Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /var/www/vhosts/3-min.info/httpdocs/index.php:1) in /var/www/vhosts/3-min.info/httpdocs/wp_201802/wp-includes/feed-rss2.php on line 8 Versandhandel – Informiert im Gesundheitswesen https://3-min.info Aktuelle Themen im Gesundheitswesen auf kritische, aber akzentuiert kommentierte Art nähergebracht. Thu, 28 Jan 2021 09:14:51 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://www.3-min.info/wp_201802/wp-content/uploads/2018/03/icon.png Versandhandel – Informiert im Gesundheitswesen https://3-min.info 32 32 pharmaSuisse ruft zur Anarchie auf – wir zu differenziertem Journalismus https://3-min.info/2021/01/28/pharmasuisse-ruft-zur-anarchie-auf-wir-zu-differenziertem-journalismus/ https://3-min.info/2021/01/28/pharmasuisse-ruft-zur-anarchie-auf-wir-zu-differenziertem-journalismus/#respond Thu, 28 Jan 2021 09:14:51 +0000 https://www.3-min.info/?p=12310 Werner Grundlehner schrieb in der NZZ vom 15. Januar einen Kommentar zum Freispruch des «zur Rose»-CEO (3-min.info berichtete) einen Kommentar unter dem Titel pharmaSuisse ruft zur Anarchie auf (Link zum Artikel).

 

Medien können je nach Berichterstattung ein Thema anheizen oder zur konstruktiven Bearbeitung beitragen. Sie hätten also eine gewisse Verantwortung – jene des differenzierten Journalismus. Sie könnten durch eine gut recherchierte und informative Berichterstattung auf das Thema Einfluss nehmen, sollten dazu aber auch die Argumente beider Seiten gewichten. Der Kommentar in der NZZ ist für uns in dieser Hinsicht eher undifferenziert formuliert. Er weist auf die Rabatte hin und befürwortet den marktwirtschaftlich geprägten Verkauf von Medikamenten, ohne auf die Sicherheitsaspekte einzugehen, welche die Motivation der herrschenden Gesundheitspolitik prägen.

 

Wir haben einen Leserbrief an Herrn Grundlehner verfasst, welchen wir unseren Lesern hier gerne veröffentlichen möchten:

 

Leserbrief IFAK Verein

 

Sehr geehrter Herr Grundlehner

 

Wir beziehen uns auf Ihren Kommentar in der NZZ vom 15. Januar 2021 zum Freispruch des „Zur Rose“ CEO Walter Oberhänsli. Sie schreiben, dass der Kommentar von pharmaSuisse eine ungeschickte Reaktion eines verärgerten Branchenverbandes sei.

 

Tatsache ist aber, dass der Versand von rezeptfreien Medikamenten in der Schweiz verboten ist. Tatsache ist auch, dass das Parlament jüngst wieder an diesem Grundsatz festgehalten hat.

 

Daher unsere Frage: Darf man als Apotheker an der Basis nicht frustriert sein, wenn für grosse Arzneimittelanbieter immer wieder andere Regeln gelten und nicht mit gleichen Ellen gemessen wird?

 

Die kleinen Apotheken vor Ort müssen sich immer ans Gesetz halten, sie werden des Öfteren gebüsst, weil sie sich strafbar machen, wenn sie nicht freiverkäufliche Produkte ausstellen, wenn sie Produkte nicht richtig anschreiben oder wenn sie die Preisanschreibepflicht nicht 100 % korrekt anwenden. Finden Sie es legitim, wenn ein „Grosser“ das Gesetz umgeht und missachtet? Und keine Konsequenzen zu befürchten hat?

 

Erstaunlicherweise setzen sich die meisten Journalisten für solche Gross-Unternehmen ein, welche gerne das Gesetz umgehen. Ich erspare mir die Bezeichnungen, welche dann in den Zeitungen zu lesen sind über den Verband oder die Apotheker, welche der Meinung sind, dass es nicht gesund ist und Nebenwirkungen verursacht, wenn Medikamente als normale Ware der Marktwirtschaft ausgesetzt werden. Diese Meinung wird dann meistens als die Verteidigung von Pfründen bezeichnet. Die rechtlichen Hintergründe interessieren nicht, weil damit keine Schlagzeilen zu machen sind.

