Medial hochgejubelte Ideen zum Thema Medikamentenpreise gibt es bekanntlich praktisch jeden Tag. Jüngst holte Preisüberwacher Stefan Meierhans mal wieder zum Schlag aus. Generika sollten, so findet er, von den Krankenkassen nur noch zum Fixpreis des billigsten vergütet werden. Wer ein anderes Generikum oder gar das Original haben möchte, muss draufzahlen. Diese Idee ist nicht neu. Meierhans hat sie jetzt nur mal wieder aus der Mottenkiste der gesundheitspolitischen Absurditäten geholt. Und dann nennt der Mann mit dem Taschenrechner den staatlich verordneten Fixpreis auf tiefstem Level auch noch Wettbewerb! Das Gegenteil ist der Fall. Ein staatlicher Fixpreis auf dem untersten Preisniveau schafft ein Monopol für den betreffenden Hersteller. Jetzt kann man natürlich sagen, dann müsse halt ein anderer noch billiger werden. Was das bedeutet, wissen wir (also, das heisst, einer weiss es offenbar nicht oder will es nicht wissen). Gewisse Generika werden schon gar nicht mehr produziert, weil es sich schlicht nicht mehr rechnet. Ausserdem werden Patienten gezwungen, immer wieder das Medikament zu wechseln, wenn sie nicht draufzahlen wollen. Folge: Die Compliance ist im Keller, es besteht Verwechslungsgefahr, Mehrfacheinnahmen desselben Wirkstoffs sind nicht auszuschliessen.
Lesen Sie zum Thema Wettbewerb, Meierhans und Generika auch die Kolumne von Thomas Cueni, Geschäftsführer Interpharma:
http://newsroom.interpharma.ch/2013-09-02-kolumne-falsche-medizin
9. September 2013

