Immer mehr Patienten beklagen sich über unverständliche oder falsche Arztrechnungen. Dies schreibt der Tages-Anzeiger online am 3. April. Mit 4500 Tarifpositionen ist der Tarmed ein unübersichtliches Monstrum. Selbst Insider finden sich darin nicht mehr zurecht. Ausserdem verlocken die zahlreichen Positionen, für jedes Augenzwinkern des Patienten einen Tarifposten auf die Rechnung zu setzen. So soll ein Arzt einem Patienten eine «psychosoziale Beratung» verrechnet haben, weil dieser erzählte, er treibe jetzt wieder mehr Sport, um seinen Bauch abzuarbeiten. Beliebt ist offenbar auch die Notfalltaxe, um den Umsatz der Arztpraxis ein bisschen anzukurbeln. Dass der «Notfallpatient» vor der Behandlung zwanzig Minuten im Wartezimmer warten musste, spielt dabei keine Rolle. Und es soll auch vorkommen, dass die Tage mancher Ärzte mehr als 24 Stunden haben. Dann nämlich, wenn sie den Überblick über die vielen 5-Minuten-Posten, die sie fürs Grüezi und Adieu sagen und die paar Sätze dazwischen verrechnen dürfen, verlieren. Nur bei der SD – so will die FMH uns weismachen – geht es ausschliesslich um das Wohl des Patienten. Bösartig, wer etwas anderes vermutet.
4. April 2013