 

Löblich in Ihrem Kommentar ist, dass Sie nicht wie andere Berufskollegen die Argumente von Herrn Oberhänsli einfach abschreiben. Aber haben Sie sich schon einmal gefragt, wie die Rabatte der „Zur Rose“ zustande kommen? Auch eine Apotheke vor Ort könnte Rabatte geben, wenn sie dem Kunden vier oder fünf Grosspackungen eines Medikamentes auf einmal verkaufen dürfte. Das wiederum ist richtigerweise durch den Vertrag zwischen den Versicherungen und pharmaSuisse aber verboten. Denn viele dieser Medikamente landen im Abfall. Die Apotheke „Zur Rose“ verschickt systematisch mehrere Grosspackungen auf einmal, um Geld zu sparen. Genau das kommt aber dann in Tat und Wahrheit schlussendlich teurer, selbst wenn Rabatte gegeben werden. Denn nur Medikamente, welche richtig eingenommen werden und nicht im Müll landen, sind kostengünstige Medikamente. 

 

Freundliche Grüsse

 

Dr. Claus Hysek

Präsident IFAK Verein

 

 

 

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Versandhandel ist teurer! https://3-min.info/2021/01/15/versandhandel-ist-teurer/ https://3-min.info/2021/01/15/versandhandel-ist-teurer/#respond Fri, 15 Jan 2021 21:46:20 +0000 https://www.3-min.info/?p=12299 Walter Oberhänsli, CEO und Mitbegründer der Schweizer Online-Apotheke «Zur Rose» ist diese Woche vom Bezirksgericht Frauenfeld dem Vorwurf der umstrittenen Geschäftspraktiken freigesprochen worden. Ein Urteil, welches für uns absolut nicht nachvollziehbar ist.

 

Es wirft einige Fragen auf. Zum Beispiel, wie unabhängig das Gericht in einem Kanton ist, welches im Gesundheitswesen diverse abstruse Entscheidungen getroffen hat. Dieses Urteil unterstreicht auch die Volksmeinung «Die kleinen straft man, die Grossen lässt man», wenn ein Unternehmen freigesprochen wird, welches bewusst das geltende Gesetz umgeht, dabei ausschliesslich Umsatz und Gewinn orientiert handelt und die Patientensicherheit völlig ausser Acht lässt.

 

Oberhänsli fühlt sich durch das Urteil in seinem Anliegen bestärkt, die Gesundheitsversorgung dank der Digitalisierung kostengünstiger, besser zugänglich und sicherer zu gestalten. So lässt er sich nach der Urteilsverkündung zitieren.

 

Aha, es geht dem Unternehmer nur um die Digitalisierung und um eine bessere Zugänglichkeit.  Wo ist dann die bessere Zugänglichkeit? Wenn die «Zur Rose», just am 24. Dezember, folgendes E-Mail an eine lokale Quartierapotheke einer Kundin sendet:

 

 

Wie war das noch einmal mit dem kostengünstigeren und besser zugänglichen Versandhandel, Herr Oberhänsli?

Zugänglich am 24. Dezember? Und kostengünstig, weil wohl gleich mehrere Packungen gleichzeitig verschickt werden sollten?

 

Eines wird bei diesem Fall einmal mehr klar: Wenn es darauf ankommt, ist es die Apotheke um die Ecke, die mit der persönlichen, schnell verfügbaren Beratung und der 24h-Notfallversorgung, welche die Versorgungssicherheit gewährleistet. Und die ist auch in Corona Zeiten und über die Festtage schneller als das Netz und die Post. Übrigens, Postboten geben Pakete auch mal beim Nachbarn ab. Die Ortsapotheke nicht!

 

 

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Bitte haben Sie einen Moment Geduld, Sie werden in ein paar Tagen beliefert! https://3-min.info/2020/03/30/bitte-haben-sie-einen-moment-geduld-sie-werden-in-ein-paar-tagen-beliefert/ https://3-min.info/2020/03/30/bitte-haben-sie-einen-moment-geduld-sie-werden-in-ein-paar-tagen-beliefert/#respond Mon, 30 Mar 2020 08:20:06 +0000 https://www.3-min.info/?p=12142 Egal ob Notfall, Grippe oder Erkältung: wer dafür ein Medikament braucht, benötigt dies in der Regel möglichst rasch. Stellen Sie sich vor, Sie müssen nun darauf zwei oder noch mehr Tage warten. Ein unrealistisches Szenario?

