grundversorgung.htm

29. August 2016

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Das Pharmaziestudium gewinnt an Attraktivität https://3-min.info/2016/08/23/das-pharmaziestudium-gewinnt-an-attraktivitaet/ https://3-min.info/2016/08/23/das-pharmaziestudium-gewinnt-an-attraktivitaet/#respond Tue, 23 Aug 2016 12:39:18 +0000 http://www.3-min.info/3min/?p=9620 Smiling female doctor at the clinic reception desk, healthcare and professionalism concept

Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde an den Universitäten ernsthaft darüber diskutiert, ob man das Pharmaziestudium nicht zu einem Berufslehrgang degradieren und die entsprechenden Institute schliessen solle. In Basel und Bern geschah dies auch teilweise. Dort konnte man nur noch die ersten Semester absolvieren, dann musste man an die ETH Zürich wechseln. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet. An der Universität Bern wird Pharmazie neu wieder als vollständiger Studiengang angeboten. In Basel wurde dieser Schritt schon früher vollzogen. An allen Universitäten steigt die Zahl der Pharmaziestudenten, und der Männeranteil ist auf 30% gestiegen. Die Gründe für diesen markanten Wandel sehen Experten darin, dass Gesundheitsberufe generell im Trend sind. Fachleute in diesem Gebiet sind gesucht, die Arbeitslosigkeit ist gering. Ausserdem ist das Pharmaziestudium eine hervorragende Grundlage für verschiedenste Berufswege. Die Verbindung von Naturwissenschaften und medizinischen Fächern ist interessant, mit spezialisierender Weiterbildung stehen die Türen offen für Aufgaben in Spital, Apotheke, Industrie und bei Behörden. In vielen Bereichen ist Teilzeitarbeit ohne weiteres möglich, was den Beruf vor allem für Frauen attraktiv macht. Und jene, die eine langfristig ausgelegte Karriere anstreben, haben entdeckt, dass ihnen mit dem Pharmaziestudium dank dem breit gefächerten Wissen von der akademischen Laufbahn bis zur eigenen Offizinapotheke alles offen steht. Junge Apothekerinnen und Apotheker können nach dem Studium ohne weiteres zuerst einige Jahre in der Industrie Erfahrungen sammeln, vielleicht sogar verbunden mit Einsätzen im Ausland oder regelmässigen Reisen, und sich nach einigen Jahren in der Offizin etablieren, die dank dem neuen Berufsverständnis sehr viel an Attraktivität gewonnen hat und deren Ansehen weiter steigen wird, denn die medizinische Grundversorgung wird sich nur mit dem vermehrten Einsatz der Apotheker aufrechterhalten lassen.

https://www.unibas.ch/de/Studium/Studienangebot/Studiengaenge-faecher/Pharmazie.html

https://www.ethz.ch/de/studium/master/studiengaenge/naturwissenschaften-und-mathematik/pharmazeutische-wissenschaften.html

23. August 2016

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Kostenexplosive «Vorwärtsstrategie» https://3-min.info/2016/06/28/kostenexplosive-vorwaertsstrategie/ https://3-min.info/2016/06/28/kostenexplosive-vorwaertsstrategie/#respond Tue, 28 Jun 2016 13:39:58 +0000 http://www.3-min.info/3min/?p=9558 Water spray flies high in the air as the White-tailed Eagle snatches its prey from the sea.

Das Kantonsspital Winterthur will direkt neben dem Zürcher Einkaufszentrum Glatt, dem umsatzstärksten Einkaufszentrum der Schweiz, ein Fachärztezentrum einrichten. Zehn bis fünfzehn Fachärzte sollen dort auf Kundenfang gehen. Man wolle am «Rande des eigenen Einzugsgebietes neue Patientinnen und Patienten für eine Weiterbehandlung in Winterthur gewinnen», heisst es dazu im Tages-Anzeiger vom 28. Juni. Kritiker werfen dem KSW vor, sie würden das Angebot an Fachärzten aufblähen, was aber tatsächlich fehle, seien Hausärzte. Dem kann man nur zustimmen. Zwar ist der strategische Entscheid nachvollziehbar, aber die Tendenz, dass Spitäler ihre Fangarme zunehmend in andere Bereiche ausstrecken und Notfallpraxen, Facharztangebote und Apotheken angliedern, ist problematisch. Man gebe noch eine Prise Ärzteboni dazu, und die kostenexplosive Mischung ist angerührt. Wenn nämlich das Ziel dieser Konsumentennähe ist, Kunden fürs Kantonsspital zu gewinnen, dann müssen sich die Versicherten und damit wir alle ernsthaft fragen, wie evidenzbasiert der Behandlungsvorschlag des Arztes ist. Die Begründung, das Angebot an Fachärzten sei «in dieser Region dünn», wirkt ziemlich weit hergeholt. Wir sprechen von der mit Strassen und öffentlichem Verkehr bestens erschlossenen Gemeinde Wallisellen, die direkt an die Stadt Zürich angrenzt. Hier von mangelndem Fachärzteangebot zu sprechen, entbehrt nun wirklich jeder Grundlage.

Zum Nachrechnen: Mit Preisreduktionen auf Medikamenten von 2 Franken auf 1.50 Franken macht man die Kosten für solche prämienfressenden Kundenfanginstitutionen nie und nimmer wett. Es ist an der Zeit, dass sich die Politik den echten Problemen widmet. Sie befinden sich zum Beispiel in Wallisellen.

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/das-kantonsspital-winterthur-expandiert-in-richtung-zuerich/story/13700477

28. Juni 2016

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