Letzte Woche hat die Versandapotheke «Zur Rose» einen Antrag gestellt und eine Ausnahmebewilligung für den Versand rezeptfreier Medikamente während Corona Zeiten gefordert. 3-min berichtete (Link auf Artikel). Gewisse Zeitungen haben der Versandhandels Firma für ihr Vorhaben Platz auf ganzen Seiten und damit gratis Reklame beschert.

Ausgeliefert werden die Medikamente der Rose durch die Post. Wegen dem Coronavirus ist diese mit Paket-Zustellungen momentan aber am Anschlag (Link auf Artikel).

Die zwei oder mehr Tage Wartezeit sind also ein realistisches Szenario! Und die Situation mit dem Medikamentenversand per Post ein grosses Problem. Dem IFAK Verein wurde letzte Woche zugetragen, dass diverse Apotheken von Ärzten angefragt wurden, ob sie noch neue Kunden nehmen würden. Die Medikamentenlieferung der Rose – die Ärzte normalerweise nutzen, um ihre Patienten mit Medikamenten beliefern zu lassen – daure zurzeit leider zu lange, die Patienten bräuchten schneller Zugang zu ihren Medikamenten.

Könnten die Zeitungen nicht auch mal über diese Realität schreiben?

Die stationären Apotheken bieten Hauslieferungen für Kunden die sie kennen vor Ort schon lange an. Die Dienstleistung gehört in fast jeder Apotheke zum Standard-Service. Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, wie wichtig es ist, dass man eine Apotheke hat, die einem persönlich kennt und man nicht Tage lang warten muss, bis das benötigte Medikament vor Ort ist.

Wir wiederholen uns an dieser Stelle gerne, weil man es einfach nicht oft genug sagen kann:

Das, was diese Apotheken tun, ist mehr als ein Paket welches vom Pösteler überreicht wird. Sie beraten, beruhigen, betreuen und beliefern. Persönlich. Von Mensch zu Mensch. Vor Ort. Trotz und gerade wegen der schwierigen Umstände. Und genau das, ist das Einzige, was jetzt wirklich funktioniert. Und es ist genau das, was Online nirgends zu finden ist. Vor, während und nach der Krise nicht!

 

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Profitgeier «Zur Rose» nutzt Corona-Krise schamlos aus https://3-min.info/2020/03/25/profitgeier-zur-rose-nutzt-corona-krise-schamlos-aus/ https://3-min.info/2020/03/25/profitgeier-zur-rose-nutzt-corona-krise-schamlos-aus/#respond Wed, 25 Mar 2020 13:49:01 +0000 https://www.3-min.info/?p=12133 Die Versandapotheke «Zur Rose» hat beim BAG und beim Bundesrat einen Antrag gestellt und fordert eine Ausnahmebewilligung für den Versand rezeptfreier Notfall-, Erkältungs- und Grippe-Medikamente während Coronazeiten. Die Rose argumentiert, dass die Versandapotheken jetzt einen wirksamen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung leisten können und helfen würden, das Coronavirus einzudämmen. Ebenfalls würden sie die stationären Apotheken und deren Personal entlasten.

 

So viel Sorge um die stationären Apotheken und deren Personal, so viel Hilfsbereitschaft und Selbstlosigkeit könnte einem doch glatt zu Tränen rühren. Könnte! Im Ursprung steckt hinter dem Antrag aber nichts anderes als reine Profitgier. Und dafür wird die aktuelle Notsituation schamlos ausgenutzt. Unverschämt finden wir das.

 

Es sind die Apotheken vor Ort, die täglich an der Front für das Wohl der Bevölkerung sorgen und die gerade in diesen Tagen Grossartiges leisten. Es sind die stationären Apotheken, die aktuell unübersehbar zeigen, dass sie systemrelevant sind.

 

Denn das, was diese Apotheken tun, ist mehr als ein Paket, welches vom Pösteler überreicht wird. Sie beraten, beruhigen, betreuen und beliefern. Persönlich. Von Mensch zu Mensch. Vor Ort. Trotz und gerade wegen der schwierigen Umstände. Und genau das ist das Einzige, was jetzt wirklich funktioniert. Und es ist genau das, was online nirgends zu finden ist.

 

Wir hoffen sehr und appellieren eindringlich an das BAG und den Bundesrat, sich von diesen vordergründig selbstlosen Argumenten der «Zur Rose» nicht täuschen zu lassen. Die stationären Apotheken und ihr Personal haben diesen Rückenschuss nicht verdient, jetzt erst recht nicht!

 

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CSS leistet sich mit neuem Versicherungsmodell starken Tobak https://3-min.info/2019/11/23/css-leistet-sich-mit-neuem-versicherungsmodell-starken-tobak/ https://3-min.info/2019/11/23/css-leistet-sich-mit-neuem-versicherungsmodell-starken-tobak/#respond Sat, 23 Nov 2019 10:19:39 +0000 https://www.3-min.info/?p=11995 Jedes Jahr aufs Neue geht es im Herbst los mit dem Prämien- und Krankenversicherungsvergleich. Und jedes Jahr werben die Kassen mit ihren neuen Angeboten und Versicherungsmodellen, die dem Prämienzahler Kosteneinsparungen versprechen.

Aktuell wirbt die CSS Versicherung für ihr neustes Modell Multimed. Dieses verspricht mehr Flexibilität und weniger Kosten. Die Vorteile werden blumig und umfassend beschrieben und beworben. Nur wer auch das Kleingedruckte aufmerksam liest wird feststellen, dass es bei diesem Modell aber rasch vorbei ist mit der Flexibilität:

Dem Versicherten wird die Wahlfreiheit für den Bezug seiner Medikamente mit Dauerrezeptcharakter nämlich radikal genommen. Denn diese muss er beim Multimed Modell bei einer von der CSS bestimmten VERSANDAPOTHEKE beziehen. Eine Verletzung dieser Pflicht, führt zu Sanktionen.

Das finden wir starken Tobak. Heisst das doch konkret, dass in der Regel nur die beratungsintensiveren, komplexeren und aufwändigeren Erstverschreibungen in einer öffentlichen Apotheke bezogen werden dürfen. Wenn es dann aber um Repetitionen geht, kassieren die Versandapotheken. Wie soll eine Apotheke da noch wirtschaftlich arbeiten und überleben können?

Dass die Rabatte bei Versandapotheken ein Trugschluss sind und der Kunde unter dem Strich damit nichts spart, davon ist leider nie etwas zu lesen. Dem IFAK Verein werden immer wieder Beispiele zugetragen von Versänden mit viel zu vielen Grosspackungen. Diese landen schlussendlich im Abfall – und werden notabene in der öffentlichen Apotheke zur Entsorgung abgegeben!

Wir hoffen doch sehr, dass die Prämienzahler auch das Kleingedruckte und die für sie daraus entstehenden Konsequenzen gut lesen und überlegen. Mit Multimed kauft man die Katze im Sack.

Die persönliche Arbeit, die Beratung und die Dienstleistung der öffentlichen Apotheke haben ihren Preis, zahlen sich aber am Ende zugunsten der Prämienzahler aus. Schliesslich kennt die Versandapotheke ihre Kunden nicht persönlich, sie sieht nur das Rezept.

 

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Zur Rose will OTC-Medikamente versenden, dazu sind ihr alle Mittel recht https://3-min.info/2018/10/11/zur-rose-will-otc-medikamente-versenden-dazu-sind-ihr-alle-mittel-recht/ https://3-min.info/2018/10/11/zur-rose-will-otc-medikamente-versenden-dazu-sind-ihr-alle-mittel-recht/#respond Thu, 11 Oct 2018 10:03:18 +0000 https://www.3-min.info/?p=11323 Lobbyisten der Apotheke «Zur Rose» haben kürzlich Parlamentarier getroffen, um diese von einer Lockerung des Versandhandels von rezeptfreien Medikamenten zu überzeugen. Dabei gingen die Einflüsterer wenig zimperlich vor. Wie Recherchen der IFAK zeigen, wurden schlichtweg Fakenews verbreitet.

Die Interessensvertreter behaupteten gegenüber den Volksvertretern unter anderem: «Medikamentenabgabe durch stationäre Apotheken hat eine 25-30% höhere Wahrscheinlichkeit für Fehlmedikationen (PIM) als durch den Versand».

Helsana hat im Jahr 2015 eine Studie gemacht, welche aufzeigt, wie sich die Prävalenz von Fehlmedikationen in den Absatzkanälen selbstdispensierender Ärzte und Apotheken unterscheidet. Dabei kam heraus, dass es einen kleinen, aber nachweisbaren Unterschied für die Wahrscheinlichkeit einer Fehlmedikation gibt, welcher zu Gunsten der Apotheken ausfällt. Diese Studie wurde veröffentlicht (Link zur Studie).

Danach gab es Sandkastenspiele mit Vergleichen zwischen öffentlichen Apotheken und Versandapotheken. Anhand der unsicheren und unklaren Datengrundlage wurde dazu aber keine Studie erstellt und veröffentlicht. «Zur Rose» verwendet nun aber genau diese nicht verifizierten Zahlen für Ihr Lobbying.

Überheblich und unhaltbar zugleich behauptet «Zur Rose» weiter, im Versandhandel maximale Sicherheit gewährleisten zu können und hebt ihre Arbeitsschritte hervor (Link zum PDF). Viele dieser Schritte sind allerdings nichts weiter als reine Administrationsprozesse, die durchgeführt werden müssen, weil der Kunde nicht vor Ort ist. Sie führen nicht zu einer besseren Qualität. Elektronisch gestützte Interaktionskontrollen und das 4-Augenprinzip sind in öffentlichen Apotheken schon lange standard!

Ja, Fehlmedikationen sind ein Problem. Eine Lockerung des Versandhandels von rezeptfreien Medikamenten würde dies aber noch verschlimmern. Die heutige Regelung hat durchaus einen Sinn. Sie erlaubt den Postversand nämlich nur für RX-Medikamente, weil diese durch einen Fachmann verschrieben werden müssen.

Und darum braucht es bei OTC-Medikamenten die persönliche Beratung und Betreuung vor Ort durch eine Fachperson.  Aber genau das ist es, was der Versandhandel nicht kann. Die gewünschte Lockerung führt langfristig sicherlich zu einem höheren Börsenwert der «Zur Rose», aber mittelfristig schadet es den Gesundheitskosten. Beim Thema Gesundheit ist eben billiger nicht immer besser.

Was das Lobbying der «Zur Rose» angeht:

Der IFAK Verein hat auf diesen unlauteren Wettbewerb und dieses irreführende, für die Apothekerschaft geschäftsschädigende Vorgehen der «Zur Rose» reagiert und an die Mitglieder der Gesundheitskommission des National- und Ständerates ein aufklärendes Schreiben versendet.

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Einzelfall? Wer’s glaubt! https://3-min.info/2018/06/14/spezialfall-wers-glaubt/ https://3-min.info/2018/06/14/spezialfall-wers-glaubt/#respond Thu, 14 Jun 2018 07:42:51 +0000 https://www.3-min.info/?p=11018 Die Replik von Zur Rose kam postwendend. Kaum hatte PHARMAMAs Blog publiziert, wie eine Patientin von Zur Rose innerhalb von zwei Monaten mit 7 Packungen Triatec 10 mg à 100 Tabletten eingedeckt wurde (siehe Beitrag im 3-min.info vom 13. Juni), hatte Zur Rose auch schon eine Begründung für die exorbitante Lieferung parat. Man unterliege hohen regulatorischen Auflagen, liess die PR-Abteilung von Zur Rose wissen, und die Patientin habe die Jahresmenge, die «genau dem vom Arzt verordneten Jahresbedarf» entspreche, auf eigenen Wunsch erhalten.

Jahresmenge? 700 Tabletten? Laut Kompendium sind 10 mg Triatec für sämtliche zugelassenen Indikationen die Maximaldosis. Das hiesse also, der Arzt hat der Patientin die doppelte Maximaldosis verschrieben. Und dieser Arzt merkt es nicht, dass seine Patientin diese doppelte Maximaldosis gar nicht nimmt? Keine Nachfrage, wie es ihr geht mit dem Medikament und ob Nebenwirkungen auftreten? Keine engmaschige Begleitung? Keinerlei Kontrollen über die Wirksamkeit der Therapie? Da müsste man der Patientin dringend raten, den Arzt zu wechseln!

Und bei Zur Rose provoziert die offensichtlich überproportionale Dosis keinerlei Stirnrunzeln bei der pharmazeutischen Kontrolle, die die Medikamentenversandhändlerin gemäss ihrer Gegendarstellung «jederzeit vollumfänglich» wahrnimmt?

Äxgüsi, aber da liefern die schönen Worte aus der PR-Abteilung von Zur Rose keine überzeugenden Antworten. Auch dass Zur Rose «für Verschreibungen keine Provision an Ärzte» zahle, klingt zwar schön, aber man achte auf die Formulierung. Eine direkte Provision für jede Verschreibung ist tatsächlich verboten. Aber man kann seine treuen Kunden ja auch mit indirekten Kick-backs belohnen! Und es ist mit einiger Sicherheit davon auszugehen, dass das Zur Rose auch macht. Es ist jedenfalls sehr unwahrscheinlich, dass die Ärzte, die ihre Rezepte an zur Rose mailen oder faxen, dies aus reiner Freude am Mailen und Faxen tun. Und ganz sicher ist der Umweg über den Versandhandel kein Dienst am Patienten, der zuerst auf sein Postpaket warten muss und anschliessend mit Abolieferungen zugemüllt wird.

Hier ein paar weitere Beispiele aus einer Apotheke, die ungeöffnete Packungen – geliefert von Zur Rose – zur Entsorgung erhalten hat: 

4 Packungen Timoptic => Reichweite 300 Tage

4 Packungen Norvasc => Reichweite 400 Tage

3 Packungen Olmetec => Reichweite 294 Tage

80 Microfläschchen Protagent => Reichweite 80 Tage

Wert rund 650 Franken! Geliefert von Zur Rose. Das sind keine Einzelfälle. Das hat System!

14. Juni 2018

Foto © Fotolia.com         

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https://3-min.info/2018/06/14/spezialfall-wers-glaubt/feed/ 0 11018
Medikamentenabfälle in Millionenhöhe https://3-min.info/2018/06/13/medikamentenabfaelle-in-millionenhoehe/ https://3-min.info/2018/06/13/medikamentenabfaelle-in-millionenhoehe/#respond Wed, 13 Jun 2018 11:21:30 +0000 https://www.3-min.info/?p=11010 Medikamentenversandhändlerin Zur Rose sieht sich als wahre Wohltäterin der Patienten. Kontrollen scheint bei diesem gut geölten, automatisierten Vertrieb allerdings niemand vorzunehmen. Das zeigt das Beispiel einer Patientin, der innerhalb von zwei Monaten von Zur Rose und einem Arzt insgesamt 7 Packungen Triatec 10mg à 100 Tabletten verkauft wurden, wie dies im PHARMAMAs Blog nachzulesen ist. Entdeckt wurde dieser Abgabewahnsinn, weil die Packungen inzwischen unangetastet einer öffentlichen Apotheke zur Entsorgung gebracht wurden. 350 Franken landen im Abfall. Die Patientin hatte die Tabletten gar nicht eingenommen. Was offensichtlich weder Zur Rose noch den SD-Arzt davon abhielt, der Frau je einen Vorrat für mehr als ein Jahr zu verkaufen.

Da sollten eigentlich alle Alarmglocken schrillen. Tun sie aber offensichtlich nicht. Im Gegenteil: Krankenkassen machen Werbung für Zur Rose, weil die Versandhändlerin keine Taxen verrechnet. Für Zur Rose ist dieser Verzicht kein Problem. Man kompensiert die Taxen ja locker mit grosszügigem Medikamentenverkauf. Ob der Patient die Medikamente einnimmt bzw. benötigt oder nicht, sieht man beim weit entfernten Versandunternehmen ja nicht, und die Kasse schaut, wie das Beispiel zeigt, beim Werbepartner nicht so genau hin. Und dieses Beispiel ist bei weitem nicht das einzige. Bekanntlich müssen jedes Jahr Medikamente für Millionen von Franken ungenutzt entsorgt werden!

Da reibt man sich die Augen. Preisüberwacher und Santésuisse machen betreffend Preise und Marge permanent Druck auf die Apotheker. Aber dort, wo ungeniert in den Prämientopf gegriffen wird, schauen beide weg. Das ist verantwortungslos und gehört an den Pranger gestellt.   

Die 7 Franken 55 werden den Apothekern im LOA-Vertrag zugestanden, weil sie dafür Leistungen erbringen. Dazu gehören Rezeptüberprüfung, Interaktionskontrolle, Wahl der wirtschaftlichsten Packungsgrösse, Beratung des Patienten zur Therapie, Überprüfung der Therapietreue (Compliance), Eröffnung und Führung des Patientendossiers, Medikamentenhistory, Arzneimittelprüfung über das gesamte Patientendossier inkl. Selbstmedikation, Missbrauchskontrolle, etc. Kurz, die Taxe entschädigt die Apotheker für ihre Dienstleistungen zugunsten von Medikamentensicherheit, Therapietreue und sachgemässem Einsatz der Medikamente.

Es würde Santésuisse und Preisüberwacher gut anstehen, die Rechnung zu machen. Statt die Apotheken-Taxen anzugreifen, wäre es besser, dafür zu sorgen, dass Exzesse wie jener im genannten Beispiel geahndet werden. Es ist die Rechnung von 7 Franken 55 Taxe für den effizienten und sicheren Einsatz von Arzneimitteln gegen 350 Franken Medikamentenabfall, verursacht durch unkontrollierten Medikamenten-Aboversand!

https://pharmama.ch/2018/06/07/mengenabgabekontrolle-durch-die-versandapotheke-nicht-vorhanden/

13. Juni 2018

Foto © Bumann Fotolia.com

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Aus für das «Konstrukt Hüffenhardt» von DocMorris https://3-min.info/2017/06/22/aus-fuer-das-konstrukt-hueffenhardt-von-docmorris/ https://3-min.info/2017/06/22/aus-fuer-das-konstrukt-hueffenhardt-von-docmorris/#respond Thu, 22 Jun 2017 14:53:09 +0000 http://www.3-min.info/3min/?p=9898 Robot's hand types on keyboard. 3D illustration

Dass bei DocMorris das Know-how für juristische Tricks wichtiger zu sein scheint als das pharmazeutische, ist nicht neu. In Deutschland musste die Zur-Rose-Tochter allerdings eine ihrer juristisch ausgefeilten Angebote einstellen. Das «Konstrukt Hüffenhardt» ist nicht erlaubt. Der Kniff geht so: In der kleinen Gemeinde Hüffenhardt stellte DocMorris einen «Arzneimittel-Abgabeautomaten mit Videoberatung» auf. Die Kunden sollten dort Medikamente so ähnlich wie am Zigarettenautomaten kaufen können. Natürlich musste man das ganze etwas aufpeppen, das war den Juristen bei DocMorris klar. Deshalb die Videoberatung, und ein Apotheker oder eine PTA in Heerlen mussten die Medikamente noch freigeben, bevor sie entnommen werden konnten. Das sei, argumentiert man bei DocMorris, nur eine besondere Spielart des Versandhandels. Dass dieses Argument nicht ganz koscher ist – ja – auch das wissen die ZurRoseDocMorris-Juristen. Also griffen sie zu einem weiteren juristischen Trick. Der Apparat gehört gar nicht DocMorris, sondern einer Firma namens Tanimis BV. Zwar ist auch sie eine 100%-Tochter von Zur Rose, aber sie betreibt den Automaten juristisch gesehen eben nicht selbst. Und noch eine juristische Zauberei hat man sich in der Rechtsabteilung von DocMorrisZur Rose einfallen lassen. Die Medikamente im Apparat werden von einem nicht genannten Pharmagrossisten geliefert und dort «gelagert». Erst wenn ein Kunde sie kauft, gehen sie kurz vorher noch schnell in den Besitz von DocMoris über, und schwupp, ist auch die Klippe überwunden, dass Medikamente eigentlich nur von vom Gesetz dazu befugten Fachpersonen und Firmen verkauft werden dürfen.

Wer mag, lese die ganze Klüngelei im Detail nach (siehe untenstehenden Link). Fakt ist, dass inzwischen vier Urteile gegen DocMorris vorliegen, die diese neueste Machenschaft unterbinden. Das Konstrukt Hüffenhardt ist ausser Betrieb. Angst um die Hüffenhardter muss man keine haben. Es gibt in der Umgebung 22 öffentliche Apotheken! Es geht bei ZurRoseDocMorris offensichtlich einmal mehr einzig darum, die Gesetze auszureizen, um möglichst ohne Fachpersonal und ohne die gesetzlich vorgeschriebene Infrastruktur Medikamente verkaufen zu können.

Falls das ein Testmodell auch für die Schweiz sein sollte – man denke an die ZurRose-Verkaufsstellen in Kinderzimmergrösse, die das Unternehmen zusammen mit der Migros plant – ist zu hoffen, dass auch die hiesigen Richter dem zweifelhaften Geschäftsgebaren Einhalt gebieten.

http://www.xing-news.com/reader/news/articles/788311?link_position=digest&newsletter_id=23488&toolbar=true&xng_share_origin=email

22. Juni 2017

Foto © Tatjana Shepeleva Fotolia.com

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Börsengang Galenica Santé – unabhängige Apotheker, kauft Aktien! https://3-min.info/2017/03/31/boersengang-galenica-sante-unabhaengige-apotheker-kauft-aktien/ https://3-min.info/2017/03/31/boersengang-galenica-sante-unabhaengige-apotheker-kauft-aktien/#respond Fri, 31 Mar 2017 12:36:42 +0000 http://www.3-min.info/3min/?p=9800 Businessman runs quickly with laptop leaving fire trails. Fast business concept

Unabhängige Apotheker müssen jetzt handeln. Noch bis zum 6. April läuft die Angebotsfrist für die Zeichnung von Aktien der neuen Galenica Santé. Bisherige Aktionäre haben dieser Tage einen Brief zur bevorzugten Zuteilung erhalten. Dieses Angebot sollte jeder Aktionär unbedingt bis zum Maximum seiner Möglichkeiten nutzen! Auch Apotheker, die bisher keine Aktionäre sind, sollten die Gelegenheit ergreifen und jetzt Aktionär werden. Ob sie Kunde von Galexis oder Aktionär von Galenica Holding sind, spielt keine Rolle.

Diese Empfehlung an alle unabhängigen Apothekern hat der IFAK Verein, der die Interessen von mehr als 300 unabhängigen Apotheken vertritt, an seiner letzten Vorstandsitzung beschlossen. «Es ist für die Zukunft Schweizer Pharmazie essentiell, dass die Apotheker weiterhin ein gewichtiges Wort mitreden können. Wenn beim Grossisten mit dem grössten Marktanteil und mit der grössten Apothekenkette nur noch Finanzorganisationen oder Grossverteiler beteiligt sind und somit das alleinige Sagen haben, sehen wir der Entwicklung der neuen Firma mit Besorgnis entgegen», sagt IFAK-Präsident Dr. Claus Hysek, selbst unabhängiger Apotheker und seit Jahrzehnten unermüdlicher Kämpfer für einen selbstbestimmten und unabhängigen Berufsstand.

Weiter hält der IFAK Vorstand fest, er habe diesen Entscheid nach gewissenhafter Analyse der neuen Situation, die sich mit dieser Börseneinführung ergibt, getroffen. Seine Empfehlung sei weder als eine  Bevorzugung der neuen Firma noch als eine Benachteiligung der anderen in der Schweiz tätigen Grossisten zu verstehen. «Wir sind überzeugt mit dieser Empfehlung den übergeordneten Interessen der Schweizer Pharmazie zu dienen», betont Claus Hysek und fügt an: «Wir hatten in dieser Angelegenheit weder Diskussionen mit den Grossisten, der Galenica Santé oder der Galenica Holding noch mit den Apothekerverbänden. Diese Empfehlung ist eine freie Meinungsäusserung von IFAK».

IFAK Vorstand, Biel 30.03.17

http://www.galenica.com/de/ipo/private/ipo-galenica-sant-.php

http://ifakverein.ch/

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